Welche Persöhnlichkeitsstörung ist leidvoller für die Betroffenen?

9 Antworten

Für dem Betroffenen ist eindeutig die Boderlinestörung schlimmer, da ein Borderline noch so viel Selbstreflektion hat, dass er unter seinem eigenen Verhalten leidet.

Ein Narzisst leidet nicht unter seiner Störung, denn erhält sich aufgrund mangelnder Selbstreflektion als perfekt.

Auch wenn du nicht gefragt hast, wie es dem Umfeld geht, kann ich dir sagen, es leidet unter einem Narzissten genau so wie unter einem Boderliner. Das Verhalten ist nahezu identisch:

Beide idealisieren und werten andere ab. Beide haben ein Schwarz-Weiß denken, beide können nicht alleine, aber auch nicht mit anderen sein. .

Beim Borderline gibt es sehr warme, innige Momente. Die gibt es auch beim Narzissten.

Der Grund hierfür ist zwar jeweils ein ganz anderer, das Ergebnis für das Umfeld jedoch das gleiche

Aber was spielt das für das Umfeld für eine Rolle? Wenn mich ein Auto anfährt, ist es mir egal, ob es ein Mercedes oder ein BMW war.

Ich leide an einer Emotional instabilen Persönlichkeitsstörung Typ Borderline. Ich habe keine narzisstische Persönlichkeitsstörung, also kann ich darüber nicht als Betroffener berichten. Ich denke aber, dass man die Störungen auch nicht wirklich so miteinander vergleichen kann, und auch nicht, dass das überhaupt notwendig ist. Beide Personen leiden, beiden sollte geholfen werden.

Mein Empfinden:

Ich empfinde meine Borderline-Persönlichkeitsstörung als sehr schlimm. Da bin ich auch ehrlich. Es ist für mich, auch nach mehreren Jahren Therapie, fast unmöglich damit umzugehen, geschweige denn, ein normales Leben zu führen. Ich habe sehr viele stationären Aufenthalte hinter mir, nehme Neuroleptika, habe strenge ambulante Therapie, habe in einer Wohngruppe gelebt usw. Ich empfinde mich als Opfer von mir selbst, es fühlt sich an, als ob ich dabei gegen mich kämpfen müsste. Ständig die Anspannungen, Gefühlsschwankungen usw. machen es, in meiner Situation, fast unmöglich.

Ich denke auch das sehr komplexe & vielseitige Störungsbild der Krankheit ist ein Grund, weshalb es nicht einfach ist damit umzugehen. Es liegt schliesslich eine Störung in 3 Bereichen vor.

Also Fazit: Ich als Betroffene kann sagen, die Bps ist verdammt sch*** & verdammt hart. Auch nach Jahren der Therapie noch. Aber hey, ich lebe noch, ich kämpfe noch, ich denke, dass das zählt.

An alle anderen Betroffenen: Alles Gute. Bleibt stark.

MfG MiZz

Hey

das tut mir leid wie es dir mit der Erkrankung geht .. habe auch Borderline bin seit ich 11 war ( jetzt 26) in Therapien gewesen mit Pausen war 8 mal vollstationär und 3 mal Tagesklinik und kämpfe auch hab die Diagnose aber das erste mal erst mit 23 erhalten ( ich schneide mich nicht , vllt deswegen und weil ich bei nicht spezialisierten Kliniken / Therapien war . ) ..es ist wie ein Albtraum aus dem es kein erwachen gibt . Habe das Gefühl die Krankheit ist jetzt mit 26 so ausgeprägt wie noch nie . War zuletzt von märz - Juni stationär in einer dBt was mich stabilisiert hat aber jetzt bin ich wieder am Boden . Arbeiten kann ich auch nicht mehr seit Ewigkeiten . Ich weiß nicht eigentlich will ich wieder in eine Klinik ..

wenn du magst kann man sich ja austauschen .. würd mich freuen .

sonst alles gute für dich !

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@MissMariposaa

Hallo :)

Danke für die Antwort. <3

Geht mir ähnlich. Habe die Diagnose relativ früh gekriegt, da bei mir die Bps ziemlich offensichtlich ist. Auch durch das svV. Ich habe ebenfalls die DBT gemacht & fand sie toll. Hätte dir die jetzt empfohlen, wenn du sie noch nicht gemacht hättest. Hast du denn auch schon über eine Traumatherapie nachgedacht, falls eine nötig wäre?

Ich bin demnächst wieder in einer Privatklinik, mit Schwerpunkt auf Bps, Trauma & PTBS. Hoffe es hilft.

Kannst mir gerne eine Fa stellen, und wir bleiben in Kontakt.

MfG MiZz

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Ich selbst bin auch mit der BPS als Krankheit für mich selbst sehr gestraft, da es wirklich emotionale Bindungen und den Umgang mit Gefühlen so kompliziert macht.
Hab Therapien hinter mir, aber hab diese beendet, da ich am Schluss irgendwie nur noch tiefer in dem Verhalten war, als vor jeder Therapie.
An mir runter schauen zu müssen, tut mir beim Anblick von mir schon weh.
Ich bin mit 46kg und einer Körpergrösse 1.72m ein Gestell aus Knochen und Haut, dieses mal leider nicht durch exzessives Hungern und übertriebenen Sport, was ich schon mal vor über 1 Jahr in der Essstörung Anorexie als schön empfand.
Ich hab überall wo ich an mir runter sehe viele Narben und kalkweisse fahle Haut.
Was mein Kreislauf angeht, bin ich bei Anstrengungen, welche bei anderen nicht mal den Puls auf 100 überschreiten bei mir mit 130-150 schon richtig an meiner Kraft schröpfen.
Ich bin also schon von Sachen so erschöpft, welche andere nicht mal als körperliche Anstrengung wahrnehmen.
Ich hab eine zerstörte Verdauung, denn ich bemerke, dass selbst wenn ich essen in mich stopfe bis Ich kotzen muss, dass ich eher abnehme als anders rum.
Ein Wunder das ich mit dem jetzigen Zustand meines Körpers ich noch keine Infektion von Leuten übernommen habe, welche ich nicht auf Abstand halte.

Ich kenn es nicht anders auch von jmd mit BPS, der mehrfach eine Lungenembolie hatte, echt im den letzten 12 Monaten 5 Blutvergiftungen überlebt hat, dauernd aufgrund hohen Blutverlustes eine starke Anämie, welche dringend Behandlungsbedürftig wäre, trotz durch die Stressbedingte Schilddrüsenüberfunktion nichts an essen runter kriegt, ohne das es innerhalb 30 danach nicht wieder raus zu kotzen, welche nun eine echt krasse Vergiftung mit ach und Krach überlebt hat. Die trotzdem noch echt genug Kraft aufbringen kann, ihre Angewohnheit andere mit ihrer Art und weise in tiefe Misere zu stürzen immer noch gut fort führt.
Da sieht man, manche sterben und sterben einfach nicht, trotz das die Krankheit sie zwischen Leben und Tod schwanken lässt:

Ich bewundere manchmal echt wie andere Betroffene mit ihren Problemen umgehen können...
Ich kann es nun nicht mehr

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@Youareme

Ich bewundere deine Offenheit & Sträke. Du musst ein verdammt starker Mensch sein, sonst wärst du nicht mehr hier. Ich weiss, es gibt nichts in dieser Situation was man sagen kann, was einem wirklich hilft. Uns kann man es schliesslich nie recht machen. Auf jeden Fall...ich weiss wie du dich in etwa fühlst, ich weiss welche sch*** du durch machst. Ich bitte dich einfach darum, dass du es noch länger durchziehst. Ich weiss dass du es kannst. Ich will nicht, dass noch mehr Menschen sterben, die allem Anschein nach, interessante & wertvolle Menschen sind. Du bist es wert, weiter zu kämpfen. Vergiss das nicht.

Wenn du dich mal austauschen möchtest, schreib mir hier bzw. schick mir eine Fa.

LG Bella

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Weisst du, auch wenn es ein Kompliment ist, aber ich hab Freunde, welche sich wünschten das ich mich nicht aufgegeben hätte.
Ich hab aber mit zu langen Zerstören meines Körpers mein Immunsystem zerstört.
Ich hab die perfekte Mischung von meinen Eltern geerbt bekommen. Meine Mutter ist immunmässig total dran, den sie war schon krebskrank und hat wieder mögliche Krebsgeschwüre vom Hautkrebs.
In ihrer Familie ist es aufgrund Herzkrankheiten und Bluthochdruck also vorbelastet. Mein Vater dagegen Kern gesund, 3 Krankenhausaufenthalte davon ist einer die Geburt gewesen, mit 18 ein Autounfall und vor etwa 6-7 Jahren aufgrund Panikattacke die Werte und Beschwerden, dass Verdacht auf Herzinfarkt stand.
Sonst in den letzten Jahren nicht mal ein Arztbesuch, da er bis seiner Gesundheit nicht mal sich regelmässig Impfungen auffrischen liess.

Perfekte Kombination aus beiden eben.

Ich hab also lange und regelmässige Steigerung meiner SVV Attacken erlebt, dass es erstaunlich ist, was ich mit machte, dass es so lange bis zum Punkt brauchte, als ich zu diesem schwächelnden Zustand gekommen ist.
Ich hab aber auch schon den Punkt bei Freunden bemerkt, welche zu schätzen wussten, wie loyal ich bin und was ich auf mich nahm, um Ihnen zu helfen.

Oder würdest du, wenn du mitten in der Nacht angerufen wirst ran gehen und dann trotz keinem eigenem Auto aufgrund des nicht existenten Führerscheins nachts um kurz vor 23 auf den letzten Bus gehen und dort die Person haben, wenn du dann nicht mal weisst wie Nachhause zu kommen, da der Heimweg allein mit ÖV 45 Minuten mit Wartezeiten zwischen den Bussen eingerechnet ist, dann raus gehen, weil die Person nicht den Krankenwagen rufen möchte, da sie in einer Dissoziation irgendwo im Wald aufgewacht ist, da sie in dem Zustand auf den Kopf geknallt ist, und eine mittelgrosse Kopfplatzwunde an der Stirn hat?
Da würde jeder den Krankenwagen hin schicken, oder etwa nicht?

Ach ja, hatte einen Termin am nächsten Tag gehabt, der wirklich wichtig war.

Das ist nur eine von vielen Situationen.

Viele meiner wenigen loyalen Freunde könnten das nicht, da sie entweder aufgrund von Geldmangel oder einer Arbeit nicht möglich wäre.

Oder was würdest du tun?

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Wer keine der beiden Persönlichkeitstörungen selbst hat, kann sich so eine Frage stellen, aber jmd der wie ich von so einer betroffen ist, würde sich fragen wie jmd auf die Idee kommen kann, eine Persönlichkeitsstörung schlimmer als eine andere sein sollte.
Beide sind für den betroffen eine Qual, wenn man nicht den dadurch ausgelösten Folgen davon umgehen muss.

Prinzipiell würde ich sagen Menschen mit einer Borderline Persönlichkeitsstörung sind gefährdeter an den Folgen von der Erkrankung zu versterben, da Borderline eher mal sich so ausartet, dass es zur Selbstschädigung und damit zum Suizid schneller kommt.

Aber man soll trotzdem Persönlichkeitsstörungen nicht miteinander vergleichen mit was ist wohl schlimmer  

Sehe ich anders. Ein Narzisst leider nicht unter seiner Erkrankung, ein Boderliner schon. ABER: Erstaunlicherweise hat ein Narzisst mit 14 % ein fast doppelt so hohes Suizidrisiko als ein Borderliner mit 7,5 %.

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@Bluesky1974

Hast du schon mal einen Narzissten gefragt, ob er nie gelitten hat?

Wahrscheinlich nicht, denn auch diese können darunter leiden, nur siehst du seltener äusserliche Merkmale, die dafür sprechen.

Ich hab so wie du gedacht, bis ich eines besseren belehrt wurde, was für jmd mit so einem Ego wie meinem keineswegs ohne nichts vorbei gegangen ist.

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@Youareme

Ein Narzisst leidet, wenn die anderen nicht nach seiner Pfeife tanzen, also, wenn er mit den Folgen leben muss. Dies ist vor allem der Fall, wenn sie verlassen oder ignoriert werden. Dann leiden sie.

Aber unter ihrer Störung als solches, leiden sie nicht.

Wie meine ich das?

Für einem Borderliner sind die starken Stimmungsschwankungen unerträglich, aber auch das Schwarz-Weiß-Denken, das Nähe- und Distanzproblem: Einerseits will er verschmelzen, andererseits bekommt er Panik vor Nähe. Suizidgedanken und Ritzen stelle ich mir auch nicht gerade lustig vor. Wenn man nicht weiß, wer man eigentlich ist, sich vor sich selbst ekelt, Körperteile als nicht zu einem gehörend oder wenn man das Gefühl hat, die Welt aus weiter Entfernung zu beobachten und gar nicht anwesend zu sein, nicht alleine sein zu können und regelrechte Panik vor dem Verlassenwerden oder sich selbst oder andere auf irgendeiner Art und Weise gefährden muss, nur um sich selbst zu spüren, (vor allem, wenn dadurch tatsächlich ein Unheil, z. B. Unfall oder Ansteckung einer Geschlechtskrankheit passiert), voller Wut zu sein und schon bei Kleinigkeiten ausflippen zu müssen, weil man die Gefühle nicht mehr kontrollieren kann, muss furchtbar sein. Das stelle ich mir ganz entsetzlich vor, so eine Störung zu haben.

Ein Narzisst hingehend ist der Meinung, er ist der Tollste, der Beste, er hätte Sonderbehandlung verdient und nur höher gestellte Personen können sie verstehen. Er hat Größenideen, von der er überzeugt ist, sie umsetzen zu können, er ist der Meinung, andere sind doof und auf ihn neidisch. Das fühlt sich doch nicht schlecht an, oder? Wenn Leute, die ihm von Nutzen sind, gute Menschen sind und Menschen, von denen er keinen Vorteil hat, er glaubt das Recht zu haben, sie wie Dreck zu behandeln, ist doch kein schlechtes Feeling, oder? Der Überzeugung zu sein, andere ausnutzen zu dürfen, ist auch nicht ganz ohne. Wieso soll er drunter leiden?

Normale Menschen wenden sich aber dann vom Narzissten ab. Dann beginnen sie zu leiden.

Verstehst du, wie ich das meine?

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@Bluesky1974

Da sieht man, er leidet auch, dazu kommt nur weil einer anders leidet als andere bzw die Ursache des Leidens ist anderer Natur, heisst es ja nicht automatisch, es sei dadurch weniger dramatisch.

bin froh nicht beides kombiniert zu haben, gibt es aber tatsächlich, was ist deiner Meinung dann dort das schlimmere? Borderline und Narzissmus gemeinsam.

neugierig:-)

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@Youareme

Wie ich schon der FS geantwortet habe: Für einem selbst eindeutig Borderline, weil der Boderliner unter den Symptomen selbst und unter den Folgen leidet (das Umfeld wendet sich ab oder schießt zurück).

Ein NPSler leidet unter der Störung an sich nicht, nur dann, wenn sich das Umfeld abwendet, sprich an den Folgen.

Wie sieht es mit dem Umfeld aus? Das Umfeld leidet unter dem Borderliner und unter dem NPSler, wobei (glaube ich zumindest) ein NPSler eine Spur schlimmer ist, weil es bei einem Borderliner häufig auch warme und zärtliche Momente gibt.

Beim NPSler gibt es warme, zärtliche Momente nur in der Idealisierungsphase bzw. dann, wenn er merkt, dass das Gegenüber ihn verlassen will.

Ergo: Ein Boderliner leidet doppelt, ein Narzisst nur einfach.

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@Bluesky1974

Ist deine Wahrnehmung und ich finde jeder darf sich in der Sache selbst eine eigene Meinung machen, ergo er versucht nicht seine Wahrnehmung anderen als die einzig Wahre einzutrichtern.

Was NPSler gerne tun, in meiner Umgebung tun dies Leute zwanghaft ohne Einsicht. Manche mehr manche weniger, aber das ist dann ein anderes reden.

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@Bluesky1974

Ich finde beides schlimm, als nur Borderlinerin müsste ich theoretisch meine Erkrankung schlimmer wahrnehmen, aber das Gefühl mein gegenüber kann nicht wahre Emotionen und Mitgefühl mit sich tragen und leben, hört sich meiner Meinung genauso schlimm an.

Die Tatsache, dass ich zufrieden bin nicht das andere noch erleben zu müssen, weil es genauso zerstörerisch wüten kann, reicht um mein gegenüber als Narzissten keineswegs zu beneiden.

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