Welche Katastrophe war schlimmer? Tschernobyl oder Fukushima

8 Antworten

100% Tschernobyl weil trotz der Entfernung die Strahlung bis Europa und sogar nach Deutschland kam.
Fukushima war natürlich auch schlimm aber Tschernobyl war viel schlimmer.
Die Strahlung von Fukushima ist ja noch nicht mal ansatzweise nach Europa gegangen.

Hello there,

ja die Skala die du meinst ist die sogennannte "INES". Die Internationale Bewertungsskala für nukleare Ereignisse. Diese hat 8 Stufen - von 0 (Vorfall ohne sicherheitstechnische Bedeutung) bis 7 (katastrophaler Unfall). Mit dieser Skala werden Vor-/Stör-/Unfälle in kerntechnischen Anlagen kategorisiert. Je höher die Einstufung, desto gravierender die Umstände.


Nun auf besagter Skala gibt es bisher 2 Ereignisse, die mit der höchsten Stufe 7 eingestuft wurden, nämlich Fukushima und Tschernobyl. Nun könnte man natürlich auf die Idee kommen, dass beides gleich "schlimm" war. Ich würde aber mal sagen dass das nicht so ist. Ich möchte im Folgenden ein paar Argumente nennen, die belegen, dass die Auswirkungen von Tschernobyl schwerer wiegen:

  1. Beginnen wir mit dem insgesamt freigesetzten radioaktiven Material: Obwohl in Fukushima gleich 4 Reaktoren betroffen waren, in Tschernobyl hingegen nur einer, wurden in Fukushima nur in etwa 40% der Menge an Radioaktivität von Tschernobyl freigesetzt. Dies hängt damit zusammen, dass in Tschernobyl der ganze Reaktorkern explodiert ist und der Graphit, der als Moderator diente in Flammen aufging und das radioaktive Inventar in die Umwelt schleuderte. In Fukushima hingegen wurden die Sicherheitsbehälter nicht oder nur gering beschädigt. Gefahr geht vor allem von den Abklingbecken aus, da zum Beispiel das von Reaktor 4 nun unter freiem Himmel liegt nach Bränden und Explosionen im Reaktorgebäude.

  2. Ein weiterer Aspekt ist die Verteilung des freigewordenen Materials. Zu Zeiten Fukushimas herrschten "günstige" Wetterverhältnisse, so dass mehr als 80% des Fallouts aus der radioaktiven Wolke auf den Pazifik geweht wurden und dort niedergingen. Dennoch sind natürlich große Teile Japans, insbesondere innerhalb der Sperrzone um die Reaktoren mehr oder weniger kontaminiert. Allerdings steht hier die Möglichkeit im Raum die Gegend zu dekontaminieren. Man plant für manche evakuierten Regionen schon in 2-3 Jahren eine Rückkehr für die Bewohner. In Tschernobyl hingegen gibt es kein Meer in der Nähe, so dass weite Landstriche durch die Radioaktivität unbewohnbar wurden. Die massiv radioaktive Wolke zog nicht nur über die Ukraine, das Land in der sich Tschernobyl befindet, sondern bewegte sich Richtung Schweden um dann nach Süden Richtung Mitteleuropa und auch Deutschland zu ziehen. Auch heute, 26 Jahre nach dem Reaktorunfall sind Spuren von Radioaktivität in unseren Böden oder manchen Nahrungsmitteln wie Pilzen zu messen. Diese sind allerdings gesundheitlich unbedenklich. Da bei Tschernobyl viel radioaktives Cäsium Cs-137 in die Umwelt gelangte und dieses eine Halbwertszeit von 30 Jahren besitzt, wird es noch lange dauern, bis die radioaktive Belastung so weit zurück gegangen ist, dass man die Sperrzone wieder bewohnen kann (auch wenn einige wenige Menschen illegal noch in der Sperrzone leben, etwa 30 vorwiegend ältere Menschen)

  3. Was noch zu erwähnen ist, wäre der Umgang mit den Katastrophen. In Tschernobyl wurde erst Tage bis Wochen nach dem Unglück überhaupt mit Evakuierungsmaßnahmen begonnen und zum Beispiel Kinder spielten in der radioaktiven Wolke über der Kraftwerksstadt Pripjiat. Keiner wurde über den Vorfall im Kraftwerk informiert. Viele dieser Kinder haben heute Leukämie oder Schilddrüsenkrebs. Viel gravierender wiegt natürlich die Arbeit der "Liquidatoren", die die Folgen des Unglücks beseitigen sollen. Damals arbeiteten diese Menschen ohne Schutzanzüge und Atemmasken und waren der tödlich hohen Strahlung schutzlos ausgeliefert. Die meisten von ihnen leben nicht mehr. Viele brachten Missgeburten zur Welt oder haben langfristige Strahlenschäden. Über die tatsächliche Opferzahl gibt es nur Schätzungen und Dunkelziffern, aber keine genauen Daten. In Fukushima sind zumindest bisher noch "keine" Strahlentote zu verzeichnen, auch wenn bisher schon Arbeiter auf dem AKW-Gelände von Fukushima an Belastungsreaktionen wie Herzinfarkt gestorben sind. Da Strahlenschäden oft erst nach Jahren auftreten, wird man wohl erst in 10 oder mehr Jahren sagen können, wie weit die Schäden, die durch Fukushima entstanden sind, reichen.

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MfG

Alex

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Jenny vom gutefrage.net-Support

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Hey, natürlich ist beides schlimm. Wobei ich sagen muss aus Menschlichersicht finde ich Tschernobyl schlimmer. Vielleicht auch weil es näher bei uns liegt und uns mehr betrifft. Aber dort sind Zahlreiche Menschen bereits gestorben, darunter auch unzählige Kinder und von Tieren wollen wir gar nicht erst anfangen. In Fukushima sind so weit ich weis noch keiner oder zu mindest noch nicht viele durch die Atom Katastrophe umgekommen, da war eher der Tsunami das verherrende auf den die hohen Todeszahlen gehen. Aber wie jeder Andere weis auch ich nicht wie viele an den Folgen sterben werden. Vielleicht sieht es in 10-40 Jahren anderst aus. Vielleicht bin ich dann der Meinung das Fukushima schlimmer war, da bis dorthin noch viele an den spät folgen gestorben sind. Zu dem bin ich aber auch der Meinung das man in Fukushima besser hätte planen b.z.w. vorsorgen können, den tut mir leid aber wer baut ein Atomkraftwwerk an eine Tsunami gefährdete Küste und baut dann auch noch Alle Notsrommaschinen an einen Ort und dann auch noch so nah am Boden? Da musste doch früher oder später was passieren im Zusammenhang mit dem Meer. Ich finde nur beides gleich schlimm in der Sicht auf den Informationsfluss, es hat ewig gedauert bis man wusste was passiert ist, was passiert und was passieren wird b.z.w. passieren kann. Trotzallem tun mir aber die Opfer beider Katastrophen leid, die Zivilbevölkerung kann ja im Grunde nichts dafür. LG River

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