welche Gamaschen?

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5 Antworten

Keine. Pferde sollten möglichst wenig Bandagen und Gamaschen tragen - im Prinzip bestenfalls, wenn Du Dich an Sprünge wagst, die schwierig werden könnten, als Streifschutz.

Unter Bandagen hat das Bein nahezu immer (grad mal die ersten paar Minuten im Winter nicht) über 40 °C und ab dieser Temperatur verkleben die Sehnen, die werden also viel verletzungsanfälliger. Und diese Verletzungsgefahr ist nicht vorbei, wenn man die Gamaschen abnimmt und das Pferd auf die Weide schickt, sondern einmal verklebt können die nur über ganz bestimmte Verfahren der manuellen Therapie bzw. sehr lange Zeit wieder gelöst werden. Heutzutage gibt es auch deswegen so viele sehnenverletzte Tiere, weil keiner mehr drüber nachdenkt, sondern einfach immer was ans Bein packt zur Arbeit.

Karin1987 18.03.2012, 18:45

Nachdem sich mein Pony beim longieren mal vorn den Aufzug vom Eisen in´s Vorderbein (innenseide) gegen die Sehne geschlagen hat bin ich da vorsichtiger.

Für Ausritte, Weide, Paddock, Führanlage & Co gibt es keinen Beinschutz mehr.

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Baroque 18.03.2012, 18:54
@Karin1987

Gut, aber das kann auf der Weide genauso passieren, da kannst auch keinen Schutz mitgeben, mit welcher Berechtigung lässt man sie also im Vergleich 23 Stunden täglich dann ungeschützt.

Und auch wenn das immer erschreckend klingt: Die meisten Streifschüsse gehen mit Hautverletzungen ab, die in einem Monat wieder richtig heil sind, viele Sehnenverletzungen aufgrund zu warmer Beine enden mit Rente oder wenigstens Verzicht auf gewisse Dinge für immer. Das ist auch was, was abzuwägen ist.

Und ich bin da inzwischen ja ganz deutlich der Meinung: Eisen, mit denen sowas passieren kann, sollten eh nur Pferde tragen, die so viel auf harten Böden arbeiten, dass der Abrieb nicht mehr positiv genutzt werden kann (also mehrere Stunden täglich auf Asphalt und Schotter), weil die Eisen mehr kaputt machen als sie Abriebschutz bieten. Wenn ich nun die ganzen Huffäule- bis Hufkrebs und Arthrosefälle im Huf ansehe ... ich habe mir aufgrund dessen, was ich im letzten halben Jahr gesehen habe, geschworen, ich tu keinem Pferd mehr Hufeisen an. Wenn es aus Verletzungs- oder Krankheitsgründen mal einen Schutz brauchen sollte, müssen Verbände und Schuhe herhalten, aber die Schäden, die Eisen hervorrufen für Gelenke, Bänderapparat und im Huf sind mir definitiv zu groß. Äußerlich sieht es für ungeübte Augen recht "normal" aus, aber wenn ich mich mit den neu erworbenen Kenntnissen umsehe, sehe ich kein einziges Pferd, das mit Beschlag einen gesunden Huf hat. Gut, ich sehe auch viele katastrophal barhufbearbeitet. Aber ich sehe inzwischen von weitem den Unterschied, ob ein Pferd gerne auf seinen Hufen läuft oder es halt tut, weil es nichts anderes hat, zum Teil nichts anderes kennt.

Von daher: Nur ohne Beinverpackungen für mich weiterhin.

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Karin1987 18.03.2012, 19:49
@Baroque

Die Eisen benötigt sie leider, und zum großen Leid auch an allen 4 Beinen.

Ich habe in den 4 Jahren mitlerweile mehrmals versucht die Eisen runter zu lassen, leider ohne erfolg.

Beim letzten versuch ist es ganze 3 Monate gut gegangen. Erstmal hinten Eisen Runter, nur auf Sandboden geritten, nur Paddock mit Sandboden........ ging lange gut, Nagellöcher waren alle wieder rausgewachsen. Habe nach Hufpfleger anleitung mit Keralit gearbeitet (habe ich bei den anderen Versuchen nicht gemacht, da ging es auch ehr schief).

Dann ging das gebröckel und das permanente ausbrechen wieder los. Leider hat sie extrem helle und weiche Hufe. Es ist schneller ausgebrochen und weggebröselt als es nachgewachsen ist. Dann hat auch der Hufpfleger vorsichtig zugegeben das es wohl doch nicht so funtioniert.

Nach 3 Monaten schohngang und absoluter Ausreitabstinenz kamen die Eisen wieder drunter.

Wenn ich es mit aussuchen dürfte würde sie Barhuf gehen. Würde mir auch ne Menge kosten ersparen, schaue immer neidisch zur Kollegin rüber mit der ich immer zusammen den Schmiedtermin nehme. Die zahlt dann für die Barhufpflege nur 20 €, bei mir sind es immer 60 für´s umlegen und 90 für neue.

Mir ist durchaus bewusst das Eisen nicht optimal sind, auch das dieses Permanente genagel im Huf nicht gut ist.

Hufgeschwüre oder Strahlfäule hatten wir zum Glück noch nicht. Pflege aber auch sehr pingelich und schau mir den Huf täglich gut an.

Ach so, bevor gleich wieder sowas kommt wie "der Huf hätte sich noch dran gewöhnen müssen" und so. Mit ist auch klar das der Huf sich erstmal an die Reize ohne Eisen gewöhnen muss, das dies auch notwendig ist und sich das wachstum entsprechend danach regelt.... glaubt mir, es ist nichts zu machen gewesen.

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Baroque 18.03.2012, 20:12
@Karin1987

Ok, dann weiß ich schon, was der Fehler war: Hufpfleger. Die haben dieselbe Lehre für den Barhuf wie die Hufschmiede und die funktioniert nicht. Die gehen fühlig über Steine, sodass sie immer Schuhe brauchen, sie brechen aus, die Stellungsfehler verschlimmern sich genauso wie mit den Eisen. Für 20 Euro bekommt man keinen funktionstüchtigen Barhuf. Das sind die Barhufe, die ich sehe, wo mir die Pferde richtig, richtig arg leid tun.

Und ja, gewöhnen muss sein, nämlich mindestens 10 Monate lang normalerweise, weil sie einmal durchwachsen müssen mindestens, um die ganzen Probleme der Vorjahre rauswachsen zu lassen. Und zum Gewöhnen gehört eben keine Ausreitabstinenz, sondern tägliches Training beginnend mit 150 m Schotterweg gesteigert zu Ritten von einer Stunde nach etwa 4 Wochen. Und gang, ganz wichtig, sofort so viel wie möglich auf Asphalt und Betonpflaster etc. gehen lassen, nur der Abrieb schafft Wachstum. Wenn jemand so ideale Bedingungen hat wie wir, wo von 3.600 qm Aktivstall (man rechnet mit Laufwegen von 10 bis 20 km täglich darin) die Hälfte gepflastert ist, sind nach 3 bis 4 Wochen schon die Hufe so hart, dass man sie wässern muss, damit der Huforthopäde dran arbeiten kann. Bei Freunden, die die Pferde in der Box haben, hieß die Anweisung, täglich mindestens eine halbe Stunde am Radweg oder auf geschotterten Waldwegen spazieren gehen.

Dazu sind die meisten Boxen so dick eingestreut, dass die Hufe keinen Gegendruck von unten haben und es daher langsam geht, sich also die Umstellung und Gewöhnung noch länger hinzieht. Dieses für den Menschen angenehm weiche Polster ist aber insgesamt auch schlecht für die Pferde - man bedenke, wie betonhart Steppenböden sind.

Das heißt, wenn Du nochmal einen Versuch machst, such Dir einen Huforthopäden, sonst sind Probleme vorprogrammiert. Die weitestreichende Ausbildung haben die, die direkt bei Biernat ausgebildet werden (www.difho.de). Und je nachdem, wie gravierend die Stellungsfehler vom Eisen sind, muss der alle vier Wochen bis alle zwei Wochen ran. Bei vier Wochen verlangen Huforthopäden zwischen 40 und 60 Euro pauschal je Pferd. Bei zwei Wochen bekommt man den Zwischentermin meist sehr günstig, damit man sich drauf einlässt. Sonst hat der Huforthopäde keine Chance, einen guten Huf zu produzieren.

Ich habe drei Jahre zugefüttert und Keralit gepinselt und was weiß ich alles und mit dem weichen Horn war es schon immer glücklich, wenn das Eisen 6 Wochen drauf blieb, meist flog die Hunfwand mit dem Eisen vorher schon davon. Dann hab ich Ende August die Eisen runter, bin trotz Aktivstall täglich raus, eine Woche ohne Sattel, dann mit und schon nach drei Wochen hatte mein Wallach auf Asphalt wieder einen deutlich hörbaren Hufschlag und die Zeit des weichen Horns war ein für allemal vorbei.

Was die Gewöhnung angeht: Ein Barhufpferd steigt immer mal wieder von einem Stein runter, den es nicht so toll findet, aber ihm passiert nichts, wenn es mal drauf kommt, es ist einfach nur vorsichtig. Aber wie schreibt Biernat so treffend in seinem Buch: Wir haben Mitleid mit Pferden, die sich ihren Weg suchen, lieber mal einen Schritt zur Seite treten, aber wir haben kein Milteid mit Pferden, die taub durch's Eisen über alles drüber laufen und sich dabei die Beine ruinieren. Ist übrigens absolut empfehlenswert, obwohl die Forschung heute viel weiter ist: "Der Weg zum gesunden Huf" - gibt keine Neuauflage, weil er sich von der anderen Autorin fachlich getrennt hat.

Und Huffäule hat mit Hygiene so gut wie nichts zu tun: Eine gesunde Hornkapsel ist geschlossen und lässt keine Keime ran. Wenn sie mal offen ist, sodass man aufpassen muss, ist Alarmstufe rot geraten, denn oftmals ist äußerlich nicht was sichtbar, ein mikroskopisch kleiner Kanal reicht dem Zeug, um in den Huf zu kommen und wenn es mal am Hufbeinträger ist, wird es richtig, richtig gefährlich für's Pferd. Das harmloseste ist noch die sichtbare Stahlfäule, die sich bilden kann, weil beim schiefen Huf mechanische Scherkräfte auftreten, die den Strahl klaffen lassen.

Also wundere Dich nicht, ich hab das alles hinter mit. Als ich meine HO kennenlernte, hatte ich noch Sorge, die will mich partout bekehren und meinte, bei meinem ging's nicht - wie Du jetzt, gleiche Erfahrungen. Und, siehe da: Man bruacht nur jemand aus einer guten Hufschule und schon hat man eine umgekehrte Meinung.

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Karin1987 19.03.2012, 10:07
@Baroque

Beim ersten Versuch die Eisen runter zu lassen hat mir der damaliege Schmied vorgeschlagen es zu versuchen. Er hat aber nichts gesagt von Keralit oder sonst was....

Da stand das Pony noch in einer Box die dünn eingestreut wurde, keine Matratzen haltung, 2 mal tägich wurden Äppel und nasses Stroh von der Hofbesitzerin rausgenommen und übergestreut. Von der Box ging eine Tür nach draußen auf den Paddock (Tür war immer offen) dabie hatte sie einen Weg über Platten von 2 Metern, Der Paddock hatte je nach Wetterlage Knüppelharten Boden oder wie damals meist 2-5 cm Matsch weil es keine drainage gab, nach dem 15X20 Meter Paddock kam die Weide, der Zaun war von morgens bis abend auf, nachts wollte die Besitzerin nicht das die Pferde auf der Weide bleiben, sie hatte Angst das jemand auf die Weiden geht und den Pferden was antut (die hätten aber auch über die Weide zum Paddock gehen können, aber egal).

Ich bin auch normal geritten, den Weg vom Stall zur Halle über Betonplatten und danach Schötter (200 Meter), nach der arbeit in der Halle im Gelände trocken reiten und wieder entspannen. Das ganze ist natürlich nicht gut gegangen.

Was kann man den tun wenn die Hufe sofort wieder ausbrechen? Und mit Ausbrechen meine ich nicht das hier und da mal eine kleine Kante hochsteht. Miest sah der Huf nach einer Woche bereirts so aus:

http://www.tierfotoagentur.de/Sonderthemen/Tierarzt_ausgebrochen_Huf_ill_hoof_XT_MjAxMC8wOC8wNC8=/BM-02046_146289.jpg

Habe dann den Schmied kommen lassen um das wieder beheben zu lassen (nicht schneiden sondern raspeln). Kurze Zeit später sah es wieder so oder einaml noch schlimmer aus.

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Baroque 19.03.2012, 10:38
@Karin1987

Hm, das klingt jetzt als wolle ich gegen die Schmiede hetzen, aber das ist eben Folge von deren Bearbeitung. Nicht, weil sie böse sind, sondern weil sie es so lernen und gar nicht zu Unrecht, sie sind Beschlagsspezialisten und für den Beschlag arbeitet man so. Wenn Du Die die zu uns gewandte Hufseite des Beispielfalls ansiehst, dann macht da das Horn so Wellen nach außen, aber auch nach oben. Das heißt, hier ist viel Druck drauf also mehr als beispielsweise direkt vorn an der Zehe. Wenn sich das Horn da schon hoch schiebt und in Wellen legt, kann man davon ausgehen, dass es brutal viel war, so, dass das Pferd gelahmt hätte damit, hätte es nicht ein Eisen drauf gehabt, das einen Teil des Gefühls im Huf aufgrund der schlechteren Durchblutung einfach ausschaltet. Nun stellt ein Hufschmied beim Eisen abnehmen einfach eine plane Fläche her, auf der das Pferd stehen kann. Damit macht er nichts falsches, sondern das, was er gelernt hat. Der Hufschmied richtet den Huf nicht viel anders her als wollte er ihn beschlagen. Er hat sein Handwerk gelernt und die Hufpfleger lernen es auch so.

Die Huforthopäden lernen da was anderes: Druck weg nehmen von dieser Stelle. Sie so bearbeiten, dass das Pferd da geringfügig weniger Last hat als direkt daneben und einfach nicht diese Gewalt drauf kommt, die es ausbrechen lässt. Es wird bei Biernat nie ganz krass entlastet wie in den Bearbeitungsschulen, die diesen Teil eher vom Boden weg nehmen, sondern immer nur so viel, dass der Bewegungsapparat des Pferdes Zeit bekommt, sich auf die veränderten Lastbedingungen einzustellen, weil sich das bis hoch in den Rücken sonst auswirken kann als plötzliche Änderung. Nächstes Mal wird wieder ein bisschen was gemacht ... das Pferd läuft sich dann im Laufe des Wachstums seinen Huf zurecht. Aber sowas wie auf dem Foto ist der Grund, weshalb die Biernat-HOs an die Wand gehen, nicht dass sie sie "schön raspeln", wie von anderen Schulen oft belächelt wird. Wenn eine Wand flach wird beispielsweise muss man dort auch an die Sohle, sonst drängt das zu zu viel Wachstum angeregte Sohlenhorn weiterhin die Wand nach außen und das ist eines der häufigsten Probleme, dass so viele Hufbearbeiter auf der Sohle gehen lassen und sie daher keinesfalls anfassen, die Wände werden schräger und schräger, die Hebelwirkungen schlimmer und schlimmer ... irgendwann entstehen dann hohle Wände, Hufgeschwüre ... Da ist das bisschen Abplatzen noch das geringste Problem vergleichsweise.

Also Dein Huftraining wäre optimal gewesen, wie Du es beschreibst, nur an der Arbeit Deines Bearbeiters hat's im Prinzip gehapert. Schade :-( Wenn Du mal nochmal einen Versuch wagen möchtest, kann ich auch mal meine HO fragen, ob sie einen empfehlenswerten Kollegen in Deiner Region kennt, weil's halt doch schade um jeden Fehlversuch ist.

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zum ausreiten sind hartschalengamaschen die besten, fesselkopfgamaschen werden eigentlich für dressur und western benutzt.

wenn du hinten auch noch gamaschen haben willst, dann brauchst du streichkappen :)

Baroque 18.03.2012, 18:40

Es gibt für hinten auch Gamaschen, jedoch rate ich generell davon ab, siehe meine Antwort.

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Bei Ausritten brauchst du gar keine Gamaschen, das ist schlecht für die Sehnen deines Pferdes. Gamaschen sollte man im übrigen nur benutzen wenn es wirklich notwendig ist, also beim Springen oder Geländetraining.

Nono04 18.03.2012, 23:00

Oder (so wie ich es jetzt gelernt habe) bei bestimmten Übungen im Westernreiten.

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Warum genau möchtest du sie nehmen ?

nomal brauchst du keine. Erst recht nicht bei kleinen ausritten , Gamaschen stören da nur.

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