Welche Formen des Lebens könnte es noch geben?

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6 Antworten

Bis weit in die zweite Hälfte des letzten Jahrhunderts wusste man eigentlich noch gar nicht, wie physikalisch gesehen Leben entstehen kann und wie es funktionieren kann. Daher gab es die Auffassung, nur die auf Wasser und Kohlenstoff basierende Lebensformen der Erde sind prinzipiell möglich. Andere Ideen entbehrten jeglicher wissenschaftlichen Grundlage und waren damals tatsächlich reine Sci-Fi Fantsien.

Dann aber wurde die Theorie Dissipativer Strukturen vom Physikochemiker Ilya Prigogine weltweit bekannt, da er für diese Theorie 1977 den Nobelpreis erhielt. Mit dieser Theorie begründete Prigogine die Physik des Lebens und zeigte, welche physikalischen und chemischen Randbedingungen erforderlich sind, damit Leben entstehen und sich weiterentwickeln kann. Diese Theorie hat viele  Wissenschaften wie z.B. Ökosystemforschung, Wirtschaftswissenschaften, Psychologie, Soziologie, Medizin und vielen anderen auch die Biologie maßgeblich beeinflusst und hat völlig neue Forschungsimpulse ausgelöst.

Basierend auf dieser Physik des Lebens hat man dann festgestellt, dass die irdischen Lebensformen nur eine von mehreren Möglichkeiten darstellt, die physikalischen Bedingungen zu erfüllen. Die wichtigsten Bedingungen sind das vorhandensein von Exergie (wertvolle, beliebig umwandelbare Energie), die Möglichkeit des Entropieexportes (Abwärme muss an die Umwelt abgegebn werden können), komplexe Wechselbeziehungen zwischen den Systemelementen innerhalb eines lebenden Systems (damit sich durch die Energienentwertung im Inneren kleine Fluktuationen aufschaukeln und das gesamte System dominieren können, wodurch Selbstorganisation stattfindet) sowie die Möglichkeit der Informationsentstehung und -vermehrung mittels Markov-Ketten.

Dann hat man festgestellt, dass diese Bedingungen auch auf den Basen möglich sind, die in dem verlinkten Artikel angesprochen werden. Wohlgemerkt, die Aussage ist zunächst nur, welche Lebensformen basierend auf der bekannten Physik und Chemie theoretisch überhaupt möglich wären. Was davon im Universum tatsächlich realisiert wurde, muss dann allerdings vor Ort erforscht werden.

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Kommentar von Demonoschwili
15.07.2017, 20:32

Sehr Interessant! Und auf welchen Stoffen könnte dieses Leben dann basieren?

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Das Buch "Lebensraum Universum" (Springer-Verlag) könnte dir hier eventuell gefallen. Es ist sehr neu (2017) und behandelt das Thema, darunter auch die Xenobiologie. Das Buch geht sogar noch einen Schritt weiter und fragt, was wohl mit Leben ist, dass maschineller Natur ist - wenn es tatsächlich gelingen sollte, dass ein Computer irgendwann ein Bewusstsein erlangt, könnte Leben völlig bizarrer und unvorstellbarer werden, als jedes außerirdisches Leben - und zwar unter uns. 

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Kommentar von Demonoschwili
16.07.2017, 22:32

Sehr interessant! Danke fü deinen Kommentar

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Realistisch... Nunja. Da wir über die Entstehungsprozesse des Lebens bloß das erforschen können, was auf unserem eigenen kleinen Planetchen abgegangen ist und selbst das noch lange nicht so gut verstehen, wie wir es gern würden, sind solche Debatten trotz all ihrer Faszination nicht zielführend. Wir kennen bloß die Aminosäuren als Voraussetzung des Lebens und insbesondere die DNS als Träger der Erbinformationen, andere Medien sind uns nicht bekannt. In wieweit die Natur andere Wege gefunden hat, Leben hervorzubringen, ist also tatsächlich nur rein hypothetisch und deshalb bloß Stoff für Science Fiction und nicht mehr, eine Grundlage haben sie nicht. Und deshalb sollten wissenschaftliche Debatten sich nicht darum drehen, was prinzipiell möglich sein könnte, sondern ihre Ressourcen lieber dahingehend einsetzen, um das zu erforschen, was wir tatsächlich erforschen können.

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Der "Tagesspiegel" erscheint mir ziemlich unseriös.

Jedenfalls erklärt einen instabilen Stoff zur möglichen Lebensbasis.

Nur leeres Geschwafel eben.

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Ich glaube jede Form ist möglich,sieht man ja schon auf unseren Planeten.

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Kommentar von Janeko85
15.07.2017, 19:17

Hier auf der Erde gibt es nur eine Form, nämlich kohlenstoffbasiertes Leben.

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"Oder auch von Leben, das sich an für uns unvorstellbare Umweltbedingungen gewöhnen konnte."

wie z.b. das leben in der tiefsee?

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Kommentar von ThomasJNewton
16.07.2017, 00:48

Nicht alles, was den einen unvorstellbar erscheint, ist anderen unvorstellbar.

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