Welche Einkünfte werden auf ALG II angerechnet?

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3 Antworten

Das Schonvermögen hat dir schon vor der Antragstellung zugestanden,hättest also gar nicht alles verbrauchen müssen und deinen KK - Beiträge selber zahlen !

Dein Schonvermögen beträgt min.3100 € + einmalig 750 € für notwendige Anschaffungen,min.also 3850 €,allgemein gilt,pro vollendetem Lebensjahr 150 € + diese einmaligen 750 € für notwendige Anschaffungen.

Alles was du nach der Antragstellung auf dein Konto bekommst,zählt als Einkommen und wird auf deinen Bedarf angerechnet.

Entweder handelt es sich dann um einmaliges Einkommen,wenn du zum Beispiel etwas auf dein Konto bekommst,was nicht aus Erwerbseinkommen stammt.

Denn ist es Erwerbseinkommen,dann hast du Freibeträge nach § 11 b SGB - ll,die dir zuvor vom Nettoeinkommen abgezogen werden und das ergibt dann dein anrechenbares Einkommen.

Das wird dann auf deine Leistungen angerechnet.

Erbschaft und Lottogewinn würden unter einmaliges Einkommen fallen und davon hättest du in der Regel erst mal nicht viel,es sei denn,das nach der Anrechnung über 6 Monate noch so viel Geld übrig sein würde,dass das deinem Schonvermögen zugerechnet würde.

fragebommel 03.07.2014, 20:01

Danke für die Info;

ja, das Schonvermögen hatte ich ja, aber mein Antrag wurde im Oktober abgelehnt, weil leut deren Angeben zuviel da war. Bin damit beim Sozialgericht.

Das Geld von April bis jetzt bekomme ich ja rückwirkend zurück.

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fragebommel 03.07.2014, 20:04

Außerdem war ich der Annahme, das ich auch nach der Antragstellung ein Recht auf 150 € pro Lebensjahr habe.

Wie ist das denn genau?

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isomatte 03.07.2014, 20:18
@fragebommel

Du kannst dir das in der Bezugszeit zusammen sparen,also entweder vom Regelsatz sparen ( was nicht einfach sein dürfte ) oder durch Erwerbseinkommen,da kannst du deine Freibeträge ansparen,bis du dein Schonvermögen erreicht hast !

Aufpassen musst du nur,das du dieses angesparte Vermögen dann auch immer bei der Weiterbewilligung angibst und durch aktuelle Kontoauszüge oder Sparbuch nachweisen kannst.

Das mit dem relativ hohem Schonvermögen,gilt aber bei im SGB - ll ,also wenn Leistungen vom Jobcenter bezogen werden,würdest du Leistungen nach dem SGB - Xll vom Sozialamt bekommen,dann wird es ganz düster.

Dann musst du dich mit min.1600 € bzw.max.2600 € zufrieden geben und die Freibeträge auf Erwerbseinkommen fallen auch weg,da hat man nur 30 % Freibetrag auf sein Erwerbseinkommen,max.sind es derzeit 196 €,die Hälfte vom vollen Regelsatz von derzeit 391 €.

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fragebommel 03.07.2014, 22:34
@isomatte

danke für die Info, aber wie ist es denn jetzt genau mit der Rückeerstattung der Krankenkassenbeiträge? werden die wirklich angerechnetß Das kann ich nicht verstehen, denn ich habe doch selber eingezahlt. Dann müsste ich es doch zurück bekommen, ohne, das ich es abgezogen bekomme?

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isomatte 04.07.2014, 06:08
@fragebommel

Das du die Beiträge selber gezahlt hast,spielt erst einmal keine Rolle !

Bei dir könnte es dann nur etwas komplizierter werden,weil du ja normalerweise Anspruch auf Leistungen hattest,wenn du ab April eine Nachzahlung bekommst.

Dann war das Geld ja vorher schon vorhanden und wenn du dein Schonvermögen noch nicht überschritten hattest,dann müsste es evtl. als Vermögen und nicht als Einkommen angesehen werden.

Wenn du also Glück hast,wird nichts angerechnet,ich würde mich aber nicht darauf versteifen,ggf.bleibt dir dann erneut nur der Weg einer Klage.

Aber im allgemeinen spielt es keine Rolle,ob du vorher etwas selber gezahlt hast und evtl.ein Guthaben ausgezahlt bekommst,das wird dann als einmaliges Einkommen auf deinen Bedarf angerechnet und zwar im Monat des Zuflusses.

Das bedeutet,in dem Monat,wo dir ein Guthaben auf dein Konto überwiesen wird,egal aus welcher Zeit dies stammt,wird dir das auf deine Leistung in diesem Monat angerechnet.

Ist das nicht mehr möglich,weil deine Leistung für den Monat schon auf deinem Konto eingegangen ist,wird die Anrechnung spätestens im Folgemonat durchgeführt. Du musst jedes Einkommen unaufgefordert angeben und mit aktuellen Kontoauszügen belegen ( Mitwirkungspflicht ) um genau diesen Zufluss nachweisen zu können.

Würdest du jetzt angenommen ein Guthaben aus einer Betriebskostenabrechnung bekommen und du hast vorher alle Kosten selber getragen,würde dieses Guthaben als einmaliges Einkommen auf deine Leistungen angerechnet,wie vorher beschrieben.

Dir würden von diesem Guthaben gerade mal max.30 € Versicherungspauschale abgezogen,aber nur,wenn du im SGB - ll Bezug bist ( nicht SGB - Xll Sozialamt ) und diese 30 € nicht schon durch Freibeträge aus Erwerbseinkommen nach § 11 b SGB - ll geltend gemacht wurden.

Denn dann sind diese 30 € schon im Grundfreibetrag von 100 € enthalten.

Würde dieses einmalige Einkommen so hoch sein,das es deine monatliche ALG - 2 Leistung übersteigen würde,dann muss dieses einmalige Einkommen zwingend auf 6 Monate verteilt werden.

Dann könntest du max.diese 30 € Pauschal mal diese 6 Monate geltend machen,also blieben dir im Endeffekt 180 €,die dir nicht auf deine Leistungen angerechnet würden.

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Es gilt das Zuflussprinzip, d.h. alles was nach der Antragstellung zufliesst ist anzugeben und kann auch angerechnet werden, sofern es nicht ausdrücklich ausgenommen ist ....

Rückerstattungen von der Krankenkasse, vo Vermeiter etc. sind selbstverständlich für den eigenen Unterhalt einzusezten und dürfen daher angerechnet werden ...

fragebommel 04.07.2014, 21:19

ich habe mich inzwischen erkundigt und die dürfen mir die Beiträge nicht anrechnen

Trotzdem Danke für die Info

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isomatte hat Dir Deine Frage ja schon ausführlich beantwortet. Ich verstehe sehr gut, dass Dich diese Hartz IV-Vorschriften frustrieren ... dazu kann ich nur sagen: Willkommen im Hartz IV-Land, in dem Politiker und Richter für "Hartzis" Vermögen flugs in "Einkommen" umwandeln. - Du bist nicht der erste, der darüber den Kopf schüttelt, und Du bist auch nicht der erste, der darüber frustriert ist..

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Vorsorglich auch diese Hinweise von mir:

Umgang mit Sozialbehörden

Mit dem Amt nichts telefonisch klären (das kann man später nie beweisen). Alles schriftlich machen. Am besten Schreiben, Belege und Anträge persönlich abgeben. - Den Erhalt des Schreibens lässt man sich auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel, Datum und Unterschrift bestätigen. (Dies verlangt man mit ruhigem, freundlichem Ton und reicht das Schreiben rüber, „und hier brauche ich noch Stempel mit Datum und Unterschrift“).

Wenn man nur etwas abgeben will, dann wie üblich ein Schreiben aufsetzen, in dem erklärt wird, was "als Anlage" überreicht wird. - Wiederum dieses Anschreiben auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel und Unterschrift bestätigen lassen.

Diese Bestätigungen sind Gold wert, sie sind mehr wert als ein Einschreibebeleg (mit dem ja nur der Eingang eines Umschlags bestätigt wird).

Mit einer solchen Bestätigung kann von Seiten der Behörde nicht behauptet werden, Schreiben und Belege seien nicht eingegangen. Und wenn doch, eine Fotokopie von deren Bestätigung vorlegen (das Original unbedingt wie eine Kostbarkeit hüten). - Werden so die Unterlagen / Belege abgegeben, wird erfahrungsgemäß allgemein die Sache sogar zügiger bearbeitet.

Falls Du meinst, ich würde übertreiben, google mit jobcenter unterlagen verloren.

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Im Gespräch mit den Mitarbeitern immer korrekt und konzentriert sein. Wenn die Mitarbeiter freundlich und zugewandt sind: Auch Infos im Vertrauen landen in der Akte und können später gegen den „Kunden“ (wie es vollmundig bei Sozialbehörden heißt) verwendet werden.

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Oft ist es ratsam, zum Amt einen Beistand als Begleitung mitzunehmen. Dieser muss nur zuhören und kann dabei Protokoll führen, oder hinterher macht man gemeinsam ein Erinnerungsprotokoll. Die Begleitung kann aber auch für Dich Erklärungen abgeben, dazu § 13, Absatz 4 SGB X (google mit 13 sgb 10):

  • (4) Ein Beteiligter kann zu Verhandlungen und Besprechungen mit einem Beistand erscheinen. Das von dem Beistand Vorgetragene gilt als von dem Beteiligten vorgebracht, soweit dieser nicht unverzüglich widerspricht.

Für einen ehrenamtliche Behördenbegleiter = Beistand google jeweils mit Deinem Wohnort (oder dem nächstgrößeren, wenn Deiner klein ist) mit

Ämterlotsen

Behördenlotsen

Behördenbegleiter

Hartz IV Mitläufer

Hartz IV Gegenwind e.V.

Wir gehen mit org

Diese Ämterbegleiter sind wertvolle Hilfen und notfalls auch Zeugen, und (die meisten? alle?) haben für diesen ehrenamtlichen Dienst eine kleine Ausbildung genossen und kennen sich bestenfalls mit den Gesetzen aus.

Lebst Du in einer Bedarfsgemeinschaft (oder Haushaltsgemeinschaft): Andere Mitglieder solch einer Gemeinschaft können für Dich kein Beistand sein, denn sie sind nicht neutral, sondern automatisch selbst Betroffene.

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Und google mit

legitimation eines beistands pdf

und lade Dir die Datei vom elo-forum runter. Darin erfährst Du die gesetzliche Grundlage für Beistände und dass jeder Bürger ein Recht darauf hat, sich bei Behördengängen von einem Beistand begleiten zu lassen.

Auch erfährst Du so, dass wenn Dein Beistand für Dich etwas sagt, und Du widersprichst nicht, gilt es so, als hättest Du selbst es gesagt.

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