Welche Musikrichtungen sind bei den Menschen unbeliebt und warum?

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Hallo Lena,

das ist eine sehr interessante Frage.

Zuerst einmal ist es auch heute noch so, dass die Menschen auf die geltende Harmonik festgelegt sind, die etwa aus dem 17. Jahrhundert stammt. Also Tonarten auf der einen Seite, Misstöne, die eben als solche wahrgenommen werden, auf der anderen Seite.

Misstöne - atonal. "Das klingt doch völlig falsch!" Als Schreckgespenst hier zuallererst das Wort "Free Jazz". Stimmt halt auch. Obwohl die meisten, die das rufen, noch nie welchen gehört haben. Völlig in Vergessenheit geraten: Avantgardistische Musik. Wer kennt noch die berühmtesten Komponisten dieser Richtung: Stockhausen und Schönberg? Im Zusammenhang damit 12-Ton-Musik. Auch ein altes Schreckgespenst. Heute vergessen.

Auf der großen anderen Seite, der oben erwähnten HARMONISCHEN Musik, gibt es den breiten Einwand der Verkitschtheit, des allzu Süßlichen. An den deutschen Schlagern und der Volksmusik nerven viele vor allem die Texte.

Noch blöder die Texte der Rapper. Vor allem Deutschrapper werden als nervig empfunden, weil sie von den Deutschen VERSTANDEN werden. "Reim dich, oder ich schlag dich." Die untergelegte Musik wird als zu primitiv empfunden.

Musik, die keine Dynamik hat, nicht zu Bewegung auffordert, ist heute ungewohnt: Marschmusik.

Opernarien mit überbildeten Tenören und Sopranistinnen sind nicht tanzbar, zu kompliziert und die Stimmen unnatürlich.

Positiv gesehen läuft es auf folgendes hinaus: Die alten Beatles-Songs von Lennon/McCartney findet zum Beispiel jeder gut. Hübsche, einfallsreiche Melodien, dynamisch vorgetragen. Wird von Rappern und Chartshörern offiziell abgelehnt, aber wenn man hinguckt, hellen sich die Gesichter auf, und die Füße wippen unwillkürlich mit.

So weit, so unsystematisch. Das ganze ist ein hochwissenschaftliches Thema.

Schönen Gruß vom Hardjazz- und Freejazzhörer

WG

Die Frage ist eigentlich leicht zu beantworten: unbeliebte Musikstile korrelieren mit musikalischer Bildung, umgekehrt niedrige musikalische Bildung toleriert eher unbeliebte Musikstile.

Die Hitparade unbeliebter Musikstile führt der Schlager mit mehr als 60% an. Es ist die sogenannte vorkonfektionierte Dutzendware, die mit festgelegten Schemata auf Ablehnung stößt. Es sind Töne, die Überraschungen ausschließen, die im Fall von Schlager besonders in seiner volkstümlichen Abart, bei vielen Hörern mit musikalischer Vorbildung Ohrenkrebs verursachen.

Kurzum: je weniger Kreativität ein Musikstil zulässt, desto eher wird er von musikalisch Gebildeten abgelehnt. Unser Hirn möchte auch beim Hören gefordert werden. Hören kann man lernen.

Schon die Musikhistorie zeigt, dass dies auch über die Zeiten gilt. Der berühmte Wagner-Akkord war zur Zeit seiner Entstehung Ende des 19. Jahrhunderts revolutionär. Ein Jahrhhundert früher wäre er als Fehler wahrgenommen worden, weil zu dissonant. Vor dem Hintergrund von Free Jazz und experimenteller Musik klingt er heute den meisten harmonisch.

Jeder hat einen anderen Geschmack aber ich mag zum Beispiel gar keinen Schlager und Deutschrap.

LG Anna

Da es für jede Musikrichtung Fans gibt, ist diese Frage unsinnig.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Ich denke, dass das schwer zu sagen ist.

Immerhin hat jeder seinen eigenen Geschmack & jedes Genre/jede Musik hat seine Fangemeinde, sonst würde es dieses Genre wohl nicht/nicht mehr geben.

Was ich persönlich ganz ganz schlimm finde, sind diese Ballermann Songs. Schlager mag ich auch nicht besonders, aber da gibt es wenigstens noch Songs, die man sich anhören kann. (Soll nicht heißen, dass die Musik schlechter ist als das, was ich höre. Ich mags einfach nicht besonders)

Woher ich das weiß:Hobby – Ich beschäftige mich viel mit Musik/K-Pop & Serienjunkie

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