Welche Noten, aus welchem Schuljahr, werden zur Berechnung des Schnitts des schulischen Teils der Fachhochschulreife (BW) herangezogen?

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2 Antworten

Ich habe vor einigen Jahren auch ein dreijähriges Gymnasium in Baden-Württemberg besucht und dort die Fachhochschulreife erworben.

Es werden nur Noten der ersten Jahrgangsstufe, also was Klasse 12 entspricht herangezogen. Es werden für das Zeugnis nicht unbedingt alle Noten berücksichtigt. Da gibt es genaue Vorgaben. Die Schule wählt nach diesen Vorgaben dann die Kurse so aus, dass für dich die bestmögliche Note rauskommt.

Du musst allerdings berücksichtigen, dass du mit dem Schulbesuch dann erst den schulischen Teil der Fachhochschulreife vorweisen kannst. Um dir das Zeugnis der Fachhochschulreife ausstellen zu lassen, musst du z.B. noch ein längeres Praktikum, eine Berufsausbildung mit einer bestimmten Dauer oder eine berufliche Tätigkeit über einen bestimmten Zeitraum nachweisen.

Wie genau die Notengebung funktioniert und wie du alle Anforderungen erfüllst, kannst du bei der Schule nachfragen oder in den entsprechenden Gesetzestexten nachlesen.

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Kommentar von sgnd09
18.05.2017, 11:42

Korrektur: Es müssen nicht unbedingt die Noten aus Klasse 12 sein. Es müssen aber die Noten aus "zwei aufeinanderfolgenden Schulhalbjahren" sein.

§ 2

Schulischer Teil der Fachhochschulreife

(1) Für den schulischen Teil der Fachhochschulreife sind folgende Leistungen nachzuweisen:

1.

In zwei Kernfächern, darunter im allgemein bildenden Gymnasium
mindestens einem Pflichtkernfach und im beruflichen Gymnasium dem
Profilfach, müssen je zwei Kurse belegt und bei einfacher Wertung
mindestens 20 Punkte erreicht sein. Zwei der vier anzurechnenden Kurse
müssen bei einfacher Wertung mit mindestens fünf Punkten abgeschlossen
sein.


2.

In weiteren Fächern müssen elf Kurse belegt und bei einfacher Wertung
zusammen mindestens 55 Punkte erreicht sein. Sieben der elf
anzurechnenden Kurse müssen bei einfacher Wertung mit jeweils fünf
Punkten abgeschlossen sein.

Jede Schülerin und jeder Schüler legt für alle anzurechnenden Kurse
einheitlich die zwei aufeinanderfolgenden Schulhalbjahre fest, aus denen
die Kurse angerechnet werden. Mit der Note »ungenügend« (0 Punkte)
bewertete Kurse gelten als nicht belegt. Themen- oder inhaltsgleiche
Kurse können nur einmal berücksichtigt werden.

(2) Unter den nach Absatz 1 anzurechnenden Kursen
müssen folgende Fächer oder Fächergruppen mit je zwei Halbjahreskursen
aus einem Fach enthalten sein:

1.

Deutsch;


2.

Englisch, Französisch, Latein oder eine andere Fremdsprache; die Kurse
müssen zur Erfüllung der Mindestverpflichtung in der Fremdsprache dienen
können;


3.

Mathematik;


4.

Geschichte, Gemeinschaftskunde oder Geschichte als Kombinationsfach;


5.

Biologie, Chemie, Physik, Agrarbiologie, Biotechnologie oder Ernährungslehre mit Chemie.

Außer den in Satz 1 genannten Fächern und Kursen können nach Wahl des
Schülers aus weiteren Fächern höchstens je zwei Halbjahreskurse
angerechnet werden.

(3) Für die staatlich anerkannten Abendgymnasien
gelten die Absätze 1 und 2 mit der Maßgabe, dass in den weiteren Fächern
nach Absatz 1 Nummer 2 sechs Kurse belegt und bei einfacher Wertung
mindestens 30 Punkte erreicht sein müssen. Vier der sechs Kurse müssen
bei einfacher Wertung mit jeweils mindestens fünf Punkten abgeschlossen
sein.

(4) Am Deutsch-Französischen-Gymnasium Freiburg
werden die Voraussetzungen für den schulischen Teil der
Fachhochschulreife mit der Versetzung von der Klasse 11 (Première) in
die Klasse 12 (Terminale) erfüllt.

(5) Die im schulischen Teil der
Fachhochschulreife erreichte Gesamtpunktzahl von mindestens 95 und
höchstens 285 Punkten, die sich auf der Grundlage der in den
anzurechnenden Kursen erreichten Punkte ergibt, wird nach der in Anlage 1
beigefügten Formel errechnet; die erzielte Durchschnittsnote wird nach
der in Anlage 2 beigefügten Tabelle ermittelt. Für die Festlegung der
Durchschnittsnote des am Deutsch-Französischen Gymnasium erworbenen
schulischen Teils der Fachhochschulreife wird der im Versetzungszeugnis
nach Absatz 4 ausgewiesene allgemeine Durchschnitt von mindestens 6,0
und höchstens 10,0 Punkten nach der in Anlage 3 beigefügten Tabelle in
eine Durchschnittsnote übertragen.

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Hallo,

das ist wirklich eine komplizierte Frage, bei der man sich in der Prüfungsordnung auskennen muss. 

Tatsache ist, dass du die Fachhochschulreife erhältst, wenn du durch die Hochschulreife durchgefallen bist und danach noch ein paar Hundert Praxisstunden absolvierst.

Um aber herauszufinden, welcher Schnitt dann zählt, würde ich die Schulleitung deiner Schule bitten, einmal die Prüfungsordnung genau zu wälzen.

Viele Glück!

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