Welche Maßnahmen der angebotsorientierten Wirtschaftspolitik werden z.Z. verwendet?

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2 Antworten

Es werden derzeit genau zwei Maßnahmen angewendet, die man im Allgemeinen der angebotsorientierten Wirtschaftspolitik zurechnet: Erstens der Abbau von Sozialleistungen, zweitens das Privatisieren öffentlicher Unternehmen. Tatsächlich fordert aber die a~ W~ genau deshalb den Abbau von Sozialleistungen, weil dadurch geringere Steuern realisiert werden können, weswegen der Schaden bei ärmeren Schichten durch höhere Beschäftigungsquote und geringere Lebenshaltungskosten ausgeglichen werden soll. Bei uns wird die geringere Auszahlung der Gelder durch Vergrößerung des bürokratischen Apparates mehr als ausgeglichen, so dass kein Vorteil entstehen kann.

Die Privatisierung wird nur gefordert, um für größeren Wettbewerb zu sorgen und um die Steuerbelastung der Bürger duch komplett unrentable Betriebe zu verhindern. Bei uns wird hingegen so privatisiert, dass ein Wettbewerb weiter ausgehebelt bleibt und vertraglich wird festgelegt, dass eventuelle Kosten trotz Privatisierung vom Steuerzahler getragen werden.

Alle ergriffenen Maßnahmen entsprechen also nicht wirklich der a~ W~.

Falls Du die Antwort für eine Hausarbeit brauchst, schau nochmal in die Bücher und definiere Angebot, vielleicht kommst Du drauf. Wie wäre es z.B.mit Abwrackprämie? Aber lieber selbst lernen, Nieten haben wir schon genug.

kleinenixe 05.09.2009, 19:13

Keine Angst, bei dem Thema kenne ich mich aus. Die Abwrackprämie ist übrigens eine Maßnahme der nachfrageorientierten Wirstchaftspolitik. Da aber weder wir, noch unser Lehrer im Poltikkurs auf aktuelle Maßnahmen der ANGEBOTSORIENTIERTEN Wirtschaftspolitik gekommen sind, haben wir uns entschieden alle noch mal im Internet zu recherchieren. Und danke, ich mache Abi und bin also nicht blöd.

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Sally19980 05.09.2009, 22:29
@kleinenixe

Sorry, wollte Dich nicht beleidigen, aber was hier manchmals so läuft, na ja! Abwrackprämie Nachfrageorientiert, ach ja, und wer sollte da wohl gefördert werden? Doch wohl die Autoindustrie, also Angebot. Bin aber nur Dipl.Volkswirt Merke, jedes Ding hat 2 Seiten

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lks72 06.09.2009, 10:34
@Sally19980

Hallo Sally19980,

wenn du alles, was der Angebotsseite nutzt, als entsprechende Wirtschaftspolitik benennst, dann ergibt der Begriff angebotsorientierte Wirtschaftspolitik keinen Sinn, da er überflüssig ist. Die Frage ist doch eher, ob diese sogenannte Abwrackprämie AUCH der Nachfrageseite nutzt. Da ich die Prämie für "dummes Zeug" halte, habe ich mich auch nicht wirklich mit den Wirkungen auseinandergesetzt, aber ich glaube zu wissen, dass der Preis für die Neuwagen nicht wirklich gestiegen ist, das heißt, die Prämie kam zum großen Teil wohl wirklich den Verbrauchern zugute.

Gruß, Marco.

p.s. Man korrigiere mich, wenn ich falsch liege, ich bin nämlich nur ein dummer Mathematiker, habe also von Wirtschaft keine Ahnung.

p.p.s. Man streiche das Wort "dummer".

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Sally19980 06.09.2009, 11:24
@lks72

Die Abwrackprämie kommt nur vordergründig der Nachfrageseite zu gute. Ziel ist der Absatz der Autoindustrie und deren Zulieferer. Auch ich halte das Ganze für Blödsinn. Ist jedoch auch gut für die Staatseinnahmen, da die Prämie durch die zu zahlende MWST mehr als aufgefangen wird. Aber mir ist noch ein Beispiel für den/die Fragestellerin eingefallen. Denk mal über die erneuerbaren Energien nach.

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enderlin 07.09.2009, 16:00
@Sally19980

@Sally19980,

ich muss diesen Ausführungen leider komplett widersprechen. Die Angebotsorientierte NWirtschaftspolitik hat eine Kernforderung an die Politik, aus der sich diverse Unterforderungen ableiten lassen. Die Kernforderung besteht darin, verlässliche und langfristige Rahmenbedingungen zu stellen und Eingriffe des Staates in den Wirtschaftsprozess zu unterlassen, insbesondere, wenn sie kurzfristig sind oder sich zumindest nicht in ihrer Auswirkung langfristig kalkulieren lassen. Schon bezüglich dieser Kernforderung ist die Abwrackprämie offensichtlich nicht angebotsorientiert.

In den Unterforderungen widerspricht die Abwrackprämie dann noch den Forderungen nach Stärkung des Wettbewerbs, Abbau von Subventionen, Deregulierung und Abbau der Staatsverschuldung.

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enderlin 08.09.2009, 17:17
@Sally19980

Auch hier möchte ich vorsichtig widersprechen. In (fast) jedem Einzellfall übersteigt zwar die eingenommene Mehrwertsteuer den Zuschuss zum Abwracken, aber es wäre nur dann sicher, dass der Staat einen guten Schnitt macht, wenn alle Käufer ansonsten kein Auto gekauft hätten (auch verzögert nicht) und ihr Geld stattdessen auch nicht für andere Mehrwertsteuerbewährte Produkte ausgegeben hätten. Für alle, die nämlich sowieso ein Auto gekauft hätten (ohne Zuschuss), für alle, die zu einem späteren Zeitpunkt ein Auto neu gekauft hätten (ohne Zuschuss) und für alle, die sich dafür einfach andere Dinge geleistet hätten (mit Mehrwertsteuer - ohne Zuschuss), macht der Staat nämlich Verlusst.

Die Subventionierungen von erneuerbaren Energien halte ich für kein gelungenes Beispiel für angebotsorientierte Wirtschaftspolitik, da die angebotsorientierte Wirtschaftpolitik den Abbau von Subventionen und Bürokratie und ein niedriges Steuerniveau fordert.

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