Welche guten Gründe gibt es für ein Zwischenzeugnis ohne Misstrauen zu wecken?

... komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Also ich hab damals einfach nach einem Zwischnezeugnis gefragt - ohne einen Grund anzugeben. Hätte man mich gefragt, hätte ich gesagt, nach X Jahren möchte man doch wissen, wie man eingeschätzt wird.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Zunächst einmal: Es gibt keine gesetzliche Regelung für einen Anspruch auf die Erteilung eines Zwischenzeugnisses!

Nur bei trifftigen Gründen, ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet. Dazu hat es schon eine Vielzahl von Gerichtsurteilen gegeben.

  • Findet ein Vorgesetztenwechsel statt, haben Mitarbeiter einen Anspruch, da der neue Chef nicht in der Lage ist, für die Zeit vor seinem Antritt die Arbeitnehmerleistung zu beurteilen.
  • Wird ein Mitarbeiter in eine andere Abteilung versetzt, steht ihm ebenfalls von seinem alten Vorgesetzten ein Zwischenzeugnis zu. Erst recht, wenn ihn in der neuen Abteilung auch neue Aufgaben erwarten.
  • Möchte ein Mitarbeiter eine Weiterbildung absolvieren, erwarten einige
    Fortbildungsstätten bei der Anmeldung ein (Zwischen-)Zeugnis. Auch dann
    müssen Arbeitgeber sich die Mühe machen.
  • Verlässt ein Mitarbeiter für einen längeren Zeitraum das Unternehmen (z.B.
    Elternzeit), kann er ebenfalls ein Zwischenzeugnis erwarten, da zu
    diesem Zeitpunkt nicht klar ist, ob er wieder zurückkehrt in den Betrieb
    bzw. ob der Vorgesetzte nach Rückkehr des Mitarbeiters noch in der
    Abteilung bzw. dem Unternehmen tätig ist.
  • Und natürlich wenn ein Mitarbeiter auf Arbeitsplatzsuche geht. Auch dann hat er einen Anspruch auf ein Zwischenzeugnis. Denn nur so sind seine Bewerbungsunterlagen auch vollständig.

Fakt ist: Wenn keiner der o. g. Gründe vorliegt oder, wie in Ihrem Fall, Sie nicht möchten das der Arbeitgeber von der Arbeitsplatzsuche erfährt, ist der Arbeitgeber nicht verpflichtet, Ihnen ein Zwischenzeugnis auszustellen.

Sie können jedoch ... eine schriftliche Leistungsbeurteilung verlangen. Dazu ist der Arbeitgeber verpflichtet, zumal Sie fünf Jahre im Unternehmen sind und sich Ihre Aufgaben seit Beginn Ihrer Anstellung erweitert haben.

Eine solche Leistungsbeurteilung fällt meist besser aus, da man einen gut eingearbeiteten Mitarbeiter ungern verliert.

Übrigens: Wenn man seinem Arbeitgeber mitteilt, dass man auf der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz ist, kann  (nicht muss) das unangenehme Folgen haben. Eventuell fällt das Zwischenzeugnis schlecht aus oder der Arbeitgeber kündigt den Mitarbeiter, auf Grund eines nicht mehr vorhandenen Vertrauensverhältnisses.

Und zum Schluss noch etwas Persönliches: Ich würde mir selbst nie ein Arbeitszeugnis schreiben wollen, denn ich möchte wissen, wie mein Arbeitgeber bzw. Vorgesetzter meine Leistungen tatsächlich beurteilt, sehen, ob er tatsächlich alle meine Aufgaben kennt oder auch bemerkt hat. Auch möchte ich wissen, wie er mich als Mitarbeiter in meinen Softskills einschätzt.
Sollte ich mit der Ausarbeitung nicht zufrieden sein, habe ich die Möglichkeit mich mit ihm zusammenzusetzen und Sachverhalte richtig zu stellen oder auch meine Einschätzungen etc. darzulegen.
Mir hat das, in meiner Zeit als Angestellte, viel Hochachtung beim Arbeitgeber und hervorragende Zeugnisse eingebracht.

Ich hoffe, meine Antwort hilft Ihnen ein wenig weiter!

Beste Grüße

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Mayhem71
18.02.2016, 01:38

Hätte ich nicht vorher schon eine andere Antwort als hilfreichste ausgezeichnet, wäre es deine geworden. Danke!

0

du kannst auch einfach bei der wahrheit bleiben und sagen, dass du in letzter zeit erkannt hast, dass du gerne ein hobby von dir zum beruf machen möchtest und dich lange damit beschäftigt hast. geh am besten in die personalabteilung oder zum chef persönlich und erkläre ihm die situation so das du dich darüber freust. chefs erleben andauernd, dass sie leute verlassen. das sollte für einen chef überhaupt kein problem sein. 

wenn doch dann kannst du auch zu einem stellvertretenden chef gehen, der dann dem chef ins gewissen redet oder einem abteilungsleiter. oft ist es so, dass positive aussagen von anderen, dann den chef doch dazu bekommen ein ordentliches zeugnis zu erstellen, weil er ja weiter mit diesen kollegen arbeiten will und ein schlechtes arbeitsklima aufkäme, wenn diese dann auch damit rechnen müssen, dass sie schlechte zeugnisse bekämen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Solche Mitarbeiter liebe ich ja. Anstatt dem Vorgesetzten genauso Vertrauen entgegen zu bringen wie man es selbst genießt, wenn man schon ein Alleinstellungsmerkmal inne hat (Ausbilderschein womöglich), geht man schon her und stellt sich das eigene Zeugnis aus und fragt dann im Internet nach, wie man das unterschrieben bekommt.

Unglaublich.

Es ist dein gutes Recht ein Zwischenzeugnis anzufordern und es ist die Pflicht und alleiniges Recht deines Arbeitgebers dieses zu schreiben und zu formulieren. Alles andere ist "Betrug".

Übrigens die meisten Leute die meinen sie wären gut bis sehr gut im Job, werden in der Leitung eher als unterdurchschnittlich angesehen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Mayhem71
16.02.2016, 05:05

Ja, Ausbilderschein. Ich bin dort ziemlich rasch aufgestiegen, aber jetzt gibt es kein Weiterkommen mehr. Über mir ist nur noch der Betriebsleiter. Der Job ist sehr unterdurchschnittlich bezahlt. Der Firmenchef selber ist eher selten mal anwesend, so dass ich ihm mit der Vorformulierung eher einen Gefallen tue.

0

Ganz einfach dass man wissen möchte wie man bisher beurteilt wird bei der Frima.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von gadus
16.02.2016, 06:22

Kurze aber praezise Antwort.   LG  gadus

1

Da gibt es wohl keine anderen plausible Gründe

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?