Welche Folgen hat die teilweise Dünndarmmamputation auf die Ernährung eines Menschen?

4 Antworten

Ich möchte die Antwort von Doc Bernd noch ein wenig als Betroffene ergänzen: es kann, - soweit mich die Ärzte aufklären konnten - , muss aber nicht zu Störungen kommen. Wenn nicht zuviel entfernt worden ist, kann der Darm einige Funktionen, die sonst an leicht anderer Stelle waren, ausgleichen. Je mehr jedoch und kompleter Bereiche des Darmes entfernt worden sind, desto schwieriger wird es : ab einem Meter spricht man von "Kurzdarmsyndrom" mit entsprechenden Einschränkungen in der Ernährung, direktem schwerem Gewichtsverlust und Mangelerscheinungen, wie hier auch schon beschrieben. Es kann aber auch zu dem etwas weniger bekannten kommen und ist damit für Diätassistenten /-innen und Gastroenterologen schwer zu diagnostizieren: Das Gallensäurekurzdarmsyndrom , wobei die Gallensäure nicht mehr resobiert werden im unterem Ileum, da der Teil des Darmes tatsächlich fehlt oder die Klappe zwischen Dünn - und Dickdarm beschädigt ist. Wenn Gallensäure in den Dickdarm gelangt, kommt es sofort zu Durchfällen , der sogenannten chologenen Diarrhö. Dadurch hat man immerwährende Durchfälle. Abhilfe schafft ein Gallensäurebinder: bei jeder Mahlzeit Colestyramin / Cholestyramin -- eigentlich zur Thearpie von Patienten mit zuviel Cholesterin entwickelt, kann man damit das Gallensäureverlustsyndrom sowohl diagnostizieren als auch behandeln.
Hierbei muss man nicht sehr dürr sein wie beim Kurzdarmsyndrom, soindern kann auch regelrecht auseinandergehen: bedingt durch den indirekten Mangel durch die Durchfälle leidet man am "Zuviel-und-falsch-durchgeführte-Diät-Effekt -kurz: jo-jo effekt" , da gibt der Körper nichts mehr her und man wird ein "schwergewicht"

Problem dabei ist nur, dass nun tatsächlich ein Mangel auftritt: Omega 3, - 6 usw. und alle fettlöslichen Vitamine wie D, E, K, A und natürlich auch B12 werden schlecht bis gar nicht mit normaler Ernährung aufgenommen. Therapie : orale Gabe geht ja nicht, trotzdem verschreiben das mir hilflose Ärzte immer mal wieder oral... leider. Problemlage erkannt: Gefahr gebannt: Infusionen zur Substitution sind sinnvoll. Das empfiehlt auch meine Diätassistentin.. Heureka ! -- neben Ernährung mit MCT Fetten als versuch, die ganze Problematik in den Griff zu bekommen..

Bitte beachten :

Ich habe einen Schreibfehler in meiner Antwort entdeckt und kann die Antwort anscheinend nicht mehr berichtigen: ich meinte Gallensäureverlustsyndrm nicht Gallensäurekurzdarmsyndrom !!

im Text ....[und ist damit für Diätassistenten /-innen und Gastroenterologen schwer zu diagnostizieren: Das Galensäureverlustsyndrom....] wäre richtig ..

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Der Dünndarm ist die wichtigste Verdauungsstation im Körper. Zunächst wäre jedoch zu unterscheiden, ob die Amputation im Zwölffingerdarm, im Leerdarm oder im Krummdarm erfolgte. In den Zwölffingerdarm münden die Verdauungssäfte von Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Ihre Enzyme sind unverzichtbar, aber im vorderen Dünndarmabschnitt erfolgt auch eine hormonelle Rückkopplung an die Verdauungsdrüsen. Die Bauchspeicheldrüse gibt daraufhin z.B. Bicarbonat ab, um den sauren Mageninhalt zu neutralisieren, oder die Gallenblase wird aufgefordert, Galle abzugeben. Auch die Aufnahme von Nahrung in den Magen wird von hier aus gebremst. Im mittleren Teil des Dünndarms erfolgt die Hauptverdauung von Kohlenhydraten, Fetten, Proteinen und Nukleinsäuren durch entsprechende Pankreasenzyme (das musst du googeln, wenn es dich interessiert!). In diesem Teil wird auch der überwiegende Teil der zerlegten Nahrung resorbiert, d.h., in die umgebenden Kapillaren des Blutkreislaufs aufgenommen (Die aufnehmenden Dünndarmzotten besitzen eine Oberfläche von ca 200 Quadratmetern). Eine teilweise Amputation würde also nicht nur die Verdauungsprozesse hemmen, sondern die Versorgung des Körpers mit Nährstoffen allgemein beeinträchtigen . Weniger schlimm wäre ein Teilverlust vom Krummdarm am unteren Ende des Dünndarms, weil hier die Vorgänge von Verdauung und Resorption bereits weit fortgeschritten sind.

Es kann nötig sein Vitamin B12 1*monatlich intravenös zu spritzen weil das im letzen teil des dünndarms resorbiert wird B12 ist auchfür irgendwas echt wichtig gewesen, aber das ist mir grad entfallen!:( Bei Fettverdaungsstörungen kommt es dann zu steatorröhen (sogenannte Fett stühle, das ist was ganz fieses weil der betroffene sich übelst in die hose kacken kann weil es nicht möglich ist durch das fett was naja sagen wir einen flutscigen Film um den Kot bildet, einhalten zu können) Gibt da aber extra mct öl, mct magarine, sogar mct nussnoughatcreme und mct schmelzkäse und diese Fette könnendirekt resorbiert werden.

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Er kann wahrscheinlich nicht mehr alles ohne Probleme essen. Da ja das Essen größtenteils im Dünndarm verdaut bzw. verwertet wird, von dem ja nun ein Stück fehlt, kann der Darm nicht mehr wie vorher belastet werden. Also wahrscheinlich ist Diät angesagt oder viele, dafür kleinere Mahlzeiten...

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