Welche Operationen können ambulant durchgeführt werden?

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8 Antworten

Der "Bundesverband für Ambulantes Operieren" hat auf seiner Homepage Eingriffe, sortiert nach Fachbereichen, die häufig unter ambulanten Bedingungen durchgeführt werden, aufgeführt.

Übersicht der Eingriffe siehe:

http://www.operieren.de/content/e3224/e308/e331/e359

Habe mir die Kalkschulter ambulant operieren lassen. Ich zähle mich zu den eher ungeduldigen Patienten die denken, da gehst du hin und hinter her ist alles so wie früher. Leider falsch und der Katzenjammer kam natürlich ! Ich glaube, so 2 - 3 Tage stationär können wir sicher alle durchhalten und das Gefühl, richtig betreut zu sein, ist bestimmt für den Heilungsprozess wirkungsvoll.

Viele.... ambulant kann sowohl in Lokalanästhesie als auch unter Narkose und es heißt einfach zum arzt, Operation und wieder nachhause. Mittlereweile können sooo viele Ops ambulant durchgeführt werden... die Liste ist endlos... Von CTS zu Hämorrhoiden, Pilonidalsinus, Varizen, Arthroskopien, Leistenbrüche, usw usf

Ich habe lange im ambulanten OP gearbeitet, und wir haben so ziemlich alles im Gelenkbereich gemacht. Bin hin zu Schlittenprothesen. Zunächst war halt immer die Frage, wie ist der Patient. Kann er mit Schmerzen umgehen, weil das muss er, wenn er nach ein paar Stunden wieder nach Hause geht. ausserdem musste klar sein, das man nur unter Vollnarkose operieren kann. (Das war nämlich oft ein Streitpunkt zwischen arzt und Patient.). Im Grunde könntest du alles ambulant operieren, wo danach keine Intensivpflege notwendig ist. Da viele Sachen ja auch nur noch endoskopisch gemacht werden, ist die Gefahr einer Wundinfektion viel geringer.

Unter „ambulantem Operieren“ versteht man nach offizieller Definition einen Eingriff, bei dem der Patient die Nacht vor und nach dem Eingriff in der eigenen häuslichen Umgebung verbringt (Bundesverband für ambulantes Operieren e. V.). In Deutschland wird das „ambulante Operieren“ als das Vorhalten einer eigenständigen organisatorischen Einheit definiert, die von der Ausstattung her die Eingriffe und insbesondere die Vor- und Nachsorge zu keiner Gefährdung des Patienten führen darf, die über die Risiken des stationären Aufenthalts hinausgeht. Die Qualität und die Sicherheit der ambulanten OP müssen der stationären Behandlung vergleichbar sein. Es gibt allerdings eine gesetzliche Regelung, die besagt, dass nicht alle eventuell möglichen ambulanten Eingriffe auch tatsächlich ambulant durchgeführt werden dürfen, wenn bestimmte Situationen oder Umstände vorliegen. So darf nicht ambulant operiert werden bei: 1. Fehlender Sicherstellung der Versorgung des Patienten im familiären bzw. häuslichen Umfeld oder die pflegerische Nachbetreuung. Diese sozialen Faktoren, die eine ambulante Versorgung postoperativ gefährden können sind: a) fehlende Kommunikationsmöglichkeit des Patienten im Fall von postoperativen Komplikationen und/oder b) fehlende Bereitschaft und Mitarbeit des Patienten, sich ambulant operieren zu lassen c) fehlende sachgerechte Versorgung im Haushalt des Patienten: z. B allein stehender Patient mit einer Wohnung ohne Minimalstandard (Heizung, Licht, Küche, Bad, Toilette), ohne Telefon, ohne einer Gewährleistung der Versorgung durch Angehörige

a) bei Bestehen von klinisch relevanten Begleiterkrankungen , z.B. aufgrund: - Marcumarisierung - Gerinnungsstörung - Koronarsyndrom - Herzinsuffizienz (III/IV Grades) - Anamnestisch maligne Hyperthermie - (relevante) Lungenfunktionsstörung - sonstige überwachungspflichtige Behandlung

bei besonderen postoperativen Risiken aufgrund von postoperativer Überwachungspflichtigkeit von mehr als 8 Stunden nach Beendigung des Eingriffs (z.B. kritischer endokriner oder metabolischer Status)

Schwere von Symptomen bzw. der Erkrankung, z.B. - Bewusstlosigkeit - Verwirrtheitszustand - Akute Lähmung - Akuter Sehverlust - Akuter Hörverlust - akute Blutung

Erhöhter Behandlungsaufwand, z.B. - Kontinuierliche intravenöse Medikation/Infusion - Kontinuierliche intensive Überwachungsnotwendigkeit - Kontinuierliche assistierte oder kontrollierte Beatmung - Bedrohliche Infektion, anhaltendes Fieber - Andere akute Funktionsstörungen - Gegenüber dem Regelfall sehr komplexe Eingriffe

Liegt bereits eines dieser Kriterien vor, so sollte eine stationäre Behandlung erfolgen.

Zusammenfassend müssen laut Katalog zum "ambulanten Operieren" medizinische und soziale Patientenkriterien, eingriffsspezifische und allgemeine Kriterien für die ambulante Durchführung einer Operation erfüllt sein.

Aktuell werden viele Eingriffe auch ambulant angeboten: entweder durch niedergelassene Ärzte oder durch Praxiskliniken oder als ambulante OP an großen Krankenhäusern einschl. Universitäten.

Über das Spektrum muß man sich informieren; nicht jeder bietet alles an.

Wichtig ist sicherlich, sich nach den Fallzahlen zu erkundigen: wenn ein Eingriff nur wenige Male im Jahr durchgeführt wird, sind meist Komplikationsraten und Langzeitergebnisse schlechter als bei Anwendern mit hohen Fallzahlen.

Abschließend ein Auszug aus dem möglichen ambul. OP-Katalog: - handchirurgische Eingriffe (Karpaltunnel-OP, Ganglion/Überbein-Entfernung, Dupuytren-OP) - unfallchirurgisch-orthopädische Eingriffe (Kniegelenkspiegelung, Metallentfernung) - allgemeinchirurgische Eingriffe (Krampfaderchirurgie, Leisten- und Nabelbruch, Appendektomie/Blinddarmentfernung, Gallenblasenentfernung laparoskopisch, Port-Anlage, Schilddrüseneingriffe) - gynäkologische Eingriffe (Konisationen/Gebärmutterhalseingriffe, Sterilisationen, kleinere Brusteingriffe) - urologische Operationen (Sterilisation, Phimosen) - sonstige Eingriffe (auch Dickdarmspiegelungen mit Polypenentfernungen können tw. als ambulante OP erbracht werden)

Bin gerade am 1.11. ambulant am Ohr operiert worden: habe ein Paukenröhrchen eingesetzt bekommen.

Die Frage wäre leichter wenn du nach stationären Operationen gefragt hättest. Mittlerweile kann man sehr viele OPs ambulant durchführen.

Eine Frage, bei der hier der Platz für eine Antwort fehlt. Aber Renate19 hat ja schon einiges genannt. Dickes Lob dafür.

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