Welche Möglichkeiten bestehen, einen alkoholkranken Menschen einweisen zu lassen?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Guten morgen, Ich bin selber eit nunmehr 18 Jahren trockener Alkoholiker und weiß um die Problematik dieser Sucht. Für eine Zwangseinweisung sind die Vorraussetzungen gegeben da die Person für sich und andere eine Gefahr darstellt. Um die exakte Vorgehensweise zur Einweisung sollte die Caritas in Ihrer Nähe wissen. Gehen Sie dort hin, Sie oder die nächsten Angehörigen und lassen Sie sich beraten. Die Caritas hat immer einen Tag in der Woche, bei uns Dienstags freie Sprechstunde. Man wird Ihnen ein Stück weiterhelfen.

Das ist die eine Seite, die andere ist die: " Wenn die betroffene Person sich nicht helfen lassen will und nicht zu seinem Suchtproblem steht ist jede Therapie sinnlos, ein Kampf gegen Windmühlen. Man wird Ihn zwangseinweisen und wenn dan die Einsicht nicht kommt wird er oder Sie nach der Therapie weiter saufen.

Ich habe nach meiner Sucht und erfolgreicher Therapie sehr lange in der Suchtselbsthilfe gearbeitet und gebe folgende Ratschläge die allerdings greifen können, nicht müssen. Versuchen Sie der Person zu vermitteln das der Weg zur Selbseinsicht ein Zeichen von enormer Stärke ist auf die man stolz sein kann. Sollte das nicht funktionieren dann lassen Sie die Person spüren in welchen " Dreck" er sich rumsuhlt. Das hört sich jetzt hart an und ist für Sie nicht nachvollziehbar. Man nennt das " Helfen indem man nicht mehr hilft". Sie und die Angehörigen sollten sich um sich selber kümmern und die Person ignorieren. Wenn Sie sich für diese Person auch noch aufreiben können Sie garnichts mehr tun. Schlimmer wie es aktuell ist kann es ja nicht mehr werden. Ganz platt gesagt, wenn er bemerkt wie jämmerlich er sich in seiner eigenen Scheiß.... wälzt kommt vielleicht die Selbsterkenntnis. Aber als erstes zur Caritas vor Ort, das ist der beste Start. Ich wünsche alles Gute

Beste Antwort! Gibt eigentlich nichts dazu zu sagen. Auf den Punkt gebracht: Als erstes unbedingt professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Auf keinem Fall Mitleid zeigen! Zweitens vor Augen führen das er sich und seine Mitmenschen kaputt spielt. Begreifbar machen, es gibt einen bzw. mehrere Auswege aus dieser Situation herauszukommen. Nein eigentlich nur einen - nicht mehr saufen. Und das geht in diesem fortgeschrittenem Stadion nur noch, wenn die betroffene Person Hilfe annimmt. Sprich sich einer Behandlung unterzieht. Wenn das alles nicht hilft, dann kommt der schwierigste Weg für Alle Beteiligten. Bevor seine Sucht euren Alltag bestimmt, ihr noch in eine Co- Abhängigkeit geratet (deswegen auch professionelle Hilfe holen) muß der Betroffene seinen gewählten Weg allein weiter gehen. Manchmal hilft dies den Betroffenen, manchmal nicht, wenn sie so weiter machen wollen. Dann kann sie auch keiner von diesem Weg abringen. Dann gehen sie bis in den Untergang. Und diesen Weg sollten sie dann alleine gehen! So hart das auch klingen mag. Zwangseinweisungen werden nur dann genehmigt, wenn der Betroffene für sich und die Umwelt zur Gefahr wird.

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Das Problem bei Alkoholikern ist eben genau das, dass man ihnen nicht helfen kann! Wenn sie nicht selbst einsehen (was die meisten eben nicht tun), dass sie Hilfe brauchen, dann kann man nichts tun.. Wenn man mit ihnen darüber redet bzw. sie direkt darauf anspricht, dann blocken sie total ab, werden zum Teil sogar aggresiv. Aufpassen müssen aber auf jeden Fall auch die Angehörigen! Irgendwann MUSS man einfach auch an sich selbst denken (so egoistisch es auch klingen mag). Auf die Dauer ist das nämlich für die Psyche nicht sehr von Vorteil. Außerdem sollte man wirklich aufpassen, dass man nicht zum Co-Alkoholiker wird!

In diesem Fall sind die Voraussetzungen für eine Zwangseinweisung gleich mehrfach erfüllt. Die Androhung, sich das Leben nehmen zu wollen, wäre schon mal der erste Grund. Der Zweite, wenn Andere gefährdet werden. Und genau so heißt es auch bei den so genannten Psych.- KG´s, (Paragraphen für Psychisch Kranke), wenn jemand eine Gefahr für sich selbst und/oder Andere darstellt, ist eine sofortige Zwangseinweisung möglich. Jeder praktizierende Dr. med. kann dies beantragen und s dauert in der Regel nicht lange, wenn dies tagsüber geschieht und der Betreffende wird per Krankenwagen, wobei die Polizei ihm dann beim Einsteigen behilflich ist, in das nächste LKH gefahren. Das man ihn hat schon mal laufen lassen, kann nur daran gelegen haben, dass es z. B. Wochenende war, oder zu einer Urzeit, wo die Behörden bereits Feierabend hatten. So war der Arzt im LKH nicht in der Lage, für ihn dieses Psych.-KG zu beantragen. Und ohne diese Zwangseinweisung, wäre es Freiheitsberaubung. Man hätte nur dann einen Grund ihn auch ohne dieses Papier festzuhalten, wenn er als hilflose Person gelten würde. So lange er aber noch in der Lage ist, sich auszudrücken und laufen kann, darf man ihn ohne dieses Psych.-KG nicht festhalten. Ich weiß nicht, ob das auch heute noch so ist, aber in den ´70ern wurde dieses Psych.-KG immer vom Amt auf 2 Monate ausgestellt, was der behandelnde Arzt immer um weitere 4 Monate erhöhte. Jedoch konnte dieser Arzt nach Ablauf der 2 Monate dann selbst entscheiden, wieviel derjenige dann von den erweiterten 4 Monaten abmachen musste. Alkoholiker wurden in der Regel wieder nach 3 einhalb Monaten entlassen und bei Drogenleuten war es einen Monat mehr. Dies galt aber nur bei guter Führung und für NRW.

Danke für die Antwort.

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