Welche Nachteile hat es, aus der Kirche auszutreten?

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Die Beerdigung wird in der Regel durch ein Beerdigungsinstitut erledigt.

Modernere sind sowohl auf religiöse als auch auf atheistische Beerdigungen eingestellt. Das macht bei den Kosten zunächst keinen Unterschied.

Der einzige Unterschied besteht darin, dass bei der Trauerfeier und Grablegung kein Pfarrer dabei ist. Wie man die Trauerfeier atheistisch gestaltet, ist dann jedem selber überlassen. Bei den Beerdigungen meiner Eltern trugen die Enkel jeweils Texte vor und machten Musik. Selbst Hardcore-Katholiken mussten hinterher zugeben, dass das richtig schöne Beerdigungen waren, die die Toten angemessen geehrt hätten.

Wenn dich nur die Kirchensteuer noch an Kirche bindet, kannst du ebenso gut austreten. Dann hast du den Vorteil, Geld gespart zu haben.

Wenn du nur in der Kirche bleibst, um kirchlich heiraten zu können oder kirchlich beerdigt zu werden, müsstest du dich fragen, warum du das überhaupt noch willst. Geht es bei der Hochzeit nur um Äußerlichkeiten, solltest du es lassen, es trifft nicht den eigentlichen Sinn einer christlichen Eheschließung. Eine christliche Ehe wäre eine Farce, wenn man erst kirchlicn heiraten würde und Gebete spricht, Versprechen abgibt und innerlich schon entschlossen ist, danach auszutreten. Mit dem Glauben an Gott hat das nichts zu tun.

Die Kirche geht davon aus, dass jemand, der mit Kirche nichts mehr zu tun haben will, auch mit Gott nichts mehr zu tun haben. Sie sieht den Kirchenaustritt als Glaubensabfall und respektiert die Wünsche dieser Menschen bis in den Tod - wenn nichts anderes verfügt wird.

Wenn du evangelisch bist, heiratest du gültig vor dem Standesamt - eine kirchliche Trauung ist nicht notwendig. Die Gültigkeit deiner Ehe ist also nicht in Gefahr, wenn du aus der ev. Kirche austrittst. Jeder Verstorbene bekommt auch ein Begräbnis, da brauchst du keine Sorgen zu haben. Die meisten Friedhöfe sind keine kirchlichen, sondern gehören der Stadt bzw. der Gemeinde. Und die kirchlichen Rituale bei einer Beerdigung dürften dir ja ohnehin nicht wichtig sein.

Wenn du katholisch bist, heiratest du gesetzlich gültig vor dem Standesamt und bleibst auch nach einem Kirchenaustritt gesetzlich gültig verheiratet mit allen Rechten  und Pflichten.  Vor der Kirche ist die Ehe allerdings nicht gültig, denn dazu bedarf es der kirchlichen Trauung. Bei Katholiken ist die Ehe ein Sakrament und deshalb auch unauflöslich. Ein Kirchenaustritt nach einer kirchlich geschlossenen Ehe ändert nichts daran, dass diese einmal gültig geschlossene Ehe unauflöslich bleibt. Solltest du also nach einer Scheidung zivil wieder heiraten und danach  irgendwann wieder in die Kirche eintreten, könnte die zweite Ehe nicht als gültig anerkannt werden.

Nach Abwägen aller Überlegungen wäre bei einem Kirchenaustritt nur der "weltliche" Nachteil, auf Rituale verzichten zu müssen. Der weltliche Vorteil aus der Sicht der Austretenden wäre Einsparen der Kirchensteuer und ein freies Leben ohne die Weisungen der Kirche. Aus weltlicher Sicht macht es auch nichts, Rituale zu kassieren und nachher auszutreten. Gott zu verlieren ist allerdings nie ein Vorteil, sondern größtes Unglück.

Wenn du aber im Herzen gläubig bist und nur der  Kirche kritisch gegenüber stehst oder auch nur Geld sparen möchtest, wäre es besser,
nicht auszutreten. Man kann sicher bezüglich Kirchensteuer anderer Meinung sein, sollte aber letztlich bedenken: Ohne Kirche ist auch Christus nicht zu haben, denn er wirkt durch sie in der Verkündigung und den Sakramenten. Er hat sie gewollt und gegründet und die Schwächen und Fehler der Amtsträger und Mitglieder dabei in Kauf genommen. Deshalb braucht Kirche eher Begeisterung und weniger Kritik, durch die nichts besser wird.

Man kann auch kirchlich heiraten, ohne Mitglied zu sein, man muss nur den Pastor/Priester überzeugen warum man das will (ihm also einen von Gott erzählen) und dann geht das schon ;) 

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Nicht mehr beerdigt werden O.O was meinst Du, was mit den 40% der Deutschen passiert, die in keiner der Kirchen sind? Müllhalde??? Klar wird man noch beerdigt. Es wird nur keiner mehr vorbei kommen um irgend was christliches zu sülzen...

Handfeste Nachteile bietet es, wenn Du in einem Sozialen/Medizinischen/Schul-Beruf arbeiten willst. Da darf man dich fristlost kündigen, wenn Du austritst (macht man natürlich nicht immer, es herrscht ja Mangel) und das obwohl die Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser die ein Schild "christlich" an der Tür haben meist 95-100% staatlich finanziert sind. Zu dieser staatlich geförderten Diskriminierung Andersdenkender kannst Du hier viel lesen: www.gerdia.de jeder 2. Job in der Pflege und im Krankenhaus ist unter Kirchlicher "Trägerschaft".

Vorteile? Für dich: Du sparst viel Geld. Selbst wenn Du nur die Hälfte davon sinnvollen Hilfsorganisationen spendest wird mehr Menschen geholfen als vor deinem Austritt. Weitere Vorteile für die Gesellschaft wären, daß die Kirchen sich nicht mehr so sehr in die Politik einmischen können. Die nutzen ja jeden der zu faul ist auszutreten als Argument, wieviele Leute in der Gesellschaft ihrer Meinung sind, mischen sich in die Gesetzgebung, Ethikräte, etc. ein und das kann nicht im Interesse eines klar denkenden Menschen sein, der über einen Austritt nachdenkt.

Mein Tip: Es ist ja bald "Hasenfest", da gibt es in manchen Städten immer wieder Austritts-Partys. :-D

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