Welche Lipide enthalten keine Fettsäuren?

5 Antworten

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Alle Lipide enthalten Fettsäuren, bzw. deren Derivate.

Lipide bezeichnen hydrophobe Stoffe und können in 7 Untergruppen aufgeteilt werden: Fettsäuren, Triglyceride, Wachse, Phospholipide, Sphingolipide, Lipopolysaccharide und Isoprenoide.

  • Fettsäuren: Wie der Name schon indiziert, enthalten unverzweigte Monocarbonsäuren - enthalten also Fettsäure.
  • Triglyceride: Bestehen aus Glycerol und drei damit veresterten Fettsäuren - enthalten also Fettsäure.
  • Wachse: Bestehen aus Einfach-Ester von Fettsäuren - enthalten also Fettsäure.
  • Phospholipide: Werden unterteilt in Phosphoglyceride und Sphingomyeline, aufgrund ihres unterschiedlichen Strukturbaus. Gleich sind jedoch die hydrophilen Köpfe und die hydrophoben Fettsäureketten - enthalten also Fettsäure.
  • Sphingolipide: Bestehen aus Sphingosin und Fettsäure - enthalten also Fettsäure.
  • Lipopolysaccharide: Bestehen einer Kernregion (Nicht so wichtig), ein an den Kern gebundenes Polysaccharid und Lipid A. Lipid A setzt sich zusammen aus Fettsäuren, die durch Esterbindungen an ein Disaccharid binden - enthalten Fettsäure.
  • Isoprenoide: Werden unterteilt in Steroide und Carotinoide. Alle Steroide haben ein Steran-Gerüst und veresterte Fettsäuren. Carotinoide sind Polymerisationsprodukte - das Produkt einer Synthesereaktion - von Isopren und werden als Tetraterpene bezeichnet, die in die Klassifizierung von Fettsäuren fallen - enthalten Fettsäure.

Eigenartige Prüfungsaufgabe. Es sei denn, die Frage war: Welche Lipide enthalten (un-)gesättigte Fettsäuren. Das wäre schon interessanter.

Quellen: Mein Wissen aus dem Biologiestudium / spektrum.de: Acetyl-Coenzym A - Lexikon der Biologie / F. D. Gunstone, J. L. Harwood, A. J. Dijkstra: The Lipid Handbook. 3rd Edition2007

Es gibt jede Menge, Lipide sind nämlich eine heterogene Stoffklasse, die sich eigentlich bloß das Merkmal teilt, fettlöslich zu sein. Was dabei zu beachten ist, ist dass Lipide nicht unbedingt gleich Fette sind, sondern auch fettähnliche Substanzen umfassen.

Prominentestes Beispiel ist wohl das Cholesterin, aber auch sonst alle Steroide sind Hormone. Dazu zählen denn auch Testosteron und die Estrogene.

Sonst gibt es auch noch Fettsäurederivate wie Sphingosin (in Sphingolipiden enthalten), das keine echte Fettsäure ist oder zyklisierte Fettsäuren wie die Hormone der Prostaglandine. Auch Elektronenträger wie Ubichinon (Atmungskette) und Vitamin E sind Lipide.

Wenn du möchtest, kann ich dir auch mal meine Notizen aus einer Vorlesung schicken.

Cholesterin zählt zu den Lipiden und ist ein Membranbaustein von Zellen, dessen Hydrophobizität nicht von einer veresterten Fettsäure kommt.

LG

der Cholesterinester aber schon ?

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@Asklepios11

Wenn du eine Fettsäure mit Cholesterin verestert siehst, dann schon - ja! =)

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