Welche Effekte braucht man bei der Aufnahme von Gesang?

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2 Antworten

Hi. Es gibt paar Sachen, die man immer macht (Compressor und EQ zb), aber auch da hängen die Einstellungen vom Ausgangsmaterial ab. Man muss viel ausprobieren, aber man kann sich auch an Produktionen orientieren, die einem gut gefallen.

Hier mal ein Beispielhafter Aufbau: EQ, DeEsser, Compressor, Pitch-Shifter/Stereo-Spreading und über Return/Sents Reverb und/oder Delay.

EQ Orientierungshilfe (grob, immer selbst hören, +db bedeutet anheben, -db absenken)

Lowcut male 80-100 Hz, female 100-150 Hz
Mehr Wärme male 100-150 Hz, female 150-200 Hz, +2db Q<1
holt die Stimme nach vorne 100-250 Hz
Fülle 200 Hz anheben
weniger matschig 200 Hz absenken
Räumlichkeit ~300 Hz, +dB=mehr vorne, -dB=weiter hinten
Definition 400-500 Hz, -db Q>1
dröhnende Mitten entfernen bei 625 Hz -6db
nasal entfernen 800 Hz -db Q>>1
Sprachverständlichkeit ~1kHz
Presence 3-5 kHz +db (bei 3kHz Gesang näher, bei 5kHz Präsenz)
Sibilanten 7 kHz

DeEssing ist das entfernen von Sibilanten mithilfe eines speziellen Compressors, oft reicht es die Sibilanten im EQ abzusenken, falls nötig.

Compressor-Einstellungen sind wieder stark abhängig vom Ausgangsmaterial und von deinem Ziel. Da musst du dich intensiv mit der Funktionsweise von Kompressoren beschäftgien - grade weil man die immer und überall braucht.

Pitch-Shifter ist quasi das Doppeln der Spur; eine wird komplett links gestellt und zb +15cent hochgepitch, die andere vice versa. Das ergibt ein sehr volles Klangbild, gut für Leadvocals.

Reverb und Delay wird üblicherweise über Return-Spuren verwendet. Mögliche Einstellungen wären zb ein Plate-Reverb, 50-100ms Predelay und ~1,5s Decay. Mit dem Delay kann man für etwas mehr räumliche Tiefe sorgen: Delay von 10-30ms, 50:50mix und dann die Vocals leicht links und den Delay leicht rechts pannen und den Feedback bischen aufdrehen.

Das sind hier alles aber nur Beispiele und Anhaltswerte, es gilt wie immer: auf das Ohr verlassen.

Bevor du damit anfängst wäre es vielleicht sinnvoll sich ersrtmal mit der Materie zu beschäftigen?!?!

Lern doch erstmal mit dem Programm umzugehen bevor du damit schon irgendwelche High End Produktionen machen willst ^^

Wer nicht mal weiß das ein Synthesizer kein Effekt ist sondern ein Klangerzeuger finde ich sollte keine Musik / Gesang aufnehmen wollen.

Gängige Effekte für Vocal aufnahmen sind: Compressor (um die Stimme leicht anzufetten), dezenter Hall / Reverb, EQ um unnötige Frequenzen unten und obenrum wegzuschneiden. Welche ist abhängig davon wie hoch oder tief du singst aber grob gesagt bewegt sich die Stimme in diesen Frequenzbereichen:

Grundtonausprägung: 125 Hz (Mann), 250 Hz (Frau)
Fülle und Wärme: etwa 100 Hz bis 250 Hz
Vokalpräsenz: etwa 350 Hz bis 2 kHz
Konsonantenpräsenz: etwa 1,5 kHz bis 5 kHz
Brillanzen: ca. 5 kHz bis 8 kHz

Alles was außerhalb davon liegt kann man mit dem EQ weg cutten. Aber auch hier gilt ausprobieren. Denn im Musikstück sind ja auch wahrscheinlich dann teilweise sich mit der Stimme überlagernde Frequenzen.

Wegen grau hinterlegt. Das heißt im normalfall das eine Funktion nicht auswählbar ist. Warum das so ist musst du in der Bedienungsanleitung deiner Software nachschlagen. Soviel erstmal dazu. 


Viel Spaß beim lernen und Musik machen :-)

Okay danke schonmal. Ich habe allerdings nie gesagt das Synthesizer ein effékt ist. Ich habe geschrieben das ich nicht recht weiß wie diese Funktion funktioniert bzw wie man sie richtig anwendet. Weißt du das vielleicht auch?

Zum Reverb. Ich habe ihn endlich in meinem Programm gefunden allerdings hört er sich richtig komisch an :(

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@LunaLanamoon

Ich auch nicht, aber du weißt ja auch nicht was es ist ;-)

Wie man einen Synthesizer benutzt weiss ich (sowohl hardware als auch software) aber leider nicht bei dem Programm weil ich es selbst nicht habe.

Generell kann man aber sagen das man da eine (wahrscheinlich Midi) Spur / Track aufmachen muss. Dann das Synthesizer Plugin in dieser Spur laden ein paar Noten in die Piano Roll und dann hört man was. Das jetzt nur mal als ganz grobe Orientierung.

Ja ein Hall / Reverb muss man auch passend einstellen. Sonst kommt da meist Brei raus. Da gibts halt (generell) viele Einstellungen. Ich weiß nicht was der Reverb deiner DAW anzubieten hat oder evtl auch einfach nur schlecht ist (das kommt bei vielen Halls vor leider ^^)

Es gibt z.b. Pre-Delay, Room Size, Spread, Diffusion, Stereo und noch einiges mehr. Die richtige Einstellung all dieser Parameter führt am Ende zu einem guten Ergebnis.

Ich würde in deinem Fall einfach erstmal mit den gegebenen Presets arbeiten und mich einhören und schauen was klingt bei welcher Einstellung wie und auch entsprechend die Dokumentationen dazu studieren.

mfg :)

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