Welche Geldpolitik betreibt uns gegenwärtig?

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4 Antworten

Eine expansive Geldpolitik. Die EZB versucht, durch verschiedene Maßnahmen- vor allem niedrige Leitzinsen und Quantitative Easing- die Inflationsrate nach oben zu treiben. Die ist momentan nämlich im Keller, um die 0% herum. Das bringt die Gefahr einer Deflation mit sich.

Das führt in Deutschland zu einer Welle der Empörung. Der internationale Mainstream der Ökonomie(zu dem die deutsche Wirtschaftswissenschaft in Opposition steht) kritisiert die EZB aber höchstens dafür, dass ihre Politik nicht expansiv genug ist.

Siehe hierzu folgenden Kommentar: http://www.spiegel.de/wirtschaft/kritik-an-mario-draghi-der-deutsche-traum-von-der-geldzauberei-a-1088584.html

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Die EZB betreibt keine andere Geldpolitik als etwa die FED/USA oder die Notenbank von Japan.
Das zu Grundeliegende Problem ist die Verschuldung, zum einen der Staaten, wie USA nahe 100%, Euroraum 93% im Durchschnitt, Japan 212%.
Die Verschuldung im Euroraum Staaten/Banken/Verbraucher beträgt 448%.

Zuerst muss die Verschuldung reduziert werden, gleich auf welchem Weg.
Der eine führt über Tilgung, der andere über Schuldenschnitt.
Da es beides nicht einfach so hat ist der "Dritte Weg" über Null- und Negativzinsen.

Tilgung wäre der moralisch ideale Fall.
Da die Gesamtverschuldung Euroraum bei 448% (Deutschland um 228%) liegt diese über der jeweiligen Jahreswirtschaftsleistung, an Tilgung ist gar nicht zu denken, nicht in Deutschland und nicht sonstwo.

Ein Schuldenschnitt kann nur politisch hergeleitet werden, streichst Du mir streiche ich Dir. Das ist bei weitem nicht absehbar.
Nur ist das nicht die eigentliche Antwort der Politik.

Politik ist immer auch, wenn man den "schwarzen Peter" weiterreicht, eben an die EZB.
Diese kauft Staatsanleihen auf und prolongiert diese in ihrer Bilanz.
Neuerdings kauft die EZB auch Unternehmensanleihen auf.
Kurz und gut Schulden können auf diesem Weg bis zur Ewigkeit bei der EZB geparkt werden.

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Die EZB betreibt derzeit Quantitative Easing, d.h., sie überschwemmt den Markt mit Geld, sodass die Zinsen tief und die Inflation medium bleiben. Man kann die Geldpolitik auch als schleichende Enteignung betrachten, denn diejenigen, die Geld gespart haben, verlieren Geld. Früher gab es einmal Inflation targeting, aber das ist Geschichte, seit die EZB nur damit beschäftigt ist, den Euro im Keller zu halten, damit die maroden Wirtschaften der EU nicht ganz landunter melden müssen (also Griechenland,Portugal und Spanien und etwas weniger aber dennoch marode: Frankreich und Italien).

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Kommentar von quarklabor
18.05.2016, 20:27

Naja offiziell betreibt die EZB das quantitative easing wegen dem Ziel des inflation targeting. Formal gesehen ist sie dazu auch berechtigt, da sie die Inflation in die Nähe von 2% ziehen soll, die Inflation im Euroland (nicht in den einzelnen Ländern) aber darunter liegt. Das ist ihr einziger Auftrag und dem geht sie nach.

Alles andere ist Politik und die macht die EZB nicht. Wenn man etwas dagegen hat, sollte man sich bei den Politikern beschweren und nicht bei der EZB.

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Kommentar von Lennister
18.05.2016, 20:28

Was du schreibst, ist falsch, und zwar aus mehreren Gründen:

Erstens: Die EZB hat nach wie vor ein Inflationsziel: Nahe bei, aber nicht ganz 2%. Das Ziel, das übrigens auch im Stabilitäts- und Wachstumsgesetz festgeschrieben ist.

Zweitens: Die EZB versucht nicht "den Euro im Keller zu halten"(von seinen niedrigsten Werten, nämlich unter 0,9 Dollar,ist der Euro nach wie vor weit entfernt), sie versucht, eine Deflation zu verhindern. Die Inflationsrate schwankt nämlich momentan um die 0% herum, manchmal gibt es sogar geringfügige Deflation.

Eine größere Deflation wäre allerdings fatal; um das zu verhindern, betreibt die EZB eine expansive Geldpolitik. 

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Expansive Geldpolitik :)

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