Welche Kosten für (Trennungs-)Unterhalt bei Scheidung nach 3 Jahren Ehe?

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Kann die Ehe einvernehmlich über den gleichen Anwalt geschieden werden

Ja, das ist möglich. Bedenke aber, der Anwalt vertritt immer nur 1 Partei. Es kann also leicht passieren, dass die Gegenpartei über den Tisch gezogen wird.

Muss der Trennungsunterhalt auf jeden Fall gezahlt werden?

Grundsätzlich ja, wenn er verlangt wird.
Es gibt jedoch Ausnahmen wie der Ausbruch aus einer intakten Beziehung und der direkte Zusammenzug mit einem neuen Partner. In solchen Fällen kann der TU unbillig sein.

Muss ich nachehelichen Unterhalt zahlen?

Da du hier wenig Fakten lieferst, ist das schwer zu sagen.

Wenn keine ehebedingten Nachteile geltend gemacht werden können, muss auch kein nachehelicher Unterhalt gezahlt werden.

"Keinen Trennungsunterhalt bei direktem Zusammenzug mit neuem Partner" kenne ich aus meiner Arbeit auch bei verschiedenen Fällen, aber "Ausbruch aus einer intakten Beziehung" ???

Ob eine Beziehung "intakt" ist, ist ja zu einem großen Teil auch eine subjektive Frage, die beide Partner (oder Ex-Partner) ein und der selben Beziehung vielleicht ganz unterschiedlich beantworten würden.

Da es bei Scheidungen das Schuldprinzip nicht mehr gibt, kann man einem Partner den Weggang aus einer Beziehung auch nicht zur Last legen.

0
@EstherNele

Da es bei Scheidungen das Schuldprinzip nicht mehr gibt, kann man einem Partner den Weggang aus einer Beziehung auch nicht zur Last legen.

So einfach ist es dann wohl doch nicht. Wenn ich hier etwas schreibe, nehme ich immer Bezug zu ausgeurteilten Sachverhalten.

Es gibt zwar nicht das Schuldprinzip aber es gibt grob unbilliges Verhalten!

So entschieden bspw beim OLG Zweibrücken, Urteil vom 19. September 2000 Az.: 5 UF 43/00

http://www.jurathek.de/showdocument_print.php?session=0&ID=6097

Dort steht u.a.
Ein schwerwiegendes Fehlverhalten im Sinne des § 1579 Nr. 6 BGB ist regelmäßig dann zu bejahen, wenn der Unterhaltsberechtigte während der Ehe ein nachhaltiges intimes Verhältnis zu einem Dritten aufnimmt und fortführt. Aufgrund einer solchen Zuwendung zu einem anderen Partner kehrt sich ein Ehegatte von den ehelichen Bindungen, die während des Getrenntlebens fortbestehen, so offensichtlich ab, dass nach dem Grundsatz der Gegenseitigkeit, der dem ehelichen Unterhaltsrecht zugrunde liegt, die in Inanspruchnahme des anderen Ehegatten grob unbillig erscheint...
.....Mit dem von ihr eingeräumten Verhalten hat die Klägerin in so schwerwiegender Weise gegen ihre ehelichen Bindungen und Verpflichtungen gegenüber dem Beklagten verstoßen, dass sie ihn nicht aus seiner ehelichen Mitverantwortung für ihr wirtschaftliches Auskommen in Anspruch nehmen kann....

Es wurde entschieden, dass kein Trennungsunterhalt zu zahlen ist!

0

Kurze Ergänzung:

es sind keine Kinder vorhanden und sie ist in das Haus (ggf. eigene Wohnung wie vor der Ehe) ihrer Eltern zurückgezogen ...

Nimm Dir Deinen eigenen Anwalt für Familienrecht und bespreche das mit ihm.

Alles andere hat keinen Sinn.

Was möchtest Du wissen?