Welche Ortslage ist für ein Pumpspeicherkraftwerk optimal?

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5 Antworten

Im fantastischen Idealfall finden wir für das Pumpspeicherwerk in der Natur einen großen Obersee und einen großen Untersee vor mit einem großen Höhenunterschied der beiden Seen. Weiterhin sind auch noch die Entfernungen zu Kraftwerken und Stromverbrauchern kurz zur Verminderung der Stromtransportverluste. 

Noch schöner wird das Ganze, wenn der Obersee noch einen großen Wasserzufluss hat und der Untersee einen entsprechenden Abfluss. Damit machen wir dann einen ordentlichen Energie-Überschuss, weil mehr Wasser herab läuft zur Stromproduktion als hinauf gepumpt wird.

Die Sache mit der "Höhe" dürfte damit klar sein. Und jetzt noch die "Wetterlage"? Nun ja, wenn wir dort noch eine dauerhaft sonnige Wetterlage haben, rechnen sich an den beiden Seen auch gleich zwei gut besuchte Strandbäder. 

Solange wir das alles nicht von der Natur vorgefertigt vorfinden, müssen wir eben in geeignetem Gelände an Schluchten Staumauern errichten. Noch Fragen dazu?

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Pumpspeicher - ich muss doch wieder einmal ein altes Rechenexempel herauskramen:, das ier vielleict einiges verdeutlict:

Pumpspeicherkraftwerke auf der Alb - ist das die Lösung für die Energiewende, oder ist es reine Augenwischerei? Ich versuche das mal darzulegen:
Das bestehende Pumpspeicherkraftwerk Glems bei Metzingen auf der Alb hat einen Output von 90 MW, also 1/10 der Leistung des stillgelegten Kernkraftwerks Neckarwestheim 1. Also brauchen wir 10 Pumpepeicher der Größe des Speichers Glems, um Neckarwestheim 1 zu ersetzen?

Nun ja, der Speicher hat eine Kapazität von 560 MWh. D.h. soviel wie Neckarwestheim 1 in einer halben Stunde produziert hat. Oder anders ausgedrückt, wenn der Speicher 1/10 der Leistung von Neckarwestheim liefert, ist er in 6 Stunden leer.

Und wie wollen wir damit eine Woche Flaute ausgleichen (denken Sie an eine trübe, windstille November- oder Januarwoche, oder selbst jetzt im März gab es einige derartige Tage)? Um die Arbeit des Kernkraftwerks Neckarwestheim 1 über eine trübe sonnenarme Woche Windkraftflaute mit Pumpspeichern ausgleichen zu können, benötigen wir knapp 300 Pumpspeicherkraftwerke á la Glems. Nur so zu den Dimensionen: Der Pumpspeicher Glems hat ein Oberbecken mit rund 1 Million Kubikmeter Wasserinhalt. Und ein Unterbecken, das diese Million Kubikmeter aufnehmen kann. Um die Leistung zu erzeugen, sind zwischen Ober- und Unterbecken 300 Meter Höhendifferenz. Viel Spaß, geeignete Standorte zu finden, und diese Speicher zu finanzieren!

Wars das? Nein - Die Pumpspeicherbecken brauchen nach dem Entleeren ca. 10 Tage lang ca. 1.100 MW überschüssigen Wind- oder Sonnenstrom (zusätzlich zum normalen Bedarf, der ja weiter besteht), bis sie wieder voll sind und wieder zur Verfügung stehen.

Wars das? Nein - noch immer nicht. Neben Neckarwestheim 1 wurde auch Philipsburg 1 (1.000 MW = 333 Speicher Glems) stillgelegt. Und die nächsten beiden Kernkraftwerke Philipsburg 2 (1.400 MW) und Neckarwestheim 2 (1.450 MW) benötigen weitere 815 Pumpspeicher Glems. Und nach jeder sonnenarmen Flaute entsprechende Überkapazitäten, um die Speicher wieder zu füllen. Die dann auch bedarfsgerecht produzieren.

Ich denke, das Beispiel zeigt in aller Einfachheit, dass es mit Wind- und Solarenergie nicht funktionieren kann, eine stabile und sichere Stromversorgung für ein hochindustrialisiertes Industrieland sicherzustellen. Von den Kosten einmal ganz abgesehen...

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Kommentar von OffshoreWind
16.01.2017, 21:46

So eine Sichtweise kann man vertreten. Ist aber an der Realität vorbei gerechnet. Man muss das Gesamte System im Blick haben. Wenn man nur einzelne Teile herausnimmt funktioniert es natürlich nicht. Das will aber auch keiner! Es geht  um den Verbund aller erneuerbare Energien in Verbindung mit Speichersystemen. Dazu gehören nicht nur Pumpspeicherwerke! Daran wird in vielen Projekten gearbeitet.

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Kommentar von OffshoreWind
17.01.2017, 17:29

Da gibt es eine Menge Studien die eine 100% Versorgung inkl. Absicherung zeigen. Natürlich muss man den Verbund der EE ausbauen. Aktuell funktioniert das noch nicht. Und in Deutschland nur mit Windenergie, da haben Sie recht, auch nicht. Aber noch einmal, davon spricht aber auch keiner! Es geht um ein Ziel! Wir haben in Europa kaum Wetterlagen wo nicht irgendwo Wind weht und die Sonne scheint. Deshalb wird an dem Verbund also dem Ausbau der Netze gearbeitet. In Deutschland war 2016 der Spatenstich für das erste Kabel nach Norwegen (Nordlink). Weitere Kabel Verbindungen durch die Nord- Ost und Irische See sind in Planung. Auch der Nord- Süd Ausbau wird kommen. Der wird noch ein bisschen von der Kohlelobby gebremst. Der kommt aber auch. Es wird ein Verbundsystem entstehen. Glauben sie mir ich war in Norwegen in der Wasserkraftindustrie. Wenn Europa es will kann Skandivanien und die Alpenländer zur Batterie Europas werden. Dazu noch Power to Gas Kraftwerke und dezentrale Batteriespeichersysteme. Dazu haben wir erst die allersten kleinen Schritte gemacht. Aber die Richtung ist klar. Wann das kommen wird hängt von vielen wirtschaftlichen und politischen Faktoren ab. Aber es wird kommen! Wir können hier und da bremsen, weil die Kohlekraftwerke noch wirtschaftlich arbeiten. Und für den Übergang benötigen wir diese auch, keine Frage. Die Frage ist wie schnell gestalten wir diesen Übergang. Und vor allem, alles hängt an der Wirtschaftlichkeit. Sobald der Ölpreis wieder anzieht und das wird er früher oder später, wird der Ruf nach kostengünstiger Energieerzeugung wieder lauter. Aber das sind Visionen. Die einen glauben daran und arbeiten daran und die Anderen sind skeptisch und setzen auf altes scheinbar bewertes.

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Es braucht eine gewissen Geländestruktur mit Anhöhen und Tälern. Norddeutschland wäre dazu komplett ungeeignet, die Mittelgebirge jedoch sehr gut.

Es sollten ausreichend Niederschläge fallen, damit aufgestaute Bäche und Flüsse zu einem See werden können und vor allem auch bleiben.

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Ein Pumpspeicherkraftwerk benötigt einen Wasserspeicher oberhalb und einen unterhalb der Kraftwerksanlage. Siehe Wikipedia.

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Kommentar von Dummtaler
16.01.2017, 01:56

falsch - die Turbine muss etwa auf gleicher Höhe mit dem unteren Becken sein. Nur dann wird die Höhe maximal ausgenutzt.

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Kommentar von manni94
16.01.2017, 06:54

@Dummtaler: ich wüsste nicht, was an meiner Aussage falsch wäre. Über die Höhe der Turbinen habe ich nichts geschrieben, sondern bezüglich Details auf Wikipedia verwiesen. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

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Es muss unterhalb eine Gewässers (See, Staudamm) liegen.

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