Welche Krankenkasse als beamtenanwärter

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3 Antworten

Hallo,

normalerweise gilt eine Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse für mindestens 18 Monate. Dies gilt aber nicht, wenn man innerhalb der 18 Monate in eine private Krankenversicherung (PKV) wechseln möchte (§ 175 SGB V). Wenn eine freiwillige Krankenversicherung besteht, gilt eine Kündigungsfrist in der GKV von 2 vollen Kalendermonaten.

Wenn man bei Beginn der Beamtentätigkeit vor der Entscheidung GKV oder PKV steht, sind viele Punkte wichtig:

• Man sollte spätere Veränderungen mit in den Vergleich einbeziehen: Nachwuchs (Kind mit Behinderung?), Frühpensionierung, Sabbatjahr, späteres Studium bei unbezahltem Urlaub, nicht berufstätiger Ehegatte (in der GKV zahlt der Ehegatte ggf. Beiträge nach der Hälfte des Einkommens des PKV-Ehegatten),

• Was ist, wenn man später nicht Beamter bleibt? Als Arbeitsloser oder Schüler kann man nicht mehr in die GKV zurück (bzw. nur bis zum 23. Geburtstag über die Versicherung der Eltern). Der Beihilfeanspruch entfällt und die PKV-Beiträge steigen deutlich.

• Bei den Leistungen sollte man besonders auf Reha/Kuren, den offenen Hilfsmittelkatalog, Psychotherapie (Anzahl der Sitzungen), Hebammenhilfe, Haushaltshilfe in der Elternzeit, Heilmittel (Arten und Erstattungshöhe) achten. Hier gibt es zwischen den Privatversicherungen (und zur GKV) große Unterschiede. Für Neugeborene kann man u.U. nur die Tarife versichern, die die Eltern bereits abgeschlossen haben. Bei behinderten Kindern kann das ein großes Problem sein.

GKV-Hilfsmittel: //db1.rehadat.de/gkv2/Gkv.KHS

Als Beamter oder Pensionär ist eine Rückkehr in die GKV nie mehr möglich.

Wenn die Kinder in der PKV versichert werden, ist eine Versicherung in der GKV erst wieder möglich, wenn sie eine betriebliche Berufsausbildung oder ein Studium in Deutschland beginnen. Bei einer schulischen Ausbildung, bei Arbeitslosigkeit, Selbständigkeit oder als Beamtenanwärter bleiben sie in der PKV.

In der Privatversicherung werden Leistungen nur erstattet, soweit sie das Maß des Notwendigen nicht übersteigen. Problematisch kann es sein, dass man erst erfährt, was notwendig ist, wenn man Rechnungen zur Erstattung einreicht. Der Behandler hat aber trotzdem einen Anspruch auf Vergütung. Im Übrigen werden - je nach Tarif - nur anerkannte Behandlungsmethoden erstattet:

§ 4 Absatz 6 und § 5 Absatz 2 PKV-Musterbedingungen:

pkv.de/recht/musterbedingungen/mbkk2009.pdf

Bei den Gesundheitsfragen im Antrag ist alles zu 100% korrekt anzugeben:

test.de/themen/versicherung-vorsorge/test/Formulare-der-Privaten-Krankenversicherer-Diagnose-unklar-1669604-1669862/

In der GKV beträgt der Beitrag 14,9% zur Kranken- und 0,975% (bzw. ab 23 Jahre: 1,225%) zur Pflegeversicherung (berechnet von den Bruttoeinnahmen). Bei Teilzeitarbeit ist das ggf. ein großer Vorteil.

Vielleicht interessant:

focus.de/finanzen/versicherungen/krankenversicherung/tid-5429/krankenversicherung-zehn-irrtuemer-ueber-die-privatenaid52165.html

bundderversicherten.de/app/download/BdV-PKV-Broschuere.pdf

pkv-ombudsmann.de/taetigkeitsbericht/

Schnellsuche nach PKV: rehakids.de/phpBB2/search.php?mode=results

Vielleicht interessant:

.gutefrage.net/frage/von-der-privaten-in-die-gesetzliche-krankenversicherung

Vor einer Entscheidung sollte man sehr ausführliche Gespräche mit Experten der PKV und Experten der GKV führen. Die Entscheidung ist ähnlich wichtig wie ein Hauskauf. Ggf. auch Beamte fragen, die häufig Leistungen benötigen bzw. in Frühpension gegangen sind.

In der GKV kann man auch einen Erstattungstarif wählen. Dann ist man beim Arzt Privatpatient und kann die Privatrechnungen bei der Krankenkasse und der Beihilfestelle einreichen. Einzelheiten mit der gesetzlichen Krankenkasse und der Beihilfe vorher klären. Den Tarif kann man nach drei Monaten jederzeit beenden.

In Hessen bekommen Beamte, die in der GKV versichert sind, einen Zuschuss zu den Krankheitskosten, die die Krankenkasse bezahlt hat.

Viel Erfolg bei der richtigen Entscheidung!

Noch Fragen offen?

Gruß

RHW

Gerade im Bereich der privaten Krankenversicherung ist es schwer, einen bestimmten Anbieter zu empfehlen. Es muss immer viel auf den jeweiligen Einzelfall abgestimmt werden. Auch aufgrund der Vielzahl der Anbieter und Tarife empfiehlt es sich fast immer, einen unabhängigen Versicherungsmakler einzuschalten. Dies ist kostenlos und du erhältst eine kompetente Beratung. Ob und wo du dann abschließt, kannst du dann immer noch entscheiden. Für alle, die schon vor einer Beratung eine grobe Orientierung über Preise und Leistungen der PKV haben möchten, empfehle ich immer, sich ein kostenloses Angebot erstellen zu lassen. Mit diesem Anbieter habe ich selbst schon gute Erfahrungen gemacht.

Hallo Rroland70,

in der Regel wechseln die meisten in die Private wenn es soweit ist. Deshalb wäre mein Antwort: Nein !

Viele Grüße Manfred Büttgenbach

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