Welche gesellschaftliche Gruppe profitierte davon, dass das Leben der Menschen des Mittelalters vom Glaube geprägt wurde?

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5 Antworten

Diese Frage kann man eigentlich nicht mit einigen Sätzen beantworten - sie allerdings präziser zu ordnen, würde hier den Rahmen völlig auseinandersprengen

Vielleicht aber so viel: Die mittelalterliche Gesellschaft war eine Affektgesellschaft, deren kognitive Dispositionen weitgehend - zumindest in den Vulgärteilen (dem gewöhnlichen Menschen) sehr schmal ausgeprägt war.

Das Böse, Bedohliche, Geheimnisvolle war in dieser Lebenswelt  ständig präsent, den Einen als Bedrohung, den Anderen als Versuchung. Die Welt war noch nicht von der Wissenschaft entzaubert. Die Menschen wussten wenig und glaubten viel. Dämonen, Geister und Teufel beherrschten den Alltag. Da Kaum jemand konnte lesen, was es  auch eine bildgewaltige Welt, die all das Unbekannte, all das Haltlose und Beängstigende erklären musste.

Der Glaube - als Vertrauensmoment - war eines der zentralen Dispositionsgrößen des Menschen überhaupt

Hans-Werner Goetz schreibt: „Die Gesellschaft des Mittelalters ist bekanntlich weithin durch religiöse Vorstellungen und Praktiken gekennzeichnet, die in alle Gebiete des Lebens eindringen und diese bestimmen.“ (Goetz, Gott und die Welt, S.31, Gurjewitsch schreibt in diesem Zusammenhang von einem „religiösen Bewußtsein“, Gurjewitsch, Weltbild, S.355)

In dieser Gesellschaft liegt die gleichsam „Führung des Lebens“ bei „korporativen Mächten“ deren „Herrschaft durch die Autorität von Sitte und Herkommen…“ legitimiert ist, da diese Herrschaft „kraft einer geheiligten, unwidersprochenen Tradition“ ausgeübt wurde. (siehe Michael Seidlmayer „Das Mittelalter. Umrisse und Ergebnisse des Zeitalters ; unser Erbe“; Göttingen, Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, 1967, 70 S., hier S. 19)

Der Einzelne zählte in dieser Gesellschaft nichts (er war gleichsam „porträtlos“, wie dies Gerd Tellenbach einmal treffend beschrieb, da seine Zeit porträtlos war – siehe Gerd Telenbach „Zur Bedeutung der Personenforschung für die Erkenntnis des früheren Mittelalters „ ; Freiburg i.Br, Schulz, 1957, 24 S., hier S.6), der Mensch wurde „…entweder in Ausübung seiner Funktion oder als Angehöriger einer Gruppe…“ (Goetz, Leben im Mittelalter, S.17) transparent, repräsentativ und gleichsam kompetitiv.
Der Mensch war eingeordnet in die Gemeinschaft, die ihm zu leben erst ermöglichte.“ (Goetz, Leben im Mittelalter, S.17, siehe auch: Karl Schmid "Über das Verhältnis von Person und Gemeinschaft im frühen Mittelalter „ In: Frühmittelalterliche Studien Bd. 1 (1967) S. 225-249) und das gemeinsame Alterität, Integrität  und Legitimität lag immer in der Glaubensgemeinschaft.

Wer profitierte in dieser Gesellschaft vom Glaube? Eigentlich jeder, der irgendwie in diese Gesellschaft eingebunden war - finanziell und reputativ natürlich die Eliten - die Hocharistokraten, Meritokraten, der Hochklerus, das Hochbürgertum, einige Fernhandelskaufleute, Spezialberufsträger und die Seigneurialitäten des niederen Adels bei günstigen Umständen.



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In erster Linie natürlich der Klerus (Geistliche). Er konnte dadurch überhaupt erst so mächtig werden und wie der Investiturstreit gezeigt hat war der Papst selbst ohne Heer ähnlich mächtig wie der Kaiser.

Aber auch die Adligen konnten diese Macht natürlich ausnutzen. Besonders die Reformation nutzen viele Fürsten aus, um sich selbst zum Herr über Weltliches und Geistliches zu machen.

Die einfache Bevälkerung profitierte mit Abstand am wenigsten davon. Man könnte natürlich argumentieren, dass sie dadurch ein Ziel vor Augen hatten (das Paradies), aber ohne diese Strenggläubigkeit wäre es ihnen gut möglich besser gegangen, da die Monarchie gar nicht erst mit der Berufung auf Gott möglih gewesen wäre.

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die ewig gestrigen

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Nur die Kirche den Sie hatte damals auch die Politische Macht und konnte köniege+ Kaiser Schwieriegkeiten machen

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der klerus , mulitmilliardär schon damals .

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