Welche Farben können aus einer braunen Stute gezogen werden?

2 Antworten

Zu dem Thema kann ich nur www.pferdefarben.eu empfehlen - da ist die Farbgenetik der Pferde samt Aufhellungen und Mustern ziemlich komplett dargestellt.

Aus einer braunen Stute, die (wenn die letzten beiden Generationen auch alle braun waren) sehr wahrscheinlich reinerbig braun ist, kommt wieder braun oder, bei heterozygotem Agouti-Faktor, eventuell schwarz. Fuchs nur, wenn sie heterozygot braun wäre und der Papa ebenfalls kein oder nur ein Braun-Gen hätte.

Aufhellungen -
Scheckmustern ist die Grundfarbe egal.
Schimmel überdeckt auch heterozygot alles, sprich Gg reicht schon aus, um einen Schimmel zu bekommen, egal was die Grundfarbe darunter wäre (die sieht man am Fohlen noch).
Falbe oder Cream legen sich ebenfalls über alle Grundfarben, das Produkt heißt dann eben verschieden.
Flaxen geht nur bei einem Fuchs.

Stichelhaarigkeit kommt bei verschiedenen Genmustern vor (zB Rabicano, Roan oder, als "Nebenbefund", zB bei Sooty).

So einiges habe ich ja verstanden,aber ich hab das mit den Grundfarben schon nicht kapiert :D Also meine braune Stute ist eig. schwarz und aufgehellt...ok..Kann da jetzt auch rot drin sein?Wenn man weiter zurück schaut,gibt es einige Füchse auf der Vaterseite.Kann das jetzt verdeckt weitergegeben worden sein?

Ich seh den Wald vor lauter Bäumen nicht :-D 

Mir wäre bei dem Zuchtgedanken eben neben dem Exterieur und Interieur eben auch die Farbe wichtig und würde da gerne aktiv Einfluss nehmen bzw. vorbereitet sein.

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@Salzdillgurken

Also:

Die drei Grundfarben sind Fuchs, Brauner und Rappe. Diese drei Farben werden von zwei Faktoren gesteuert, einerseits E und andererseits A. Die Ausprägung dieser beiden Faktoren kann dominant (Großbuchstabe) oder rezessiv (Kleinbuchstabe) sein. E entscheidet, ob Fuchs oder nicht, A entscheidet, ob Rappe oder Brauner.

Füchse sind rezessiv auf E, ihr "Code" ist also ee, und es ist völlig egal was bei A steht. Zusammen kann das AAee, aaee oder Aaee sein.

Folglich sind Nicht-Füchse dominant auf E, sprich EE (reinerbig, jeder Nachkomme wird auch kein Fuchs) oder Ee (mischerbig, 50/50 Chancen auf Fuchs oder nicht - beide Varianten zumindest von diesem Elternteil her - da spielt ja noch das andere Elternteil mit).

Das Rappgen A (agouti) ist so wie das Fuchsgen rezessiv, sprich damit aus einem Nicht-Fuchs mit EE oder Ee ein Rappe wird, braucht er den Gencode aa. sprich die Möglichkeiten sind aaEE oder aaEe.

Somit bleibt für den Nicht-Fuchs-Nicht-Rappen übrig, dass er sowohl auf A als auch auf E mindestens ein dominantes Gen haben muss. Also AAEE, AAEe, AaEE, AaEe.

Jetzt ist die Verwirrung wahrscheinlich perfekt, oder? ;-)

Wie du siehst, könnte deine Stute schon allein vier verschiedene Gencodes haben. Ob sie hell oder dunkel ist, tut nichts zur Sache, da sind wieder andere Gene im Spiel. Wenn du den Gencode des Hengstes weißt, kannst du dir eine Wahrscheinlichkeitsmatrix aufstellen, aber das hilft dann ja wieder nix, weil Ei und Spermium von deiner tollen Matrix nix wissen ;-) Besonders wenn beide Elternteile auf beiden Genen heterozygot sind, also AaEe, kann alles fallen. AaEe x AaEe gibt  9 verschiedene genetische Kombinationen (siehe oben), die sich in eben die drei verschiedenen Phänotypen aufteilen, und zwar im Verhältnis 56% Brauner, 25% Fuchs und 19% Rappe.

So, nachdem du jetzt wahrscheinlich gar nichts mehr verstehst, wird dir vielleicht bewusst, wie komplex Vererbungslehre ist. Zumal man bei Pferden zwar viele Farbmuster kennt, aber (noch) nicht die Genetik dahinter... Für die Aufhellungen und Muster sind allerdings meist dominante Gene verantwortlich, ohne einen "bunten" Hengst wird aus deiner langweilig-braunen Stute nix Buntes rauskommen.

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Du kannst das berechnen wie du willst, die Farbe die am Ende beim Fohlen raus kommt ist immer auch ein Stück
Zufall.

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