Welche ökonomischen Folgen hätte das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE)?

... komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Das hängt sehr stark davon ab, wie das BGE finanziert wird und wie hoch es wäre.

Deine Befürchtung der Geldentwertung würde nur zutreffen, wenn das BGE quasi mit dafür gedrucktem Geld bezhalt werden würde. Das würde allerdings nicht gehen, da hierzulande nicht die Regierung, sondern die Zentralbanken das Geld "drucken".

Ein BGE würde immer auf irgendeiner Umverteilung basieren, entweder der schon bestehenden Sozialleistungen oder neu geschaffener Leistungen ( und damit neu zu erhebenden Steuern ). Die ökonomischen Folgen hingen dan wieder davon ab, wie hoch nun eigentlich das BGE ist. Und hat man eigentlich nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Entweder das BGE ist so hoch, dass niemand mehr wirklich arbeiten muss, dann kann man es nicht finanzieren bzw es würde zum ökonomischen Kollaps führen. Oder es ist lediglich eine Art Grundzuschuss, dann bist Du auch schon da, wo Du heutzutage mit Sozialhilfe und anderen Leistungen bist.

BGE-Modelle funktionierten meist nur in Ökonomien, die grosse Mengen an Geldern über Aussenhandel ins Land geholt haben ( Kanada, Ölförderstaaten ) oder in Entwicklungsländern, wo vereinzelte BGE-Modelle einen Grundzuschuss zum Leben darstellten und den Menschen dort Zugang zu solche Dinge wie Bildung und Gesundheitsvorsorge ermöglichten. ( Die hierzulande im grossen und ganzen umsonst sind und daher auch eigentlich eine Art BGE sind ). Das Modell welches momentan in Finnland in Diskussion ist, ist übrigens kein echtes BGE, sondern nur eine Art Subvention für schlecht bezahlte Berufe, um Arbeitslosen die Annahme von auch schlecht bezahlten Jobs zu ermöglichen. Das ist auch nicht viel anders als das Aufstocken unter Hatz4 hierzulande.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das fehlende bedingungslose Grundeinkommen ist das Faustpfand in den Händen der Arbeitgeber. Führt man es ein, dann ist deren Macht geschmälert, da sich dann zahlreiche Lohnabhängie nicht mehr die Schikanen, Ausbeutereien undRepressionen ihrer Herren bieten lassen. dies der Grund, warum es in D. so was nicht geben wird, alldieweil der hiesige Staat das Instrument des Kapitals ist.

Merke: der bürgerliche Staat ist der ideelle Gesamtkapitalist und von daher stets auf der Seite der Kapitaleigner (Kapitalisten)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Dazu kann man nur spekulieren. Es wurde ja noch nie umgesetzt; das ist das Problem

Es würde auf jeden Fall zu einer Senkung der Lohnnebenkosten kommen, was eher positive Auswirkungen auf Beschäftigung und Wirtschaftswachstum hätte.

Ansonsten muss man unterscheiden zwischen zwei Arten des BGE: Liberales BGE und linkes BGE.

Liberale Entwürfe eines BGE(z.B. der der finnischen Regierung) zielen auf eine Verkleinerung und Vereinfachung des Sozialstaats ab. Die BGE-Sätze hier liegen vergleichsweise niedrig, zwar über dem Existenzminimum, aber unter der Armutsgrenze. Die Kosten für das BGE übersteigen niemals die Kosten der Leistungen, die durch es ersetzt werden.

Dieses Modell hätte definitiv positive wirtschaftliche Auswirkungen: Es würde zu Bürokratieabbau und einer Senkung der Lohnnebenkosten führen. Außerdem wäre es finanzierbar, da die Steuererhöhungen zu seiner Finanzierung nicht übermäßig hoch wären und niemals mehr als eine Gegenfinanzierung von Abgabensenkungen darstellen würden.

Allerdings: Derartige BGE-Modelle sind unsozial, da die Sätze ja unterhalb der Armutsgrenze liegen. Damit wären zwei Generationen von Rentnern, die jetzige Rentnergeneration und die nächste, durch die Bank zur Altersarmut verdammt.

Die linken BGE-Modelle dagegen zielen darauf, jedem Bürger ein Leben ohne Armut zu ermöglichen. Entsprechend liegen die Sätze oberhalb der Armutsgrenze, in der Regel sogar deutlich.

Hier ergeben sich dann aber Finanzierungsprobleme. Es wären für diese Modelle deutliche Steuererhöhungen nötig, die weit über eine Gegenfinanzierung von Senkungen an derer Stelle hinausgehen würden. Zusammen mit der Möglichkeit, auch ohne Arbeit ein armutsfreies Leben zu führen, hätten wir hier einen enormen Moral Hazard: Es könnte ein Anreiz entstehen, sich überhaupt nicht mehr um Arbeit zu bemühen.

Auch die allgemeinen Auswirkungen dieser Steuererhöhungen auf die Wirtschaftslage(Steuerhinterziehung? Motivation? Rentabilität von unternehmerischer Tätigkeit?) dürften eher negativ ausfallen.

Beide Modelle des BGE hätten außerdem noch in Deutschland eine weitere negative Folge: Es würde in allen Fällen zu einer Abschaffung der gesetzlichen Rentenversicherung kommen. Das ist aber problematisch, da die Rentenansprüche dem Eigentumsschutz des GG unterliegen.

Deshalb müssten die schon erworbenen Rentenansprüche alle ausgezahlt werden, zusätzlich zum BGE. Das würde einer Mehrfachbelastung für mehrere Jahrzehnte hervorrufen. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Es hätte zur Folge, daß Arbeitgeber kaum noch Druck auf Arbeitnehmer ausüben könnten. Das wäre genau so, als gäbe es plötzlich kein Arbeitslosenheer, mit dem man den Arbeitnehmer unter Druck setzen kann und Löhne drücken kann. Genau deshalb wird sich bei den Lobbyverbänden dafür euch nie eine politische Mehrheit finden.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

ich bin kein Ökonom, lese aber gelegentlich den ein oder anderen Blog, der sich auch mit diesem Thema auseinandersetzt 

also ich bin ja prinzipiell auch als eher liberal gesinnter Mensch Befürworter. Wie hat jemand so schön gesagt, dann bedeutet arbeitslos, dass man die Arbeit los ist.

Funktioniert aber halt nur, wenn man dann Anreize schafft, für Jobs die keiner machen will... und genau da wird der "Knackpunkt" liegen... das System würde sich grundlegend vllt rechnen nur durch die Einsparungen an Bürokratie...  allerdings müsste man die Jobs wo man heute gerade so an der Armutsgrenze lebt... subventionieren...  wodurch das ganze schon nen faden beigeschmack bekommt... weder die gesellschaft, noch die wirtschaft sind bereit für dieses konzept

mal aus der sicht des laien :)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hallo Nebularaza

Nein würde es nicht.Das bedingungslose Grundeinkommen läuft in Richtung 

Fixkosten.Dadurch wird die Null-Linie verhindert und die Pluslinie hält 

Einzug.Wer da jetzt noch gegenanstinkt hat nicht mehr alle Latten am Zaun 

und von nichts eine Ahnung.Gegenanstinken wäre eine sehr schlimme 

Krankheit.Unternehmer benötigen Fixkosten damit der Endpreis eines 

Produktes festgelegt werden kann.

Unter Fixkosten fallen auch die Arbeitnehmer Löhne und Rentenbezüge.

Dadurch kann der Bund viel besser kalkulieren als bisher.

Grundeinkommen dazu gehört auch die Grundrente die vom Sozialamt 

bezahlt wird.

Grundrente ist eine Lebensgrundversorgung die Menschen benötigen Ihre 

Fixkosten bezahlen zu können.

Wird jetzt die Rente erhöht sackt sich das Sozialamt diese Erhöhung ein.

Rentenerhöhungen stehen den Menschen zu die Anspruch auf die 

Lebensgrundversorgung haben.

Damit nicht diejenigen sich die Erhöhungen einsacken wo Sie keinen 

Anspruch darauf haben wäre folgende Lösung äußerst praktikabel.

Rente in welcher Form auch immer hat der zuständige Rententräger das 

sagen.Die Vorgaben und Verteilung der Renten obliegt dem Rententräger und 

 sind somit geregelt.

Jobbörse und Sozialamt sind lediglich Verwalter,da die Gelder vom Bund und 

Steuerzahler bezahlt werden. Die Gelder von den 

Steuerzahlern haben auf Anweisung des Rententrägers die 

unverzügliche Auszahlung an Bedürftige vorzunehmen.Das gleiche gilt für 

das Sozialamt.Sozialamt und Jobbörse unterstehen dem Rententräger.

Damit der Steuerzahler auch die Möglichkeit hat die Fixkosten selbst zu 

kontrollieren gibt es den Bund der Steuerzahler.

Der Bund der Steuerzahler kontrolliert die Renteneinnahmen.

So ist zukünftig gewährleistet das Menschen die Anspruch auf Leistungen 

haben auch unbürokratisch bekommen.

Bei dem Wort Oberste Finanzbehörde bekommen sehr viele Menschen 

berechtigt Wutanfälle.Sowas muss nicht sein.Das schmälert lediglich die 

Arbeitskraft.

Auch hier hat der Bund der Steuerzahler und die deutsche Wirtschaft das 

sagen.

Gruß Ralf

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?