Welche natürlichen Stoffe kann man zum Tätowieren nehmen?

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4 Antworten

Mit „Ötzi“ fanden Forscher in den Alpen den eindeutigen Beweis, dass
Menschen sich vor 5200 Jahren mit Farbe die Haut markiert haben. Am
Körper des Eiszeit-Mannes fanden sich 57 Striche und Kreuze, die
vermutlich mit Ruß und einem spitz gefeilten Instrument unter die Haut
geritzt wurden.
Interessant ist jedoch, dass Ötzi vor allem an Stellen
markiert ist, die gegen eine ästhetisch-rituelle Funktion sprechen.
Neueste Theorien besagen, Ötzi habe wahrscheinlich Rückenschmerzen
gehabt – so zumindest lassen die Abnutzungen der Gelenke vermuten – und
habe sich dort markiert, wo Schmerzbehandlungen durch Nadelstiche
angesetzt werden müssten. Die Stellen der Markierungen entsprechen
erstaunlich genau den Punkten, die in der heutigen Akupunktur genutzt
würden. Es stellt sich also die Frage, ob Ötzi ein Fan von
Naturheilkunde war? Tätowiert war er aber auf jeden Fall.

Bereits in den 1920er Jahren fanden britische Archäologen ägyptische
Mumien in Theben, die ebenfalls unter die Haut gestochene Markierungen
aufwiesen. Amunet, eine Priesterin der Göttin Hathor etwa, die am ganzen
Körper deutlich erkennbare und vermutlich aus rituellen Gründen
angebrachte Muster aus Strichen und Punkten trug. Forscher glauben,
Priesterinnen nutzten die Tätowierungen dazu, sich mit ihrer Gottheit
rituell zu verbinden und etwa für Geburten oder gegen Krankheiten Schutz
zu erbitten. Die Tätowierungen sind also so etwas wie permanente
Schutzamulette, die sowohl ästhetische als auch rituelle Funktion
hatten. Die gefundenen Mumien, wie die Amunets, wurden auf die elfte
Dynastie datiert und sind entsprechend über 4000 Jahre alt. Ähnliche
Markierungen fand man auch bei nubischen Mumien der selben Zeit und auch
Darstellungen lybischer Priester zeigen Tätowierungen – ein eindeutiges
Zeichen für die weite Verbreitung des Brauches in Afrika.

Die ersten Bild-Tätowierungen hingegen fanden Forscher in Gräbern des
eurasischen Reitervolkes der Skythen im heutigen Sibirien. In den
Altaibergen entdeckte man einen 2400 Jahre alten Krieger, dessen Körper
mit extensiven Tattoos von mythischen Tierwesen verziert war. In der
skythischen Kultur galten Tätowierungen als Zeichen von Stärke und
Macht, wodurch sich auch die mythologischen Tiermotive erklären, deren
Kraft auf den Träger übergehen sollte.

Mit dem Siegeszug des christlichen Glaubens in Europa wurde die
Notwendigkeit der Zugehörigkeitsmarkierung immer unwichtiger und so
erließ die Kirche im Jahr 787 n. Chr. ein Verbot der Tätowierungen, mit
dem der „heidnische Brauch“ bekämpft werden sollte. In der Bibel stand
schließlich geschrieben: „Sie sollen an ihrem Leib kein Mal stechen“
(Moses 2, 21:5). Laut des Edikts von 787, das zumindest in offizieller
Deutung bis in die Neuzeit Gültigkeit hatte, war das „Punktieren der
Haut“ Blasphemie und somit strikt verboten – mit Ausnahme von Christen,
die als Minderheiten unter Verfolgung litten und die Symbole zur
Markierung ihres Glaubens nutzten. Berühmtestes Beispiel – neben den
bereits erwähnten Kreuztätowierungen der Kopten – ist die Eroberung des
christlichen Bosniens im Jahre 1463 durch die Osmanen. Die türkischen
Eroberer verschleppten christliche Jungfrauen und zwangen sie in den
islamischen Glauben. Um die Frauen vor der Konversion zu bewahren und
Missbrauch oder Verschleppung vorzubeugen, begannen die gläubigen
Christen damit, junge Mädchen mit deutlich sichtbaren Tätowierungen zu
markieren. Die Kreuze, Heiligenbilder und Bibelverse waren oft auf
Armen, Händen, der Brust und in Extremfällen der Stirn angebracht. Diese
Tradition, nach der die Motive mit einfachen Nadeln und Farbe aus
Holzkohle, Ruß und der Muttermilch von Frauen mit Söhnen gestochen
werden mussten,
hielt sich in der Region bis zum Ende des 19.
Jahrhunderts aus dem Glauben, so die Islamisierung aufzuhalten.Quelle:http://wortraub.com/?p=3347

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Ötzi war kein Urmensch. Lucy war ein Urmensch ;)

Hauptsächlich wurden Pflanzenfarben verwendet, aber sicher auch Ruß und dergleichen. 

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Die waren oft alles andere als unbedenklich, wurden zumeist Ruß, fein zerriebene Holzkohle und farbige Mineralien, darunter auch schwermetallhaltige verwendet.

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Die schwarze Farbe war damals die selbe wie heute: fein gemahlener Kohlenstaub.

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