Welche Kriterien sollten für eine Schulwahl beachtet werden?

3 Antworten

An eurer Stelle würde ich auf jeden Fall ein paar Schulen beim "Tag der offenen Tür" anschauen. Da bekommt man schon ganz gut einen Eindruck, wie eine Schule so tickt.

Bei uns gibt es jedes Jahr auch in der Tageszeitung immer eine Beilage, in der sich die weiterführenden Schulen in der Gegend vorstellen. Auch da kann man ja schon mal eine Vorauswahl treffen.

Und auf jeden Fall solltet ihr das Kind mit in die Entscheidung einbeziehen. Denn es ist ganz wichtig, fast wichtiger als alles andere, dass das Kind mitzieht. Das Kind muss zufrieden sein und sich wohlfühlen, das ist eigentlich schon die halbe Miete.

Natürlich spielen auch Rahmenbedingungen wie Länge des Schulwegs und welche Freunde ggf. mitgehen, eine Rolle. Und dann musst du dir halt auch überlegen, ob du das Kind eventuell fahren könntest, wenn es keine Busverbindung gibt, ob du das wirklich jahrelang machen willst oder kannst usw.

Mein Ältester hatte eine Gymnasialempfehlung und wir haben uns zwei Gymnasien angeschaut. Er hatte sich gleich für eins entschieden, vermutlich, weil da einige aus seiner Grundschule auch hingegangen sind und weil er es dort cooler fand. Da es das Kreisgymnasium war, stand außer Frage, ob er da einen Platz bekommt und so meldeten wir ihn dort an. Die Fahrt mit dem Schulbus ist zwar relativ lang, aber für ihn ist das okay so. Klar gibt es immer mal irgendwas, aber an anderen Schulen ist es mit Sicherheit auch nicht anders.

Der Jüngste hatte auch eine Gymnasialempfehlung, ist aber Legastheniker, und so überlegten wir hin und her, ob er auf die Realschule plus oder aufs Gymnasium gehen sollte. Wir entschieden uns schließlich fürs Gymnasium, aber diese Entscheidung war falsch. Dort war er total überfordert, so dass er nach der 5. Klasse auf die Realschule plus wechselte. Es standen zwei zur Auswahl, uns war es total egal, die Entscheidung überließen wir ihm. Er entschied sich dann für eine, auf der er noch Kumpels von der Grundschule her kannte und dort geht es ihm jetzt in jeder Hinsicht viel, viel besser.

Ist Oberschule sowas wie Realschule? Also, nach meiner Erfahrung mit meinem Jüngsten kann ich nur raten: Wenn es auch nur den geringsten Zweifel gibt, ob dein Kind das Gymnasium schafft, so lass es lieber bleiben, die Anforderungen dort sind heutzutage gigantisch. Besonders Jungs haben in den ersten Jahren dort Schwierigkeiten ohne Ende. Es muss nicht unbedingt das Abitur sein. Wichtig ist es, überhaupt mal einen Abschluss zu haben und wenn man möchte, kann man später immer noch weitermachen, möglicherweise dann vielleicht schon etwas fachbezogen.

Welchen Ruf eine Schule hat, darauf würde ich überhaupt nichts geben. Hier wird behauptet, dass das Gymnasium meines älteren Sohnes besonders schwierig und die Realschule plus meines jüngeren Sohnes besonders schlecht seien. Nichts, aber auch gar nichts davon kann ich bestätigen. So schwierig es ist, aber man muss sich sein eigenes Bild machen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Hallo!

Wichtig ist, dass das Kind sich wohl fühlt und es menschlich passt.

Ich persönlich würde zudem, wäre ich als Vater in der Lage, auch auf die Verkehrsanbindung achten und eine Schule aussuchen, die so nah wie möglich und so gut wie möglich ist, wo auch viele Bekannte/Freunde des Kindes sind und man weiß, dass diese Schule einen guten Ruf hat. Sinn macht es sich unter Eltern zu erkundigen, deren Kinder auch wirklich in dieser Schule vor Ort sind und da aktuell beschult werden ----> bei meiner Realschule war es nämlich leider so, dass da zwar jeder sagte, die ist schon in Ordnung, aber das waren Leute, die da 20 Jahre eher ihren Abschluss gemacht haben, wo diese Schule auch laut damaligen Lehrern gut war ... ist sie heute aber nicht mehr wirklich.

Ich würde eigentlich auch eher tiefstapeln: Die Realschule bzw. Oberschule sollte anfangs ausreichen und ist in vielerlei Hinsicht etwas einfacher, auch ist da der Druck nicht ganz so groß wie auf dem Gymnasium. Zeichnet sich später ab, dass das Interesse da ist Abi zu machen und ggf. das Studium anzuschließen, kann man ja das Abi nachholen, hat aber dann zumindest die Mittlere Reife vorzuweisen und bis dahin signifikant weniger Stress und Leistungs-/Notendruck. Und wenn es dann nach der 10. Klasse eine Ausbildung beginnen möchte, muss es sich nicht noch drei Jahre mit dem Abitur und den Vorbereitungen herumplagen.

Redet doch mal mit dem Klassenlehrer. Wichtig sollte sein, wie das Kind zu beurteilen ist, wie es lernt, wie es arbeitet, ob der Lehrer es ihm zutraut oder nicht oder eher zur Real-/Oberschule rät. Das ist oft wichtiger als gedacht.

Alles Gute, auch für euer Kind!

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Vielleicht sollte es auch um den "Inhalt" der Schule gehen.

Mit welchem Stundenpensum wird gestartet?
Welche Wahlmöglichkeiten gibt es zu welchem Zeitpunkt?
Gibt es angebotene AGs, die für ein Nachmittagsprogramm infrage kämen?
Wie ist die Ausstattung der Schule?
Falls relevant: Ganztag/OGS ja/nein?
Erster Eindruck von Lernklima und Anspruch?

Ganztagsschulen gibt es hier leider nicht wirklich.

Es gibt auch nur eine Gesamtschule, leider am anderen Ende der Stadt, und da sie die einzige ist sehr beliebt.

Die Eltern müssen sogar Motivationsschreiben erstellen und begründen wie sie sich für die Schule einbringen können, an sich Interessant, aber der Fahrtweg (1h+) schwächt es ab.

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