Welche persönlichen Eigenschaften Luthers brachten ihn in Konflikt mit dem Ablasshandel?

5 Antworten

Er war abergläubisch. Daher legte er, seinen autobiographischen Angaben zufolge, in einem Stoßgebet zur Hl. Anna während eines Gewitters das Versprechen ab Mönch zu werden.

Er war ein strebsamer und ehrgeiziger Karriere-Mensch (in seiner Familie dazu erzogen worden) und trat daher in den strengsten Orden ein, den es damals in Erfurt gab: Bei den Augustiner Eremiten. Er hätte es als Mönch auch wesentlich leichter haben können, dennoch trat er in Kloster mit strengen Regeln ein. Auch dort war er übereifrig und arbeitete sich hoch. Im Orden wurde die Theologie und die Rechtvertigungslehre des Ordenspatrons Augustinus besonders geschätzt - das hat sicher einen nicht unerheblichen Einfluss auf Luther gehabt. Luthers eigene Theologie war in vielen Punkten ein radikaler Augustinismus, seine Bibel-Auslegung war häufig stark von Augustin geprägt.

Er war intelligent und wurde deshalb vom Orden zum Theologiestudium geschickt. Aufgrund seiner Begabung und seines Eifers wurde er Doktor, usw. Der Ablasshandel wurde von vielen katholischen Gelehrten zur Zeit Luthers kritisiert. Auch Luther wollte als Theologieprofessor die Sache diskutieren und veröffentlichte dazu Disputationsthesen (die er aber wahrscheinlich niemals an irgendeine Kirchentür angeschlagen hat).

Er hat Geld,  Besitz und Reichtum eher gering geschätzt, was sicherlich seine Abneigung gegenüber dem Ablasshandel verstärkte.

Er war streitlustig und rechthaberisch, weshalb er vieles sehr spitz, polemisch und nicht immer ganz sachlich formulierte. Außerdem war er in vielen Streitfragen sehr unnachgiebig (auf viele seiner Gegner trifft das auch zu), weshalb ein Konsens in der Mitte oft unwahrscheinlich war.

Er war ein guter Redner und Rhetoriker, weshalb er gerade unter jungen schon früh Theologiestudenten viele Anhänger fand.


Luther war auch sehr cholerisch- was ihm hinterher wieder sehr leid tat. "Ich habe manche Dinge sehr dumm und töricht ausgeführt" - so eines seiner späten Bekenntnisse.

Er meinte es sehr ernst mit dem Glauben - als die Leute nicht mehr zu ihm in die Kirche kamen um zu Beichten, sondern sich Ablassbriefe kauften, war seine Geduld am Ende.

LA

Sein zweifelnder Geist, seine persönliche Sehnsucht nach Sündenvergebung und aufgrund seiner Gelehrsamkeit seine intensive intellektuelle Auseinandersetzung mit den Lehren der Kirche und der Bibel.

MfG

Arnold


Was möchtest Du wissen?