Welche Erfahrungen gibt es mit LED-Retro

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2 Antworten

Da ist die Werbung besser als die Physik dahinter. Vor ein paar Tagen habe ich das auf gutefrage schon mal kritisch kommentiert. Die Frage hieß: "Leuchtstoffröhren gegen LED wechseln ??" Die heutigen LEDs mögen besser sein als die vor einigen Jahren, aber der Nachweis von Lebensdauern von über 30000 Stunden ist von wenigen erbracht. LEDs erbringen keine Wunder. Allerdings halten sich die Hersteller der Leuchtstofflampen ziemlich zurück mit Vergleichen. Man hat den Eindruck, dass man den Markt für LEDs von der Presse stützen lässt und wer aber dann mitdenkt und lieber T5-Lampen kauft, den beliefert man auch gern.

Siehe: http://www.gutefrage.net/frage/leuchtstoffroehren-gegen-led-wechseln-#answer116800000

Hallo alphalambda, hier lese ich viel Kritik, Teils berechtigt Teils durch Mangel an Information. Ich arbeite seit 22 Jahren im Bereich LED Entwicklung / Test und Anwendungen. Meine Wohnung habe ich im Jahr 2000 komplett auf LED Beleuchtung umgestellt, bisher kein Ausfall. Zum Thema: Es gibt weiße LEDs die nach etwa 2000 Betriebsstunden auf 50% der Lichtleistung abgesunken sind, das ist Schrott, aber im Markt. Es gibt LEDs, die ich selbst im Dauerlauf getestet habe, die nach 20.000 Stunden auf 80% Lichtleistung abgesunken sind (das sind etwa 3 Jahre Testzeit) die Mechanismen zu dieser sog. Degradation (Lichtabfall) wurden untersucht, die Produkte weiter verbessert. Man kann, wenn man 50% der verbleibenden Lichtleistung als Lebensdauerende annimmt durchaus mit 50.000h werben. ABER - die Umgebungsbedingungen / Temperatur und Luftfeuchte sind ein wichtiger Faktor und verkürzen das Leben u.U deutlich. Weiterhin ist eine saubere Gleichspannung nötig, Störungen hierin lösen Schäden am Halbleiterkristall aus. Als dritter Faktor zerstören Gase die LEDs, hier ist besonders Schwefel zu nennen, der sich fast über findet (Papier, Dichtungsringe, schwarze Schaumstoffe etc.). Zu Deinen Fakten: 5200 Lumen Leuchtstoffröhre bei einer Bruttoleistungsaufnahme von 65 bis 75 Watt - im Vergleich zur LED Röhre 3000 Lumen bei 31 Watt Bruttoleistung (Also die Leistung die vom Netz abgenommen wird, nicht das was auf der Röhre steht...), hinzu kommt, das die LED diese 3000 Lumen nur nach untenb richtet, dort wo das Licht gebraucht wird, die Leuchtstoffröhre beleuchtet mi der Hälfte des Lichtes die Decke, von dort wird nur ein kleiner Teil reflektiert. Thema "Sonnenähnlich":, das ist Quatsch auch die Behauptung zur Vitamin D Bildung ist Blödsinn, leider gibt es einige unseriöse Anbieter die sich vieles aus den Fingern saugen. LEDs taugen als Pflanzenlicht, jedoch müssen hier etwa 4-5 verschiedene Farben gemischt werden (blau, rot, gelb, weiß, amber etc.) Zum Schluss: LEDs müssen nicht bläulich sein, es gibt inzwischen alle Weißtöne, von warmweiß bis kaltweiß (2600K ... 8000k - Kelvin)

alphalambda 09.03.2014, 16:36

Ich sehe meine Kritik als nicht widerlegt an. Wo ist ein Mangel an Information? Die LEDs im Wohnungsbereich haben vielleicht so lange gehalten, weil die Strombeaufschlagung klein war. Wenn LEDs gegen Leuchtstoff im Gewerbe- und Sportbereich antreten müssen, muss der Strom wahrscheinlich groß sein, also kleine Lebensdauer und Ausfallgefahr. Wer kontrolliert im privaten Bereich die durch LED-Lampen erreichte Beleuchtungsstärke? Die Helligkeit (Lichtstärke) von LED- und Leuchtstofflampen mag in Blickrichtung vergleichbar sein, aber nicht der abgegebene Lichtstrom. Wer kann schon mit 50 % Lichtleistung am Ende der Lebenszeit zufrieden sein? Wenn LEDs sowieso meist nur zur Ilumination taugen? 80 % Lichtleistung für die Lebensdauerdefinition sehe ich als realistischer an. In meinen zitierten Fällen ist die Temperatur niedrig (18 °C, Winterbetrieb), trotzdem die Ausfälle. Mit der niedrigen Energieverbrauch von LED zu werben macht keinen Sinn, wenn gleichzeitig der Lichtstrom nicht ausreicht. Der Lichtstrom von Leuchtstofflampen geht nicht an die Decke, weil davor noch ein hocheffizienter Spiegel mit mindestens 98 % Wirkungsgrad angeordnet ist. Mit dem "Blödsinn" der Werbung wird der arglose Käufer aber zum Kauf verführt und muss die LED-Entwicklung bezahlen. Sicher gehört LED oder OLED die Zukunft. Für Pflanzen müssen noch andere Farben dazugemischt werden, was die Kosten treibt. RGB-LED-Lampen sind teuer. Normale LED-Lampen verwenden blaue Dioden, das blaue Licht wird durch Leuchtstoff umgewandelt, d. h. der Blauanteil dominiert (Spitze im Spektrum). Durch besondere Leuchtstoffkomponenten versucht man den Rotanteil anzuheben.

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