Welche Heidnischen Kulturreste haben wir noch?

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6 Antworten

Der Weihnachtsbaum ist ein heidnischer Brauch, aber sicher nicht der Brauch des 25. Dezembers, man kann davon ausgehen, dass man den Zweig (es war früher kein Baum) zur Beschwichtigung der Geister des Waldes (nur eine mögliche Ableitung!) zu Beginn der kalten Zeit (November) ins Haus holte und schmückte.

Die Wintersonnenwende liegt in unseren nördlichen Breiten zwischen dem 21. und 22. Dezember, geht also nicht auf Odin/Thor sondern höchstens auf den Mithras-Kult im Mittelmeerraum zurück...

Ostern ist ein jüdisch/christliches Fest, da es auf Pessach und die damit verbundene Kreuzigung Jesus an diesem Fest zurückgeht, das gleiche gilt für Pfingsten und erklärt sich aus der Zeitspanne, wenn der heilige Geist in die Jünger fuhr...

Das mit den Wochentagen ist hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Wochentage

so schön erklärt, dass ich mir die Erklärung sparen kann, man sollte aber schon wissen, dass die Germanen keine Wochentage kannten!

Von dem heutigen Europa sind praktisch kaum noch alte Riten und Feste bekannt, denn irgendwie vergassen sie es aufzuschreiben (hatten keine Schriftreligion). Also baut man sich aus Halbwissen, Legenden und den Behauptungen aus der Nazi-Zeit sein eigenes Bild von unseren Vorfahren, denn vieles ist erst durch Ausgrabungen der letzten 30 Jahre wirklich bekannt geworden, liest man volksdeutsche Bücher oder Werke von Rassisten aus dem 19. Jh. wird man sich über manche Behauptungen und Herleitungen kaputtlachen...

Ein wenig anders verhält es sich mit den Skandinaviern, sie wurden erst im 12. Jh. vollends christianisert und deshalb finden sich dort noch recht gut erhaltene Zeugnisse alter Kulte. Nur sind Sachen wie das Julfest erst nach der Christianisierung neu aufgelegt worden, um die alten Kulturen zu bewahren.

Generell kann man den Ahnenkult der Vorfahren nicht mehr nachvollziehen, aber ich denke die Herleitung von Alltagssituation wie man sie in Naturkunde-Museen oder historischen Nachbildungen (Museumsdorf Düpppel, Berlin) sind weitaus interessanter und wichtiger für das Verständnis unserer Geschichte...

Mir fällt der Mistelzweig, der Tanz in den Mai, Sylvester und Halloween noch ein. Karneval wurde auch schon mit den Saturnalien in Verbindung gebracht (wäre demnach auch heidnisch). Selbstverständlich sind die meisten der Bräuche mittlerweile mit einem christlichen Hintergrund versehen worden, dürften jedoch immer noch von früheren Riten geprägt sein.

Silvester geht auf einen heiligen zurück und ganz nebenbei müsste man dazu erstmal einen Jahreskalender haben, der kam aber erst mit den Römern...

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Die Kirche hat überall das Heidentum vorgefunden, mit seinen Festen, seinen Gebräuchen und seinen Stätten. Bei dieser Begegnung hat es für die Kirche zwei unterschiedliche Strategien gegeben.

Die eine war, das Heidentum "auszureißen" und etwas ganz Neues zu pflanzen. Dies ist die "prophetische" Lösung. Solch eine Strategie hat man aber nur in radikalen Fällen vorgenommen, nämlich da, wo man das Evangelium nicht inkulturieren konnte. Inkulturieren = wo sich die heidnische Kultur vollkommen gegen das Evangelium sperrte. Zum Beispiel hat man religiöse Kinderopfer, Menschenopfer abgeschafft. Das "Ausreißen" ist dort angebracht, wo Gebräuche gegen die Menschenrechte verstoßen. Ich denke an die Beschneidung, Verstümmelung von Mädchen in Schwarzafrika. Ich denke, in christlichen Kulturen sind bei dieser Lösung keine "Reste" übriggeblieben.

Die andere, weitaus häufigere, Lösung war die, dass man heidnische Gebräuche "taufte". Sie wurden langsam verchristlicht. Es waren gute Sachen, wie die Wochentage und anderes mehr, der Sonnenmythos als Wichtigstes. Nach zwei Generationen der Missionierung sind die alten heidnischen Inhalte in der Regel gegen christliche ausgetauscht. Dies ist ein relativ friedlicher Vorgang.

Solche Inkulturierungen geschehen ständig, z. B. in der Musik. So gibt es u. a. ein Tanzlied von Gastoldi, recht weltlich ("An hellen Tagen..".). Die Kirche hat die Melodie übernommen, einen christlichen Text unterlegt, und inzwischen ist es ein Kirchenlied ("In dir ist Freude..").

Von heidnischen Resten kann man deswegen eigentlich nicht sprechen, vielleicht eher von einem Stratum, einer Art geologischer Schicht.

Wenn ich einen Tannenbaum zu Weihnachen habe, ist er für mich 100%ig ein christliches Symbol, obwohl ich weiß, dass er ursprünglich nicht christlich ist. Ebenfalls nist Ostern für einen Christen das höchste christliche Fest, obwohl ich weiß, dass es ursprünglich im Heidentum andere Bedeutungen hatte. Da gibt es für mich keine Reste. Es ist etwas Neues entstanden.

Das sehe ich ein bisschen anders. Ich sehe "nur" ein frommes Mäntelchen, das uralten heidnischen Bräuchen übergeworfen wurde, um den Menschen, die von diesen Bräuchen nicht lassen wollten, so wie jenen, die sie noch nicht kannten, ein bisschen "Schlafsand" in die Augen zu streuen. Aber zanken werde ich mich deshalb nicht. Du hast deine Meinung und ich die meine. Ist okay so.

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@Brigitta270755

Ich gebe dir an einigen Stellen sogar recht. Manchmal hätte die Missionierung radikaler sein müssen. Zum Beispiel bei der Heiligenverehrung. Da landet man im Vorzimmer stat im Zentrum selbst. Bei manchen Sachen hat man eher den Eindruck von Aberglauben.

Aber damit komme ich als Protestant in eine Polemik gegen gewisse Ausprägungen des Katholizismus. Aber auch in Niedersachsen oder Schleswig-Holstein hat man manchmal den Eindruck von Heidentum im Gewand des Christentums.

Mir kam es auf die große Linie der Missionsgeschichte an. Und ich hatte eher Afrika und Asien im Blick. Im Ganzen möchte ich meine Sicht beibehalten, schon von der Wirkungsgeschichte des Chrtistentums her.

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http://www.jahreskreis.info/files/wintersonnenwende.html

ostrada- ostern

bletan- waldburgisnacht tanz in den mai

samhain- allerheiligen (halloween)

wintersonnenwende/ jul fest- weihnachten

wobei die Rauhnächte, dauern vom - 24. Dezember bis 5. Januar, eher für weihnachten sprechen.

passend zum weihnachten noch der weihnachtsbaum- kelten lebensbaum

Der Weihnachtsbaum ist ein uraltes Symbol, das weit in die Steinzeit zurückreicht und von der katholischen Kirche nicht verdrängt werden konnte trotz schwerer Verbote und Strafen. Unser WEIHNACHTSBAUM ist eigentlich ein Abbild des "WELTENBAUMES", geschmückt mit heiligen und magischen Symbolen, behängt mit den goldenen Äpfeln des ewigen Lebens, mit den Nüssen der Weisheit, mit Legenden garniert, mit Mythen umgeben, mit Kerzen beleuchtet ... Wir schmücken den lebensspendenden Weltenbaum mit den Symbolen unseres Kosmos. Unser Weihnachtsbaum ist eigentlich unser LEBENSBAUM. Ein Lebensbaum oder Weltenbaum verbindet Kosmos und Erde, Universum und Mensch. Er ist ein Symbol für unsere Verbindung mit anderen Welten. Der Weltenbaum IST das Universum. Er ist das Lebensgewebe.

Walpurgisnacht, Halloween, Mittsommernachtsfeste

Halloween ist keltisch aber danke

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@mezmerrizer

Halloween ist 1830 von irischen Einwandern in USA als Reminiszenz an Ihre Heimat aufgelegt worden. Der Ursprung in Irland kann sich schon auf ein keltisches Fest beziehen, verdankt sein Datum aber dem Vorabend von Allerheiligen aus dem 6. JH., selbst wenn man das nur in Irland tat, so war der Tag natürlich in Rom festgelegt worden, damit dürfte allenfalls keltisches Brauchtum verarbeitet aber keineswegs der Tag vor Allerheiligen gemeint gewesen sein. Die Kelten hätten sich auch eher am Mond oder der Sonne orientiert, somit wäre Halloween kein festes Datum...

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geh auf www.lokis.de auf sonstige begriffe links unten auf F und dann auf feste

super seite hoffe du findest was du suchst

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