Welche Leistungen sind in diesem Fall möglich?

9 Antworten

Wieviel dir noch zu eurem Einkommen zusätzlich zusteht, das kannst du relativ einfach selbst überprüfen.

Das SGB II sagt, ihr müsst mindestens über
- 368 € als Regelbedarf (zum Leben) verfügen, pro Person
- für euer Kind besteht ein Anspruch auf 237 €  (Regelleistung Kind 0-6) sowie
- die Warmmiete.

Da ALG II (auch das aufstockende, und darum geht es ja bei euch) eine nachrangige Leistung ist, müsst ihr allerdings alle eure Einkommen erst mal zur Deckung eures Lebensbedarfes einsetzen.

Eure Einkommen sind:
- dein BAB
- dein Kindergeld (falls du noch welches bekommst)
- ihr ALG
- ihr Mutterschaftsgeld
- ihr Elterngeld
- demnächst noch dazu: das Kindergeld deines Kindes.

Wenn du mit der angegebenen Miethöhe rechnest, dann habt ihr (zu dritt) einen Anspruch auf 973 € Regelleistungen + Warmmiete abzüglich eurer Einkommen.

Du würdest zwar unter den Leistungsausschluss fallen, da dem Grunde nach BAB-berechtigt, du bekommst es ja auch, aber du kannst deinen Lebensunterhalt (Regelsatz von 368 € + 1/3 der Miete, also zusammen 648 €) auch aus deinem Einkommen (Ausbildungsvergütung + BAB + u.U. Kindergeld) decken. Du kannst dann noch pauschal 30 € für Versicherung und die KFZ-Haftpflichtversicherung (ohne Kasko) geltend machen. Alles, was darüber noch von deinem Einkommen über bleibt, wird deiner Familie als Einkommen mit angerechnet.

Bei deiner Frau wird ALG bzw Mutterschaftsgeld oder Erziehungsgeld zu 100% angerechnet, es gibt darauf keine Freibeträge, die gibt es nur für aktive, also Erwerbseinkommen. Sie kann wiederum wie bei dir pauschal 30 € für Versicherungen und die Autoversicherung (ohne Kasko) absetzen.

Das gleiche trifft dann für das Kindergeld deines Kindes zu.

Was Schonvermögen angeht (dazu zählt Sparguthaben, ein Auto pro erwachsener Person bis zu einem Wert von 7500 €, Antiquitäten, Aktien, aber auch Guthaben bei kapitalbildenden Versicherungen oder Bausparverträgen, Immobilien, Grundstücke), so werden diese für jede Person zusammengerechnet. "Haben darfst du als Schonvermögen 150 € pro Lebensjahr. Von allem darüber kann das Amt verlangen, dass du erst einmal dieses Vermögen verwertest - also Versicherungen aufkündigst, nicht selbst genutztes Wohneigentum  vermietest, dir ein preiswerteres Auto anschaffst usw.

Solltest du zu viel "Schonvermögen" besitzen und deine Frau weniger, kann man das leider nicht übertragen.

Ein Kind darf max. 3100 € Schonvermögen haben.

Dazu kommen noch 750 € pro Person (für Anschaffungen), die man den Schonvermögen noch mit draufschlägt. Hast du mehr, musst du das erst mal abbauen.

Was du für Sprit, für eure Autos und für Internet bezahlt, interessiert das Amt nicht, dass muss man aus dem Regelsatz bezahlen. Da wirst du, wenn du deinen Lebensstandard halten willst, an manchen Ecken ganz schön sparen müssen.

Ein Problem, was ich - wie andere hier auch - sehe, ist die Höhe eurer Miete.
Die ist selbst für drei Personen viel zu hoch. (In Berlin liegt die Obergrenze für Warmmiete für 3 Personen bei ca. 600 €)

Es gibt jetzt 2 Szenarien: ihr geht sofort zum Amt und beantragt was, so dass ihr noch Anspruch auf Erstausstattung Kind oder ein paar Euro Mehrbedarf bei Schwangerschaft habt.
Dann kann passieren, dass das Amt euch die Wohnung - falls Mietvertrag noch nicht unterschrieben ist - nicht genehmigt. Zieht ihr trotzdem ein, bekommt ihr bloß dass, was bei euch in der Kommune max. an KdU (Kosten der Unterkunft) als angemessen gilt.

In so einem Fall bekämst du aber auch kein Darlehen für die Kaution.
(Kaution bekommt man ohnehin bloß als Darlehen, diese sind mit 10% der Regelleistung (also für euch zu dritt: 10% von zweimal 368 € und 237 €, also monatlich ca. 93 €) zurückzuzahlen.

Oder der Mietvertrag steht schon und dann fordert euch das Jobcenter auf, eure Miete innerhalb der nächsten 6 Monate bis an die Angemessenheitsgrenze zu reduzieren. Also Umzug - oder das Amt zahlt (s.o.) eben bloß die angemessenen Mietkosten. Den Rest musst du dann selbst aufbringen. Und wenn das einen Unterschied macht von ein paar hundert Euro, dann wird das Amt dich fragen, wo das Geld dazu her hast - das spart sich kein ALG II-Empfänger mal so eben nebenbei zusammen.

Sich das von den Eltern geben zu lassen, ist auch keine Option - was du von anderen bekommst, ist gleich wieder Einkommen und wird angerechnet.

Damit hast du auch schon komplett ausgereizt, was geht an Zuschüssen.

Okay - Erstausstattung geht noch, aber das Geld dafür reicht sehr knapp aus, um sich eine Wohnung mit größtenteils gebrauchten Sachen einzurichten. Für eine komplett neu gekaufte Einrichtung reicht das nicht ansatzweise.

Nicht schön, aber verständlich. Sonst könnte der Staat gleich jedem eine Erstausstattung schenken. Du sollst damit leben können, von modisch und nach deinen Vorstellungen von Wertigkeit fragt da keiner.
Ich befürchte bloß, dass euer Lebensstandard ein etwas anderer ist. ----

Ich finde es schade, dass du hier in manchen Kommentaren so auf die Antwortenden losgehst. Wer Erfahrung mit dem SGB II (dem Gesetzbuch zum ALG II) hat, der weiß, dass eure Vorstellungen etwas utopisch sind.

Euer Ziel, eurem Kind von Anfang an etwas zu bieten, in allen Ehren, aber das funktioniert nicht aus Staatskosten, auch nicht kurzzeitig.
Das SGB II ist ein Bundesgesetz und damit in seiner (zahlenmäßigen ) Auslegung etwa so flexibel wie die Rocky Mountains.

Und was deine Wohnung anbelangt - vielleicht ist sie eine recht billige - aber dafür viel zu groß, viel größer, als sich der Gesetzgeber das so vorstellt.

Tja - und mehr Möglichkeiten gibt es halt nicht ...

Ich wünsch euch alles Gute als (demnächst ) junge Eltern und dass euch das Ankommen in der Realität von Hilfebedürftigen nicht zu schwer fällt.

Diese Ausgaben sind schon für einen Normalverdiener viel zu hoch, lernt euch einzuschränken.

Wir mussten früher auch kleine Brötchen backen und wir hatten weder Erstausstattung noch sonstige Hilfe.

Zu deinen Kommentaren

"Der staat zahlt genügend flüchtlinge da kann der staat einen der bislang
eingezahlt hat auch kurze zeit unterstützen :) sinnvoller wäre eine
hilfreiche antwort"

1. solltest du dich nicht mit Flüchtlingen vergleichen, die ohne eigenes Verschulden in diese Situatuon gekommen sind.

2. was hast du bis dato eingezahlt? DAS würde noch nicht mal für einen Monat reichen....

3.
deine Partnerin ist zu Hause, warum musst du während der Ausbildung 2
Monate zu Hause bleiben? Mach lieber voran, dass du deine Ausbildung
abschließt und deine Familie selbstständig versorgen kannst.

ich denke dass du mit 840 euro sehr weit nach oben greifst mit der miete. hast du mal überlegt, das jc zu fragen was die angemessene höhe der kdu in eurer gemeinde ist. 

wenn ihr kein einkommen habt, müsst ihr die erstausstattung beantragen, selbiges gilt für schwangerschaftsbekleidung u. schwangerenmehrbedarf. erstausstattung für die wohnung kann dann ebenfalls beantragt und ein darlehen für die kaution, dass monatlich zurückgezahlt werden muss.

eure kosten werdet ihr massiv nach unten schrauben müssen. zwei autos wirst du dann nicht mehr halten können. internet und telefonie auf ein notwendiges zurück drehen.

macht man sich über kinder und zusammenziehen nicht vor der ehe gedanken? sprich beim jobcenter vor und  fangt bei einer realistischen miethöhe an.

Das ist in unserer gemeinde eine der niedrigsten mieten ... und gedanken kann man sich machen aber halt nicht immer :) trzdm danke für die antwort

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@DerAstronom1345

dann musst du über deine gemeinde drüber hinweg denken. ich glaube nicht, dass es die günstigste miete in deiner gemeinde ist. dann musst du kleinere wohnungen suchen.

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