Welche Partei in Deutschland ist unter anderem gegen Vetternwirtschaft?

14 Antworten

Offiziell sind sie alle dagegen. Inoffiziell und in der Praxis räumen sie ab, wo sie können und breichern sich. Das ist menschlich und leider vor allem die große Schwachstelle unserer Partei(emdem)okratie.

Prinzipiell ist die repräsentative Demokratie in einem 80-Millionenstaat nicht anders zu machen. Doch die Schwachstelle, dass die Parteien alle öffentlichen Ämter nicht nach Qualifikation sondern nach Parteibuch verhökern, sich ihre als Geldsammelstellen ausgelegten Stiftungen vom Steuerzahler bezahlen lassen, und über eine Seilschaft von politischen Eliten mit gemeinsamen Interessen über die vorgegaukelten Parteigrenzen hinweg mit den wenigen Medienbesitzern und Wirtschaftsoberen (teils über die Parteien dorthin gekommen) die Bürger an der Nase herum führen, diese massiven Schwachstellen bedrohen in der Praxis unsere Demokratie.

Als Vorbild muss man nur mal in den Getränkemarkt schauen: Viele viele Biersorten mit angeblich eigenem Geschmack aber faktisch alle unter einem Hut. Die Biertrinker werden nach Geschmack erhoben und bedient, doch letztlich fließt alles in eine Kasse. Es braucht achtsame Wähler, die vorgegaukelte Vielfalt zu durchschauen. Werbung, Medien und neue Medien arbeiten daran, ihnen diese Fähigkeit zu nehmen. Leider sieht es so aus, dass sie bei der Masse der Bequemen Erfolg haben.

Die Linke ist dagegen, sie tritt konsequent für Chancengleichheit ein und dem stehen Vetternwirtschaften nur im Weg. Sahra Wagenknecht hat in ihrem Buch: "Reichtum ohne Gier" einen Unternehmensentwurf ersonnen indem es Rechtlich unmöglich ist, das ein Unternehmen das mehr als 2 Mittarbeiter hat, irgendjemand gehören kann. Das Unternehmen gehört sich dann selbst, wodurch auch niemand Anspruch auf dessen Gewinne erheben kann und es ist dan auch nicht vererbbar, ähnlich wie eine Stiftung. Die Vetternwirtschaft wird dadurch ausgehebelt das die Führungspositionen durch Abstimmungen aller Mitarbeiter besetzt werden. Und ab einer bestimmten Zahl Mitarbeiter muss ein Kontrollgremium gewählt werden das die Firmenleitung überwacht und dafür sorgt das sie im Interesse der Mitarbeiter und des Unternehmens handelt, ähnlich wie ein Betriebsrat.  Wenn das Unternehmen eine hohe Bedeutung für seine Region hat, dann müssen in diesem Kontrollgremium 50% Leute sitzen die die Interessen der Bürger und der Region vertreten. Dann gibt es noch die Unternehmen deren Leistung als existenziell angesehen wird (Zb Krankenhäuser), diese Unternehmen dürfen nicht Profitorientiert arbeiten und sie müssen die Versorgung jederzeit in ausreichender Qualität sicherstellen wenn sie vom Staat unterstützt werden wollen. 

Sogenannte Vetternwirtschaft wird es immer geben, wo Menschen sind, es Freundschaften gibt ,Abhängigkeiten wie z.B. bei Familienmitgliedern, auch wenn daß offiziell nicht zugegeben wird.Keine Partei wird das nach Außen hin befürworten, dennoch wird es -auch in Parteien-gehandhabt.Deshalb wird es immer  gut für jemanden sein, viele Freunde zu haben und gut vernetzt zu sein.

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