Welche Fachkompetenz braucht man um in der Kommunalpoitik erfolgreich zu sein ?

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4 Antworten

Ortsverband? Fachkompetenz? - Paßt nicht zusammen!

Du mußt dich in Sachen PR betätigen: Schützenverein, Freiw.Feuerwehr, Sportverein, Skatclub - kurz, alle Stammtische. Dort werden Verbindungen geknüpft. Was nachher im Gemeinderat passiert ist nur noch das Durchwinken der bereits besprochenen Vorschläge.

Obige PR macht dich auch in der Gemeinde als jemand bekannt, der sich engagiert. Vorausgesetzt du hast die soziale Kompetenz dich dort auch entsprechend darzustellen.

Fachkompetenz ist zusätzlich nicht schlecht, aber das kann alles mögliche sein: Handwerk, Handel, Banken, Behörde - irgendwas und dort solltest du dich bemühen nicht gerade das kleinste Licht zu sein. 

Zu den im Gemeinderat behandelten Themen mußt du kein Experte sein, solltest aber möglichst wissen worum es geht.

Gruß

Keine. 

Was aber schön ist, ist, wenn die Menschen dort Vorstellungen haben. 

Haben sie ja bei Dir im Ortsverband. Sie haben nämlich offensichtlich nur die Vorstellung von toten Gegenständen. 

Du hast andere Themen auf Deiner Prioritätenliste? Ok. Formuliere sie aus, fange an zu träumen, überprüfe die Träume auf Realitätsbezug. Passen sie in die Realität, formuliere sie als Vorschläge. Oder frage ganz einfach, warum sich ihnen nicht gewidmet wird. 

Gehe also einfach zu deren Treffen, beteilige Dich wo immer möglich. Dazu hast Du ein Recht - und es ließe sich auch feststellen, eine staatsbürgerliche Pflicht. 

Schön ist natürlich, wenn Du das Grundgesetz und das Landesrecht kennst. 

Noch schöner ist es, wenn Du die Wünsche vor Ort der dort lebenden Menschen kennst, deren Ideen. 

Vielleicht magst Du mal zu "jüngster Bürgermeister Deutschlands" recherchieren. Dem jungen Mann ging als Schüler auf den Senkel, womit sich Kommunalpolitik bei ihm vor Ort so beschäftigte. Er hatte andere Vorstellungen. 

Diese besprach er mit seinen Kumpels. Nach und nach arbeiteten sie ihre eigenen Vorstellungen aus. Dann stellten sie diese den Menschen vor Ort vor. 

Natürlich wurden sie angegriffen. Kamen da mit Themen wie Schule, Kindergarten, Miteinander, Lebensqualität und lauter so Zeug daher. 

Merke Dir Eines für Dein Leben:

Du brauchst in keiner Partei zu sein um in Politik aktiv werden zu können.

Werde es einfach. So konkret als möglich. Je mehr Vorteile Deine Mitmenschen für sich erkennen, je erfolgreicher wirst Du werden. 

Ok.. Deine Mitmenschen sollten, natürlich, von Deinen Vorstellungen wissen. 

Ich denke mal, dass du nicht den Orts- oder Kreisverband meinst, sondern den Gemeinderat oder die Stadtverordnetenversammlung.

Die Kommunalpolitik lebt von der Vielfalt der Menschen, die sich in den Parteien einbringen. Es macht durchaus Sinn, dass Leute, die sich mit Finanzen auskennen und ein Gespür für Zahlen haben, in den Haupt- und Finanzausschuss gehen.

Alle die aus dem Bereich Kindergarten, Altenpflege oder Sozialbereich kommen, haben halt eher die Kenntnisse für den Sozialausschuss. Da geht es um die Alten- und Plfegeheime, Kitas, Jugendhäuser usw.

Warum sollte nicht ein Landschaftsgärtner, Biologe, Straßenplaner, Verkehrsgutachter, Architekt u. ä. im Bau- und Verkehrsausschuss sitzen.

Jemand der sehr gut im Vereinsleben involviert ist, hat beste Voraussetzungen für den Sport- und Kulturausschuss, weil der auch mit den Anliegen und Problemen der Vereine vertraut ist. Der, der im Fußball- oder Handballverein ist, weiß wie es um die Sportanlagen bestellt ist oder was saniert werden muss.

Tatsache ist halt, dass eine Stadt viel städtische Gebäude hat. Man denke nur an das eigene Rathaus, das Bürgerhaus, die Jugendhäuser, die Altenheime, das Feuerwehrhaus, die Kitas, diverse Sozialwohnungen und Sozialeinrichtungen und das Stadtschwimmbad usw., die alleine schon aus Sicherheits- und Feuerschutzgründen erhalten werden müssen. Dazu noch diverse Brücken, Fußgängerbrücken, Friedhöfe mit Trauerhalle, Radwege, städtische Parkplätze nebst Pflege und Winterdienst usw. Dann hätten wir da noch die regelmäßige Erneuerung der Kanalisationsrohre zum Schutz des Trinkwassers mit der damit verbundenen Erneuerung der Straßendecke.

Durch die Kommunalpolitik lernst du die Wähler in ganz besonderer Weise mal kennen und lernst auch, wie sich die Landes- und Bundespolitiker fühlen. Erst motzen die Wähler herum, wenn der Straßenbelag kaputt ist und dieser nicht erneuert wird. Du als Kommunalpolitiker musst den Bürgern/Wählern dann aber auch erklären, dass das alles Geld kostet und deshalb gleich mit der Kanalsanierung verbunden wird. Wird dann die Straße zwecks Kanal- und Straßenbau für drei Monate gesperrt, motzen die selben Bürger/Wähler, dass sie nun morgens und abends einen Kilometer Umweg fahren müssen und im Stau stehen.

Als nächstes schreien die Wähler/Bürger dann nach einem neuen Schwimmbad mit Sprungturm und neuen Umkleide- und Duschräumen. Sagst du den Bürgern dann, dass das unter einer Million €uro nicht zu haben ist und durch erhöhte Eintrittspreise finanziert werden muss, hast du die nächste Unterschriftensammlung gegen den Umbau des Schwimmbads, während die anderen glauben, dass es mehr Komfort für das selbe Geld gibt.

In der Kommunalpolitik begreifst du erst, was der Spruch bedeutet:

"Wasch mich, aber mach mich bitte nicht nass!"

Sobald du mal fünf Jahre in der Kommunalpolitik aktiv tätig warst, fängst du hinterher an mit Frau Dr. Merkel, Herrn Gabriel, Herrn Dr. Schäuble, Herrn Dobrindt, Frau Dr. von der Leyen, Herrn Dr. Gysi, Herrn Oppermann, Herrn Seehofer, Herrn Bouffier, Frau Nahles usw. Mitleid zu bekommen!

Kommunalpolitik ist ein korrupter Schweinehaufen. Durch Bauen und durch die ganzen Baufirmen verdienen die Chefs sich eine goldene Nase, auch ich war dort ein Chef und bin aus dem Geschäfts raus. Ich betrüge und lüge nur ungerne. Alles korrupte schweine.

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