Welche Kameras (+ Objektiv) sind geeignet zum Abfotografieren von Gemälden?

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6 Antworten

Wenn es nur darum geht ein Gemälde formatfüllend abzulichten und danach auf einer Webseite in einem deutlich kleineren Maßstab mit beschränkter Auflösung abzubilden kannst du dir eine beliebige Systemkamera mit einem Zoomobjektiv kaufen.

Wenn es um detailgetreue, hochauflösende und bis in die Ränder scharfe und verzerrungsarme Repro Fotografie mit guter Belichtung geht benötigst du mehrere 10.000€ Equipment

Du brauchst auf jeden Fall ein Stativ und weiches Licht (z.B. ein Nordfenster oder bedeckten Himmel) Die Kamera bzw. das Objektiv muss genau senkrecht auf der Mittelachse des abzufotografierenden Bildes sein. Dazu reicht auch schon eine mittelpraechtige Kamera.

Vorteile bietet eine Kamera, die das RAW-Format ermoeglicht. Dann tust du dich mit der Farbtreue leichter. Fotografiere einfach ein Graukarte am Bildrand mit. Eine Systemkamera mit einem Makroobjektiv oder wenigstens einer Festbrennweite waere das Optimum. Leider hast du kein Budget angegeben.  

QueenofWolves 07.07.2017, 11:54

Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Vom Budget her ist das ganze ein bisschen schwierig. Ich würde anfangs vermutlich sowieso erstmal eine gebrauchte Kamera kaufen. Bestenfalls sollte diese unter 800 liegen. Günstiger ist besser, teurere würde ich aber auch in Erwägung ziehen, wenn die Qualität unfassbar viel besser ist. Im Museum ist mir auch aufgefallen, dass Mitarbeiter mit Systemkamers fotografiert haben. Warum eignen sich diese denn besser als Spiegelreflexkameras und welche Modelle wären denn für solche Zwecke zu empfehlen? 

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Airbus380 07.07.2017, 12:48
@QueenofWolves

Auch Spiegelreflexkameras sind Systemkameras!

Einen winzigen Vorteil haben da die spiegellosen Systemkameras: da klappert kein Spiegel, der bei billigen Stativen schon mal Verwacklungen provozieren kann. Dem kann man aber bei den allermeisten DSLRs mittels Spiegelvorausloesung entgegenwirken. Und der AF ist bei den spiegellosen fuer unbewegliche Vorlagen auch im Schnitt etwas weniger fehlerbehaftet.

Aber im Grunde ist es egal, ob da ein Spiegel klappert oder nicht.

Der Vorteil der DSLRs ist noch, dass es sehr viel mehr Objektive zur Auswahl hat und das gilt besonders auch fuer den Gebrauchtmarkt. Schließlich kannst du ueber 30 Jahre alte Objektive von Nikon oder Pentax an aktuelle DSLRs dieser Marken benutzen.

Ich wuerde dir am ehesten eine Festbrennweite empfehlen, weil Zooms immer auch etwas verzeichnen. Das heißt: sie machen aus geraden Linien am Bildrand gebogene. Nach außen gebogen nennt man tonnenfoermige, nach innen gebogene kissenfoermige Verzeichnung. Und wellenfoermig gibt es manchmal auch noch.

Das macht sich bei geraden Bildern nicht gut und korrigieren ist mit leichtem bis groeßerem Aufwand verbunden. Unkorrigiert sieht es Schice aus.

Welche Brennweite du brauchst, kannst du entscheiden, wenn du die Kamera und ein Standard Kitobjektiv hast. Diese Kitobjektive kosten nur ca 50€ Aufpreis. Daher kann man das ruhig mitkaufen.

Die Brennweite fuer das "gute" Objektiv legst du dann fest, wenn klar ist in welchen Raeumlichkeiten wie große Gemaelde fotografiert werden sollen.

800€ fuer Kamera und Objektiv duerften reichen, aber mit Stativ wird es da schon knapp. Und nimm kein billiges! Wenn du es wirklich nur fuer Repros benutzen willst, kann es ja ruhig ein schweres und altes sein. Die bekommt man sehr gut und guenstig gebraucht. 

Ob du jetzt eine Sony A6000 oder eine Nikon A5x00 oder eine Pentax K-50 oder was von Fuji, Canon, Olympus oder Panasonic nimmst, ist von der erreichbaren Bildqualitaet her gar kein so großer Unterschied. Die 50mm Festbrennweiten kosten zwischen 100 und 200 Euro, als Makro gut das Doppelte.

Worauf du noch achten  musst, ist das unterschiedliche Bildseitenverhaeltnis des Aufnahmeformats. Bei den meisten Systemkameras ist es 3:2, nur bei den Systemkameras von Olympus und Panasonic ist es 4:3 und der Sensor ist auch etwas kleiner.  

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Ich mache das seit 25 Jahren beruflich mit folgender Technik:

Makro-Objektiv ca. 100mm Brennweite.

Ein Makro bildet in der Regel extrem gut ab und kann natürlich auch für Makrobilder, Portarits u.s.w. verwendet werden.

Kamera:Spiegelreflex

Das Wichtigste: Blitzanlage mit 2 Lampen und Softboxen.

Ohne korrektes Licht wird das nix und man ist abhängig vom Wetter.

Das kann nun gar nicht sein.

Und jetzt muss man nur noch wissen, wie man ausleuchtet.

Das kann mitunter recht schwierig werden bei zum Beispiel glänzenden Gemälden.

Außerdem sollte man sicht mit dem Weißabgleich auskennen und einen kalibrierten Monitor besitzen.

Sonst hat man Kraut&Rüben Farben wie der Amateur.

Ich persönlich, fotografiere eine Farbkarte mit aufs Bild.(Am unteren Bildrand).

Damit der nächste (Druckerei) sieht, wie die Farben aussehen.

 - (Kamera, Kunst, Fotografie)

Es kommt dabei nicht immer auf die Kamera an du solltest auch darauf achten das das Gemälde richtig belichtet ist ,sodass es auch ohne bessere Kamera schon viel besser wirkt.

Das könnte auch ein Profi übernehmen (Outsourcing).

Hole dir in mehreren professionellen Fotoateliers in deiner Umgebung Kostenvoranschläge und Angebote ein.

Wäre es nicht sinnvoller, sich einen hochwertigen Scanner zu kaufen?

QueenofWolves 07.07.2017, 11:43

Kleinere Zeichnungen scanne ich bereits. Für Gemälde wäre das jedoch schwierig, da die Formate gut 2m überschreiten können :-) 

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Jerne79 07.07.2017, 12:17
@QueenofWolves

Gut, DAS Problem seh ich ein. :D

Du sprichst oben von einem Budget von 800 Euro.

Letztlich brauchst du eine beliebige DSLR, ein vernünftiges Objektiv davor, ein Stativ und ein Bildentwicklungsprogramm wie Lightroom.

Was für ein Objektiv du brauchst, ist von den Räumlichkeiten abhängig, also wie weit du tatsächlich weggehen kannst vom Objekt und wie weit in den Weitwinkelbereich das Objektiv gehen muss, um noch das ganze Motiv zu erfassen.

Der Body ist hier in meinen Augen zweitrangig, da du mit unbewegten Motiven und Stativ arbeitest. Auch ein älteres Modell im unteren Preissegment ist da ausreichend. Beim Objektiv kann es - je nach räumlichen Gegenheiten schon schwieriger werden.

Um ein Programm wie Adobe Lightroom kommst du nicht herum, da du sicherlich immer wieder einmal beim Weißabgleich oder den Farbwerten nachjustieren müssen wirst, ohne Qualitätsverlust kannst du das nur mit RAWs. Und du musst natürlich Entzerrungen durch das Objektiv korrigieren können. Ich würde da eine ältere Version nehmen, die du noch kaufen kannst, damit du nicht monatlich einen Betrag zahlen musst.

Ähnliches leistet natürlich auch eine Systemkamera. Was du da nimmst, ist letztlich dir selbst überlassen.

Wenn du Freunde oder Bekannte mit DSLRs hast, könntest du erstmal klären, welche Brennweite du tatsächlich benötigst, um auch größere Bilder vollständig ablichten zu können.

Beschäftige dich mit Themen wie Brennweite, ISO, Blende, damit du weißt, welche manuellen Einstellungen du vornehmen und beachten musst.

Geh auch mal in ein größeres Fachgeschäft oder einen Elektronikmarkt und nimm verschiedene Modelle verschiedener Marken in die Hand. Qualitativ ist da inzwischen wenig Unterschied, aber die Bedienung einer Marke kann einem liegen oder eben auch nicht.

Wenn du dich für eine Marke oder ein System entschieden hast und weißt, was das Objektiv können muss, kann man dich deutlich konkreter beraten.

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