Welche Kennzahlen können einen Hinweis liefern ob eine Aktie steigt oder fällt?

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6 Antworten

Ergebniskorrekturen haben immer unmittelbare Auswirkung auf den Kurs.

Teilt das Unternehmen mit, dass das ursprünglich geplante Quartalsergebnis unter- oder überschritten wird, sinkt oder steigt auch der Aktienkurs.

Will man das selber voraussagen, muss man vor dieser Bekanntmachung sich die letzte Vorhersage des Unternehmens bezüglich des Quartalsergebnisses anschauen und selber eruieren, ob sie diese Zahl einhalten werden oder nicht.

Weitere Faktoren:

Auftragslage / Auftragsauslastung

Bekanntwerden größerer Einzelgeschäfte

Bekanntwerden größerer Strafzahlungen (z.B. VW-Abgasskandal)

Gesetzesänderungen mit Auswirkung auf das Geschäftsmodell (z.B. Änderung der Rückstellungsvorschriften für AKWs)

Ankündigungen über personelle Veränderungen (Vorstandswechsel, Freisetzung einer größeren Mitarbeiterzahl)

Bekanntwerden von Unternehmenskäufen oder -verkäufen / Ausgliederungen.

Neue Erfindungen

Politische Umwälzungen, u.a. mit Einfluss auf Import / Export (Trump, Krieg, Embargos, Öffnung der Märkte)

Fremdwährungskursveränderung

Leitzinsänderungen (Beispiel: Niedrige Bauzinsen = Steigende Kurse bei Immobilien und Bauunternehmen)

Naturkatastrophen

Missernten, Rekordernten (in diesem Zusammenhang auch die allgemeine Wetterlage eines Jahres)

Einfach mal mit spitzen Ohren durch die Nachrichten lauschen und überlegen, welche Auswirkung das auf den Gewinn eines Unternehmens haben kann.

Auch mal die Börsennachrichten hören. Da wird nicht nur erzählt, was auf den Märkten passiert, sondern auch spekuliert, welche tagesnachrichtlichen Ereignisse dafür verantwortlich sein könnten. Das gibt ein grobes Gefühl dafür, wie die Masse auf solche Nachrichten reagiert und welche Auswirkung das auf den Kurs hat.

Es wäre schön, wenn das so einfach sagen könnte. Schon das KGV wird sehr unterschiedlich gehandhabt. Daimler hat ein KGV von 7,6 und sollte günstig sein, dennoch stiegt sie nicht. Lindt & Sprüngli hat ein KGV von 33, eigentlich teuer, aber hält sich gut und wird immernoch zum Kauf empfohlen. Man kann sich auf die Kennzahlen nicht verlassen. 

Man kann keinerlei Kennzahl als Massstab nehmen.

Im Rahmen meines Quartalstradings analysiere ich z.B. immer die Aussagen der Analysten für einen Wert kurz vor dem Quartalsbericht. Hab darüber mal eine Statistik angefertigt und stellte Erstaunliches fest.

Nachdem ich 800 Werte im Laufe eines Jahres in die Statistik aufgenommen habe, musste ich feststellen, dass die Analysen der Spezialisten für den Verlauf der nächsten Tage nach dem bevorstehenden Quartalsbericht eine Trefferquote von nur 51 % hatten. Da kann man sich die Arbeit sparen um dem zu vertrauen.

Da hatte mein Bauchgefühl eine höhere Trefferquote, aber den geb ich nicht her :-)

Das einzige, was eine höhere Trefferquote hatte, war das Tool Q4logic, das jedoch nur eine vernünftige Aussage bringt in den letzten 2 Minuten vor Börsenschließung (VOR einer Quartalsberichtsbekanntgabe), da kam ich bei der Auswertung von ca. 600 Werten in den letzte 1,5 Jahren auf ca. 70 % .

Der Wert des Unternehmens. Was meinst du wohl, wozu eine Unternehmensbewertung da ist ?

asdfghj2 05.12.2016, 09:08

du meinst also ich sollte den CashFlow des Unternehmens abzinsen und diesen Wert dann mit dem Wert aller Aktien vergleichen?

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berndcleve 06.12.2016, 19:22
@asdfghj2

Ja, genau. Das ist doch das Problem an der Sache. Theoretisch müßte man den Wert eines Unternehmens wissen: Liegt der Wert über dem Börsenpreis, so müßte der Börsenwert in Zukunft steigen,da er sich langfristig am theoretischen Unternehmenswert anpassen müßte.

Dann sieht man auch die ganzen Probleme an der Sache: Es kommt hier in erster Linie drauf an, die zukünftigen Gewinne richtig zu schätzen. Und das können am ehesten die Geschäftsführung und die anderen marktnahen Führungskräfte des Unternehmens.

Diese ganzen Kennzahlen sind vielfach nur eine Momentaufnahme, beziehen sich zum Teil auch auf die Vergangenheit.

In der Praxis macht man das auch so bei größeren Unternehmenskäufen: Man erstellt Plan Bilanzen und Plan Gewinnrechnungen; bestimmt daraus den zukünftigen  ausschüttbaren Gewinn und den Unternehmenswert. Das ist natürlich mit vielen Unsicherheiten in der Prognose verbunden, aber es ist der theoretisch richtige Ansatz.

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In welchem Zeitrahmen? Geht es um Investieren oder Handeln?

Ein Würfel genügt.

Selbst Börsenprofis haben gegen Affen verloren, die einfach zufällig was getippt haben.

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