Welche Fähigkeiten brauch ein Archäologe?

4 Antworten

Geschichte ist wichtig. Er braucht viel Geduld und Ausdauer. Es darf ihm nichts ausmachen auch bei Hitze, Kälte, Schwüle draußen zu arbeiten. Er darf sich nicht vor Schmutz, Staub, Nässe oder schlechter Luft fürchten. Er muss gut sehen können, geschickte Hände haben. Gibt es bei Dir in der Nähe ein archäologisches Amt, ein Amt für Vor- und Frühgeschichte, ein Museum in der Art oder ähnliches? Es gibt Hobbyarchäologen, die z. B. über die Felder gehen und nach Artefakten (von Menschen behandelte Objekte, z. B. Steine, um daraus Waffen oder Werkzeuge herzustellen). Solche Hobbyarchäologen bringen ihre Funde zur Begutachtung zu den Fachleuten der Vor- und Frühgeschichte. Vielleicht gibt es eine Gruppe solcher Hobbyarchäologen bei Dir in der Nähe, die Dir einiges zeigen und erklären können. Du könntest in einem archäologischen Amt auch nachfragen, ob Du einen Grabungstechniker begleiten darfst oder ob ein Wissenschaftler bereit ist, Dir Fragen zu beantworten. Manche Archäologen müssen auch mit dem Flugzeug fliegen (Luftbilder) und tauchen (Unterwasserarchäologie).

Geschichte ist wichtig.

Nö. Nicht wirklich. ;-)

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@Kristall08

Bei Mittelalterarch. oder Klassischer schon. ;) Zumindest, wenn man seinen Kram ganzheitlich angehen will.

Nebenbei: "Archäologische Ämter" gibt es nicht. Es gibt die Landesämter für Denkmalpflege, da dann den Fachbereich Bodendenkmalpflege, oder eben Regional-, Stadt- und Kreisarchäologien.

Im Übrigen wüsste ich niemanden, der für Luftbilder einen Pilotenschein machen musste.

"Gut sehen" ist falsch formuliert. Man braucht ein gutes optisches Gedächtnis und die Fähigkeit, Anders- und Gleichartigkeiten rasch zu erkennen. Das geht aber durchaus auch mit -4 Dioptrin und Brille auf der Nase.

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Manche Archäologen müssen auch mit dem Flugzeug fliegen (Luftbilder) und tauchen (Unterwasserarchäologie).

Sie "müssen" nicht, sondern sie machen es, weil sie es wollen und können, d.h. weil sie irgendwann einmal eine entsprechende Qualifizierung (Pilotenschein, Forschungstaucherausbildung...) absolviert haben.

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Fremdsprachen sind wichtig. Überhaupt ist ein gutes Sprachverständnis unabdingbar. Du wirst komplexe Sachverhalte anderen Menschen nahe bringen müssen.

Und vermutlich wirst du auch relativ viel reden müssen. Während des Studiums hält man laufend Referate. Und auch später muss man seine Grabungsmannschaft anweisen, sich mit Bauern, Bauunternehmern und Hobbyforschern rumstreiten, Vorträge halten, ....

Die körperliche Belastbarkeit sollte sehr hoch sein.

Wirklich überlebenswichtig ist kein Schulfach. Was du aus der Schule noch brauchen kannst...

  • ein bißchen Geometrie, wenn du auf Grabungen einmisst

  • alte Sprachen, wenn du dich auf eine entsprechende Richtung spezialisieren willst

  • Verständnis für technische Zeichnungen, wenn es um Funde und Befunde geht

  • wenn´s die Schule anbietet: etwas Wissen um Statik

  • Geschichte, wenn du eine Zeitstufe als Spezialgebiet wählst, zu der es auch historische Quellen gibt, d.h. die schon eine Schriftlichkeit besaßen

Ansonsten kommt es darauf an, welcher Weg eingeschlagen werden soll. Generell ist eine Frustrationstoleranz wichtig, denn die Stellensituation ist nicht so sonderlich, wenn man nicht für einen Hungerlohn bei einer Grabungsfirma schuften will. Rasche Auffassungsgabe, besonders wenn man in die Praxis will, gutes dreidimensionales Vorstellungsvermögen, Teamfähigkeit, die Fähigkeit, sich schnell auf neue Situationen einstellen zu können, dazu die schriftliche und mündliche Fähigkeit, Zusammenhänge auch Dritten erklären zu können. Zähigkeit, auf jeden Fall psychisch, wer in der Praxis arbeitet auch körperlich.

Die Stellen an Unis, Museen und bei Behörden sind sehr spärlich, aber in allen Fällen muss man reden, entweder zu und mit Studenten, zu und mit Besuchern oder zu und mit Antragstellern. Bist du bei einer Grabungsfirma, kommt es auf deine Position dort an. Bist du Grabungsleiter oder selbstständig/ freiberuflich, musst du sehr viel mit den Kunden, Auftraggebern, Mitarbeitern, Baufirmen etc. Für Schüchternheit ist da wenig Platz, bzw. sollte man sie schnell ablegen können.

Ansonsten verweise ich mal auf meine Antwort hier: http://www.gutefrage.net/frage/archaeologie-palaeontologie-und-zoologie

Ich finde, du hast die modernen Sprachen, insbesondere Englisch, vergessen :-)

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@Plasmaspender

Sprachen, insbesondere Englisch braucht man doch eigentlich in jedem Fach, v.a. jeder Geisteswissenschaft. Das habe ich einfach für selbstverständlich gehalten.

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@Plasmaspender

Dann muss man aber auch vorwarnen, daß er viel lesen und eigenständig lernen muss. ;)

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@Jerne79

Jetzt wo du es sagst - auch DAS ist nicht allen Studienanfängern klar ;-)

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