Welche Folgen hätte es für alle, wenn die Agrarsubvention abgeschafft werden würde?

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8 Antworten

Mir persönlich wäre es lieber, dass die an bestimmte Auflagen gebundenen Direktzahlungen abgeschafft werden und es angemessene Preise für landwirtschaftliche Produkte gäbe. 

Vermutlich würde dies im Fälle des Wegfalls der staatlichen Subventionen aber nicht so laufen und viele landwirtschaftliche Betriebe werden aufgeben und unsere Lebensmittel werden aus den Ausland kommen.

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Das kommt sehr stark darauf an, wie das rechtlich ausgestaltet wird.

Da Deutschland ja nun mal in der EU ist und so ziemlich unser kompletter Wohlstand auf dieser Mitgliedschaft beruht, könnte man den Markt höchstens gegenüber dem Nicht-EU-Ausland einigermaßen abschotten. Andererseits bedeutet es auch "gleiches (EU)-Recht für Alle", also entfallen auch die Subventionen in Frankreich, Italien und dergleichen. Und Deutschland wurde ja  erfolgreich zu einem Billiglohnland umgebaut. Daher bin ich gar nicht so sicher, dass man hierzulande dann so gar keine konkurrenzfähige Landwirtschaft mehr betreiben könnte.

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Das lässt sich schwer sagen. Zunächstmal würde die Überproduktion und die Vernichtung von Nahrungmitteln deutlich zurückgehen, das es sich weniger rechnet.
Damit wäre der ökologische Fußabdruck des Menschen schonmal kleiner.

Regional bilden sich seit einigen Jahren viele kleine Landwirtschaften, die nicht das Problem haben wie man billiger produzieren kann, sondern die Nachfrage nicht decken können - denn hier erhält man deutlich wertigere Produkte.

Zudem ist es ja nicht so, wie andere Kommendatoren tuen, dass plötzlich alle am Hungertuch nagen würden. Tatsache ist das in den unteren Einkommenschichten nicht Unterernährung ein Problem ist, sondern Fettleibigkeit.

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Landwirtschaft wird aus der Fläche verschwinden und sich an wenigen Orten konzentrieren (ähnlich wie die ehem LPG). Konzerne würden diese kontrollieren, da die Produktion und Vermarktung aus einer Hand erfolgen muß. Wenn der letzte Bauer das Licht ausgemacht hat, werden die Preise explodieren. Regulation und Spekulation um die Nahrungsmittel ist das Traumziel einiger Wenigen.

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es gäbe kaum noch landwirte bei uns, weil sie nicht mehr konkurrenzfähig wären. landwirte sind auch für die pflege unserer kulturlandschaften von bedeutung, was dann von irgendwelchen dienstleistern (wahrscheinlich ehemaligen landwirten) gegen bezahlung aus steuergeldern geleistet werden müsste.

ausserdem leben viele familien noch von der landwirtschaft. die würden dann auf den arbeitsmarkt drängen und dort die lage noch verschärfen, entweder als hartz4-empfänger oder als konkurrenten um die jobs.

es ist sicher nicht einfach heraus zu finden was letztlich volkswirtschaftlich günstiger käme.

aber einen effekt würden wir relativ schnell merken: regionale produkte gäb es nicht mehr. wo keine bauern, da keine ernte.

annokrat

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Kommentar von Jackie251
02.03.2017, 19:40

ja genau, sowas wie "freie Natur" wäre ja echt mal total widerlich.
Nur vom Menschen gepflegte Natur kann auch gedeihen.
Gut das der Mensch sich im die Felder kümmert! Das muss vor dem Menschen vollkommen verwahrlost ausgesehen haben

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Keine Landwirte mehr

- essen mit vielen Pestiziden (Gifte)

Abhängigkeit von aussen betreffend Grundnahrungsmitteln (uuups)

Knowhow Verlust Anbau

Verlust von ans hiesige Klima angepasste Nutzpflanzensorten und Tierrassen

Der Aufbau einer neuen, effizienten Agrarwirtschaft würde mindestens 100 Jahre eher länger dauern (ca. 300 .500 Jahre).

Tönt lange aber man sollte einmal den Kultur und Knowhowverlust von Nomadenvölkern (mit Schafen) nach nur 60 Jahren zb in der Ex Sowjetunion anschauen. Obwohl es noch genug Alte gibt mit Knowhow, aber eben zu wenig. Und da geht es nur um Schafe allenfalls Kühe hüten und in den Bergen leben. Also ohne das angepasste Rassen verschwunden waeren und ohne das die Landwirtschaft aufgeben worden waere, nur das Nomadentum/Alpwirtschaft.

in der Landwirtschaft steckt Resenknowhow und eben auch angepasste Sorten, Maschinenpark, Gebüude, Land, dass man nicht in der Schule lernen kann und man auch nicht einfach wieder so aus dem Boden stampfen kann..

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Kommentar von Falkenpost
02.03.2017, 20:23

D.h. wenn dem Bauern das Geld nicht in den Rachen geblasen wird, ist er nicht überlebensfähig?

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Unwirtschaftlich agierende Landwirte werden vom Markt verschwinden zugunsten effizient arbeitenden Unternehmen.

In Massen unnütz produzierte Lebensmittel würden nicht künstlich gegen Subventionen produziert, nur um sie dann zu vernichten. 

Konzentration auf den Markt und Produktion von Lebensmittel, welcher dieser möchte - und nicht auf das, wofür es die meiste Förderung gibt.

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Kommentar von 2AlexH2
02.03.2017, 21:13

Unwirtschaftlich passt nicht wenn man von Tieren und Pflanzen redet und von unserem Essen. Andere Kriterien sind genauso wichtig wie gesund. schmackhaft, diverse Geschmäcker, Tiergerecht, Gewasserschutz, Tierschutz. Abgesehen davon reagieren sie stark auf äussere Einflüsse wie zb Klima, aktuelles Wetter usw. Also ich möchte nicht effizientes sondern glückliches gesundes geschmackvolles essen.

Es gibt keine Massenproduktion durch Subvention. Höchstens bei der Milch. Aber die und die Fleischproduktion machen in unseren Breitengraden vor allem in den Bergen am meisten Sinn. Die Politik und Pr ist gefragt zu exportieren.

Nicht dass ist zu produzieren was der uninformierte durch Werbung und Mode gesteuerte Markt will. Sondern das was in unseren Breitengraden dem Umweltschutz entspricht. Also nicht ganzjährig im geheizten Treibhaus produzierte Tomaten und Gurken oder gar mit viel Treibstoff transportierte Gurken und Aepfel aus Amerika (hä?), sonder mehr Fantasie in Sachen Wintersalat. Viele Lebensmittel, die hier gut wachsen sind kaum mehr zu bekommen: zb Pastinake, Grünkohl, Busch- und Stangenbohnen, Kirschen usw.

Wieso essen wir Reis, wenn hier Weizen, Gerste, Roggen Buchweizen usw wachsen. Wieso steht das Regal mit 15 Sorten Reis aber keinen Bohnen, Roggen, Hirse usw voll?

Wir bezahlen dreifach, einmal durch Subventionen und ein andermal durch vermeintlich billige importierte Lebensmittel (die uns Umweltschäden bescheren und den Energieverbrauch in perverse Höhen streben lässt) und drittens um die Umweltschäden zu beseitigen

Die Umweltschäden durch importierte und abgefüllte Lebensmittel sind enorm und der Gewinn gegenüber lokalen, saisonalen Lebensmittel ist gleich null.

Die Bauern sollten sich mit Hilfe des Staates organisieren und Pr und Aufklärungsarbeit machen. Die Perversionen Kosten uns Geld, Menschlichkeit und die Gesundheit.

Nein nicht mehr Effizienz und Marktwirtschaft ist das Ziel, nein. Begründung siehe mein Kommentar.


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Höhere Konsumentenpreise

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Kommentar von andjica
02.03.2017, 17:58

Und wieso?

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Kommentar von annokrat
02.03.2017, 18:24

halte ich für unwahrscheinlich, dass unsere landwirte im weltweiten konkurrezkampf höhere preise durchsetzen könnten.

die konsumenten leben schon zu weiten teilen am existenzminimum, weil energie- und wohnkosten in den letzten 10 jahren extrem gestiegen sind, die löhne aber nicht. deshalb sehe ich keine chance für höhere preise.

annokrat

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