Welche Linux-Distribution für welchen Nutzer?

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5 Antworten

Hallo

Es scheint eine fast unendliche Anzahl zu geben

Es sind rund 500 Stück, und da jeder seine ganz eigene Distribution
erstellen kann, werden es immer mehr. Das es dabei auch solche gibt die
außer dem Desktop und ein paar Themes nichts verändert haben ist mir
auch ein Dorn im Auge.

um die Verwirrung komplett zu machen jeweils noch mehrere Desktopumgebungen.

Es sind etwa 10 und dazu kommen noch mehr als ein Dutzend Fenstermanager, ein Bindeglied zwischen X-Server und Desktop.

Man kann doch nicht alle nacheinander ausprobieren?

Das braucht man auch nicht, denn eigentlich sind es nur diese großen Familien:

  1. Distributionen die DEB als Paketformat verwenden
  2. Solche die RPM Paketformat verwenden
  3. Distributionen die keine richtigen Pakete verwenden
  4. Und welche die gar kein Paketmanagement haben.

Wenn man sich für eine der vier Distributionen entscheiden möchte sollten folgende Kriterien in Betracht gezogen werden:

  • Wie groß ist die Verbreitung und die Gemeinschaft? (das man auch Hilfe bekommen kann)
  • Brauche ich Deutschsprachige Hilfe? (Nicht jedem liegt das Englische, auch wenn es viel hilfreicher ist)
  • Möchte ich möglichst viel vorkonfiguriert haben? (oder lege ich gerne selbst Hand an, was Wissen und Zeit braucht)
  • Lege ich großen Wert auf immer aktuelle Programmpakete oder mehr auf Stabilität? (Debian vs. Arch oder SLED vs. openSUSE usw.)
  • Welche Hardwarevoraussetzungen liegen vor? (RAM-Verbrauch==Desktop)

Viele Distributionen bringen von Haus aus einen bestimmten Desktop als
Vorgabe mit, manche lassen einem die Wahl aus den 4 größten (openSUSE
z.B.) und andere haben eine eigene Installations-DVD für jede von denen
unterstützte Desktopumgebung ( [K,L,X]Ubuntu z.B.) Wieder andere machen
absolut gar keine Vorgabe (Arch). Der Fenstermanager ist bei eigentlich
allen ebenso eine feste Vorgabe wie der X-Server selbst.

Mir ist klar, dass es harte Arbeit ist, Linux zu lernen,

Vor allem braucht es seine Zeit und man muss unbedingt sein Windows-Wissen
weitgehend vergessen. Und man muss es ernsthaft wollen!

Auf meinem neuen Laptop möchte ich mir daher erstmal ein Live- oder Dualboot-System installieren.

Das ist eine vernünftige Entscheidung.

da mein Netbook eine alte Lubuntu-Version hat, und ich auch ein Dualboot-Mint auf einem Desktoprechner habe.

Dann ist ein gewisser Bezug zu DEB-basierten Distris ein Indiz das Du damit leichter zurechtkommen könntest.

wäre wahrscheinlich bereits mit der Installation neuer Software überfordert.

Gerade das ist bei den "Top 10" überhaupt kein Problem mehr.

Soll ich einfach eine populäre Distribution wie Mint auswählen, oder an welchen Kriterien soll ich mich orientieren?

Siehe obige Punkte.

Linuxhase

BTyker99 29.07.2016, 20:47

Danke für den ausführlichen Kommentar!

In gewisser Weise werden dadurch noch mehr Fragen aufgeworfen, da sich beispielsweise durch die unterschiedlichen Paket-Typen wieder ganze Welten auftun. Ich denke ich werde es erstmal ausprobieren, und eventuell ein Buch oder ähnliches dazu lesen, habe dazu auch schon ein paar Empfehlungen bekommen.

Ob ich einen Bezug zu irgendwas habe, weiß ich garnicht. Ich habe zwar mal den Paketmanager in Lubuntu "gefunden" (bzw. sogar mehrere unterschiedliche?) und habe möglichweise auch irgendwas installiert, ohne aber zu verstehen, was da genau passiert...

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Linuxhase 29.07.2016, 21:24
@BTyker99

@BTyker99

In gewisser Weise werden dadurch noch mehr Fragen aufgeworfen

Das ist schon klar, es ist ja auch ein sehr komplexes Thema

da sich beispielsweise durch die unterschiedlichen Paket-Typen wieder ganze Welten auftun.

Meine damalige Entscheidung S.u.S.E Linux zu verwenden lag schlicht daran das es von dem Hersteller Werbung in Computerzeitschriften gegeben hat. Da wusste ich weder was von Distributionen noch von Paketen & Paketmanagern, noch von Repositories. So kam ich dann auch zum am längsten existierenden  Desktop, KDE.

Ubuntu kam erst 2004 raus und war anfänglich auch nur ein Fork (eine  Abspaltung) von Debian.

Ob ich einen Bezug zu irgendwas habe, weiß ich garnicht. Ich habe zwar mal den Paketmanager in Lubuntu "gefunden" (bzw. sogar mehrere unterschiedliche?) und habe möglichweise auch irgendwas installiert, ohne aber zu verstehen, was da genau passiert...

Das ist mehr als ich damals hatte. Wenn Du also keinen triftigen Grund hast die Systeme zu verwenden, dann belasse es doch dabei. Denn die Grundlage (Der Kernel und die Shell) und deren Benutzung ist zu über 90% gleich, so das man auch nach einem Umstieg auf eine andere Distribution mühelos arbeiten kann.

Ich bin ganz sicher das Du bei Windows auch nicht alles intuitiv erlernt hast sondern auch eine Eingewöhnungszeit benötigt hast.

Linuxhase

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BTyker99 01.08.2016, 12:36
@Linuxhase

Ich habe jetzt Mint Cinnamon per Live-System und bin soweit fast zufrieden, nur mit der Netzwerkkarte habe ich ein paar Probleme.

Vor Windows hatte ich ein Atari-Betriebessystem (ST 520 glaube ich), beide empfand ich als relativ unkompliziert, da man keine Konsolen-Eingaben brauchte. Aber das liegt natürlich daran, dass man damals andere Ansprüche hatte.

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Linuxhase 01.08.2016, 18:24
@BTyker99

@BTyker99

Ich habe jetzt Mint Cinnamon per Live-System

Ich mag zwar auch Linux-Mint nicht besonders, aber der Desktop Cinnamon ist ja auch auf anderen Distributionen installierbar.

bin soweit fast zufrieden, nur mit der Netzwerkkarte habe ich ein paar Probleme.

Dafür kannst Du ja mal eine neue Frage formulieren und darin genau beschreiben welches Gerät das ist und was nicht geht bzw. was geht.

Die Ausgabe von:

lspci -nnk | grep -iA2 "net"

und/oder von

lscpu

sind hierfür unerlässlich.

Vor Windows hatte ich ein Atari-Betriebessystem (ST 520 glaube ich), beide empfand ich als relativ unkompliziert, da man keine
Konsolen-Eingaben brauchte.

Einspruch! - Natürlich gab es auch eine Eingabeaufforderung bei Atari ST Computern und zu frühen Zeiten gab es auch nicht für alles eine GUI.

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Diese Kommandozeile war, wie die Shell bei Linux, ein eigenständiges Programm das man verwenden konnte (nicht immer musste). Es gab bei ATARI ganze 5 verschiedene Dateiendungen für ausführbare Dateien:

  1. PRG war meist für grafische Programme gedacht und gab es immer schon.
  2. APP war eine modernere Version (mit einkehren von TOS 2.06) und nur für grafische Programme
  3. ACC waren die so genannten Accessoires die man aus der Menüleiste am oberen, linken Bildschirmrand parallel benutzen konnte, das preemptive Multitasking. Einige Programme liefen sowohl als PRG/APP als auch als ACC (z.B.: Fast File Mover oder dessen Nachfolger Kobold)
  4. TTP (TOS takes Parameter) waren reine Konsolen basierte Programme, zum Beispiel Archiver (Packprogramme wie lharc, zip, zoo,arj usw.)
  5. TOS waren ebenfalls meist Text-basierte Programme oder stellten eine solche Umgebung zur Verfügung.

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Ich hatte vor Windows (bis ca.1993) selbst Atari ST (und STE, TT030 und Falcon030) in allen Variationen und habe heute noch sechs funktionstüchtige Geräte hier. Einer davon hier neben dem PC, dem habe ich einen Floppy-Emulator (mit SD-Kartenslot) und einen Ethernet Port mit RJ45 Anschluss spendiert um ihn im Heimnetzwerk zu betreiben.

Linuxhase

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 wird eine große Anzahl an Distributionen angeboten, die dem Benutzer eine sehr feine Abstimmung der Auswahlkriterien auf die eigenen Bedürfnisse ermöglicht. Die Auswahl der geeignetsten Distribution ist für viele unerfahrene Benutzer daher nicht einfach.

solche Sätze sollte man einfach überlesen und eine der bekannten Desktop-Distributionen benutzen.
Richtig ist natürlich, dass bei einigen viel "Handarbeit" notwendig ist, bis das Grundsystem überhaupt läuft. Wenn das aber einmal geschafft ist, dann kommen die vielen kleinen Dinge. Ob es nun wichtig ist, dass die bei der Erstinstallation bereits alle enthalten sind, möchte ich bezweifeln.

Es spart viel Zeit, wenn alles gleich geht.  Was ist aber alles?
Da laufen die Forderungen und Wünsche sehr schnell auseinander.

Meine Distribution ( openSuSE 13.2)  bietet mit der Standard-Installation keinen C++ Compiler. Sollte ich jetzt eine suchen, die den gleich installiert?
Mach ich natürlich nicht.

zypper install gcc

und

 zypper install gcc-c++

dauern wenige Sekunden.
Mit anderen Dingen ist es nicht viel anders.

Etwas mehr Zeit benötigt man bei openSuSE, wenn man es mit YaST ausführt. Das dann aber mit mehr Komfort, z.B. beim Suchen von Begriffen. 

Es gibt natürlich auch Probleme, wenn man eine bestimmte Funktion in sein System einbauen will.  Wie heißt das Paket in dem sich dieses Kommando befindet? Wie heißt das Repository in dem sich diese Pakete befindet.

Statt immer neue Distributionen zu "erfinden" sollte man dem Anwender mehr verständliche Informationen zukommen lassen, um "seine" Anwendung zu schneller zu finden.

  Alle Distributionen stellen praktisch die gesamte Software aus einem gemeinsamen Pool zusammen.
Wenn jeder alles anbieten kann (man könnte es bestimmt), was macht dann den qualitativen Unterschied?

Mit schönen und den unterschiedlichsten Oberflächen kann man vielleicht Kinder begeistern, zum Arbeiten ist das aber Nebensache.


Hier, vielleicht hilft dir das hier weiter:

http://fs5.directupload.net/images/160729/w9fv7nq2.png

Die meisten Linuxdistributionen unterscheiden sich folgenderweise:

Sehr viel Anpassbarkeit -> sehr schwer zu lernen

Weniger Anpassbarkeit -> leichter zu lernen

Ich persönlich mag Debian testing weil es einfach zu benutzen und trotzdem nicht gebloatet ist. Außerdem ist es eine Mainstreamdistro, bedeutet Hilfe/Lösungen für Probleme gibt es massig, man muss nur googeln.

BTyker99 29.07.2016, 15:45

Danke! Nach der Zeichnung lande ich wieder in der Nähe von Mint... aber ich bin mir bei einigen Abzweigungen gar nicht sicher, was ich will (z.B. ob  es wie windows aussehen soll)

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Linuxhase 29.07.2016, 18:53

@Michael4985711

fs5.directupload.net/i[....]fv7nq2.png

Also diese Skizze ist:

  1. Tendenziell auf DEB-Distributionen ausgelegt, vornehmlich Ubuntu und seinen 89 Forks
  2. Eher verwirrend als hilfreich für Einsteiger
  3. und IMHO total überflüssig.

Linuxhase

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Es ist irgendwie so ähnlich, wie mit Automarken und Autotypen..... 

Dabei treffen doch fast immer alle eine Vorabauswahl und letztendlich
die Entscheidung ohne großartige Herumfragerei,  was denn für ein Auto
angeschafft wird.

Die zahlenmäßig meissten dieser über 500
Linuxdstributionen sind Spezialdistributionen, welche auf ganz spezielle
Einsatzzwecke zugeschnitten sind  und  es gibt nur wenige  Haupt- /
Stamm-  / Mutter-  /Familienvater- Distributionen,  oder wie auch immer
man das nennen mag....

Allen gemeinsam ist der Linuxkern in unterschiedlichsten Versionen und Kompilierungen.

Die
meisten dieser 500 Distributionen lassen sich in eine der später
genannten Stammfamilien einordnen.  Der Hauptunterschied der 
Stammfamilien ist das Softwaremanagement, also die Paketverwaltung und
die Werkzeuge, die dafür verwendet werden.

Ein Einsteiger erhält
den effektivste Einstieg in Linuxsysteme, wenn er die Paketverwaltung
dieser großen Grundfamilien kennenlernt in dem er eine eigene
Installation der Väter dieser Familien durchführt und testet...

Die großen Stammdistributionen sind:

Debian

RedHat

Suse

und Arch-Linux ( mit Einschränkung, da es fast keine anderen Familienmitglieder gibt )

Jede der großen Stammdistributionen enthält die selbe freie GNU-Software mit geringen Abweichungen, was jedoch in anderer Form verwaltet und installiert wird.  Jede dieser großen Distributionen ist so modular, dass sie sich auf fast jeden Zweck einer Spezialdistribution zuschneiden lässt.  Die Software ist letztenendes immer die Selbe,  nur dass sie anders zusammengestellt, vorausgewählt und angepasst ist. Das macht den wesentlichen Unterschied anderer Mitglieder der selben Familie aus.  Ein direkter Vergleich der verschieden Familien ist genau so subjektiv, wie der Vergleich von Autoherstellern.  Entweder man mag die Familie, kennt sie, mag sie oder mag sie nicht.  Kennt man ein Mitglied der Familie, kennt man auch die meissten anderen von wenigen Ausnahmen abgesehen...



Mint ist eine gute Wahl, da es recht schlank und für einen Neueinsteiger, der von Windoof kommt, leicht verständlich ist.

Aber im Prinzip kannst Du alle aktuellen Distris in Betracht ziehen.

Als Benutzeroberfläche (GUI) gilt KDE als das Nonplusultra, das Du ja mal ausprobieren kannst. Ist zwar sehr Windoof-ähnlich, aber ein ressourcenfressender Monolith. Man hat aber bei Linux die Möglichkeit, unterschiedlichste GUIs einzurichten.

Firefox und Thunderbird laufen unter Linux problemlos.

varlog 29.07.2016, 15:31

Also ich würde KDE jetzt nicht unbedingt als das Nonplusultra bezeichnen (eher im Gegenteil). Welche DE man nimmt ist einfach Geschmackssache und jeder hat da sein eigenes Nonplusultra.

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