Welche Fähigkeiten sind für den Arztberuf entscheidend?

10 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich würde es für wichtig halten, wenn vor dem Medizinstudium eine Ausbildung in der Altenpflege o. ä. Pflicht wäre. So können die angehenden Ärzte sich wirklich mit den "Patienten" auseinandersetzen und Empathie lernen. Diese Pflichtausbildung könnte vielleicht aus dem Personalmangel entgegen wirken. Es bringt nichts, wenn erschöpfte Ärzte nur noch abarbeiten und verwalten.

Dann müssten wahrscheinlich die Abrechnungsmodalitäten der Ärzte transparenter werden, so dass auch Kassenpatienten nach jeder Behandlung Einblick in Kosten und Diagnose bekommen.

Vielen Dank!

Ich glaube, dass das kranke Gesundheitswesen etwas gesünder würde, wenn deine Vorschläge realisiert würden.

3

Hallo Pescatori,

Dein Kommentar ist zwar gut und wichtig, aber leider an völlig falscher Stelle gepostet.

Der junge Mann, der seit Monaten nahezu täglich unter wechselnden Accounts immer die selben Fragen stellt, scheint, typischerweise ohne jede Einsicht, schwere psychische Probleme zu haben und sollte hier keine Aufmerksamkeit mehr bekommen.

Zu Deinem Thema: Ich begrüße es sehr, wenn die Ärzte, die mich laufend behandeln, gute Noten haben mussten, nicht um Intelligenz zu zeigen, das können Noten nicht, aber um den Ernst und die Zielstrebigkeit beim Lernen und in Folge auch der Weiterbildung bewiesen zu haben.

Dass auch Empathie ungemein wichtig ist, ist nicht zu bezweifeln. Es wäre wichtig, die Studiosi im Laufe des ersten Studienabschnittes auf Herz und Nieren zu prüfen, ob sie auch persönlich und menschlich für diesen schweren Beruf geeignet sind. Der konkrete Modus müsste genau ausgearbeitet werden.

So weit meine Meinung dazu.

Danke dir für deine Meinung.

Dass jemand, der sich im gymnasialen Ausleseprozess gegenüber allen "Mitbewerbern" durchgesetzt hat, besonders qualifiziert für den Arztberuf ist, daran zweifle ich.

Heinemann208 hat sehr anschaulich beschrieben, wie unsinnig so ein Ausleseverfahren ist.

Wäre es da nicht wünschenswert, wenn zunächst alle am Medizinstudium Interessierten sich im Bereich der Pflege qualifizieren müssten?

2
@Pescatori

Nicht unbedingt. Wir brauchen auch Ärzte in der Wissenschaft und Forschung und zwar gar nicht so wenige. In diese Richtung interessierte Menschen zwangsweise durch eine Pflegeausbildung zu "treiben", wäre sicher der falsche Weg und würde vielleicht die besten Köpfe dafür von dieser wichtigen Arbeit fern halten. Das wäre um nichts besser als der NC. Ein Pflege-Praktikum könnte ich mir noch vorstellen, auch die Wiedereinführung des Faches "Psychologie am Krankenbett" hielte ich für angemessen.

Ein großes Umdenken müsste im Schulsystem stattfinden. Mein älterer Sohn besucht eine International School, wo im Modulsystem unterrichtet wird. Die Hauptfächer werden je nach Interesse und Begabung in drei Stufen angeboten: Basic, Intermediate, High Level. Mein Sohn ist eindeutig musisch-sprachlich begabt und interessiert, weshalb er sich in Englisch (Unterrichtssprache), Deutsch und Spanisch (Sprache seines Vaters) für High Level entschieden hat. In Latein besucht er den Intermediate Kurs, für Mathematik hat er Basic Level gewählt und kommt dort gut damit zurecht. Das Fach wird es daher nicht schaffen, seinen Abiturschnitt zu drücken. Ich halte dieses System für wesentlich besser, als das veraltete System, nachdem bei uns - in Deutschland und Österreich - noch immer unterrichtet wird.

Den NC generell zu verteufeln, halte ich für ebenso falsch, wie eine verpflichtende Pflege-Ausbildung vor dem Studium. Es muss auch nicht jeder, dem die Pflege nicht liegt, ein schlechter Arzt ohne Empathie werden. Psychologische Schulung im zwischenmenschlichen Bereich halte ich für wesentlich wichtiger, als Pflegeprotokolle zu schreiben und - pardon - Hintern auszuwischen.

0
@Tanzistleben

Nun, den NC als einziges Auswahlkriterium braucht man ja nicht verteufeln, aber ich halte diese Reglung für kontraproduktiv und für eine entscheidende Ursache der Fehlentwicklungen im deutschen Gesundheitswesen.

Ein ehrlicher Arzt hat mir mal erklärt, wie unqualifiziert oft junge Ärzte sind - im Vergleich mit erfahrenen MitarbeiterInnen aus der Pflege.

Ich habe mit meiner Mutter in der Notaufnahme einer Klinik erlebt, wie der junge, hochqualifizierte Arzt intensiv mit seinem PC kommunizierte und sich knapp mit dem defizitären Datensatz in Gestalt meiner Mutter beschäftigte.

Zu den ganz entscheidenden Qualifikationen einer Ärztin, eines Arztes gehört es auch - das ist meine Überzeugung - , den Patienten in seiner Individualität wahrzunehmen und ihm auch achtsam und liebevoll "den Hintern auszuwischen".

0
@Pescatori

Wie gesagt, die Wiedereinführung des Faches "Psychologie am Krankenbett", das hauptsächlich die angemessene Kommunikation im zwischenmenschlichen Bereich zum Inhalt hätte, halte ich persönlich für wesentlich wichtiger, als eine Pflegeausbildung. Wer so wahnsinnig war, dieses unglaublich wichtige Fach aus der Studienordnung zu streichen, weiß ich leider nicht. Es war jedenfalls eine furchtbar verantwortungslose Tat und war ein riesiger Rückschritt.

1
@Tanzistleben

Ja, dass das Fach "Psychologie am Krankenbett" gestrichen wurde, hatte ja wohl mit der Einschätzung zu tun, dass das Anforderungsprofil sich geändert hat und etwa das "Soziale" zugunsten der Ausweitung des "Digitalen" weniger wichtig erscheint.

Danke dir für deine fachkundigen Informationen!

1
@Pescatori

Danke auch. Es hat Spaß gemacht, mit Dir zu diskutieren. Ich finde es immer spannend, verschiedene Meinungen kennenzulernen, besonders wenn man auf einem gewissen Niveau und in gutem Deutsch miteinander kommunizieren kann.

1

Hallo Pescatori,

eine Antwort auf deine Frage wird in der Tat immer wichtiger. Schade, dass du die Vorlage eines Trolls nutzt, um deine Sicht darzulegen.

Ich meine die fehlenden Kriterien sind Empathie und emotionale Intelligenz.

Neuere Forschungen zeigen deutlich, wie wichtig der Anteil und die konstruktive Handhabung der Emotionen und Gefühle beim Kränkungs- und Genesungsprozess ist.

Es ist auch hinreichend bekannt, dass die Finger des Verstandes den Knoten der Seele nicht lösen können.

Es gibt große Bereiche in der Medizin, in denen kausales Denken zu guten Ergebnissen führt, doch in diese Kausalität gehört meiner Meinung auch der Einfluss der Psyche, insbesondere wenn das Krankheitsbild komplex ist.

Mir scheint, du hoffst, wie ich, dass die körperorientierten Ärzte und die psychisch orientierten Ärzte allmählich immer mehr zu einem für die Kranken hilfreichen Ganzen zusammenfinden.

"...,dass die Finger des Verstandes den Knoten der Seele nicht lösen können."

Danke für diese Worte die du mit deinem Hinweis auf das Zusammenwirken der "körperorientierten und der psychisch orientierten Ärzte" ergänzt.

Der von mir sehr geschätzte Ivan Illich sprach von "Leben in konstanter Ablenkung vom Fleisch." "Disembodiment", Entkörperung ist eine Begleiterscheinung der herrschenden Medizin.

Bob Duggan, Leiter einer Schule für Heilkunst, berichtete auf einem Symposion über die niederschmetternde Erfahrung, dass er an einem Tag drei Patienten kennenlernte, die nicht in der Lage waren, über ihre Körpererfahrungen Auskunft zu geben, sondern nur die ärztlichen Diagnosen anzuführen wussten.

Ich freue mich darüber, dass hier doch einige User diese rationalistische Verengung im medizinischen Denken auch erleben und dem auf ihre Weise Ausdruck geben.

Natürlich verlangt der Arztberuf großes Wissen - ich frage mich allerdings, ob heute nicht große Datenmengen getrost der KI zugeordnet werden können, so dass Medizinstudenten sich verstärkt auch den Sozialwissenschaften und dem sozialen Handeln widmen könnten.

Ja, und abschließend, Chinama, lass mich noch sagen, dass wir diesen Austausch einem "Troll" verdanken ;-)

Pescatori

1
@Pescatori

Da hast du meine volle Zustimmung. Das sind auch die Gründe, warum ich in meiner Arbeit Gestalttherapie und Körpertherapie kombiniere.
Und ich danke dem Troll, dass er deine humorvolle Seite hervorgelockt hat..:-))

2

Was möchtest Du wissen?