Welche Chancen habe ich, den Prozess zu gewinnen?

7 Antworten

Wenn du die Forderung tatsächlich anhand von geführter Korrespondenz (Email und Facebook) eindeutig nachweisen kannst, wirst du den Prozeß auch dann gewinnen, wenn der Schuldner Widerspruch einlegt. Das Gericht entscheidet nach Akten-/Beweislage. Dennoch hast du bei jedem Prozeß ein Risiko. Beispielsweise weißt du nicht, mit welchen Gegenargumenten und Gegenbeweisen dein Schuldner Widerspruch einlegt.

Da der Schuldner zahlungsunfähig ist, mußt du nach einer rechtskräftigen Gerichtsentscheidung zu deinen Gunsten (oder Vollstreckungsbefehl nach Mahnbescheid ohne Widerspruch) vermutlich einen Gerichtsvollzieher mit der Eintreibung der Forderung plus Prozeßkosten beauftragen. Du mußt diese Vollstreckungskosten vorschießen. Du bekommst sie zwar vom Schuldner zurück, aber eben nur dann, wenn er Geld hat. Es kann dir also passieren, dass du deine € 200 nicht bekommst und noch dazu auf den Vollstreckungskosten sitzen bleibst.

Wenn du ganz großes Pech hast und der Schuldner auch die Prozeßkosten (Mahnbescheid mit oder ohne Widerspruch) nicht bezahlen kann, wirst du als Gewinner des Prozesses irgendwann auch diese Kosten zahlen müssen. Du kannst dir alles titulieren lassen und dir mit viel Hoffnung alles irgendwann zurückholen - sollte der Schuldner jemals zu Geld kommen. Es kann zu einer endlosen Geschichte werden.

Alles Gute!

Danke für deinen Kommentar! Wie wäre es, wenn ich dem Schuldner mit dem Mahnbescheid vom Gericht nur ein wenig "Angst" mache und darauf hoffe, dass er keinen Widerspruch einlegt? Wenn ich dann auf das weitere Verfahren verzichte, bleibe ich nur auf 32€ Mahnbescheidskosten sitzen. Die Dienstleistung, die ich erbracht habe, kann ich nämlich im Zweifelsfall an jemand anderen verkaufen (ja, ist möglich, Details möchte ich hier erst mal nicht geben). Ist das sinnvoll?

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@fasciinatiion

Die Gerichtskosten könnten sich (das weiß ich jedoch nicht!) automatisch erhöhen, wenn Widerspruch eingelegt wurde. Die Akte ist dann nicht mehr im Mahnverfahren, sondern wird an die normale Zivilgerichtsabteilung weitergeleitet.

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@Mignon2

Nein, da erhöht sich nichts. Als Gläubiger kann man durchaus entscheiden, ob man nach dem Widerspruch weitermacht oder nicht. Die 32€ bleiben erst mal stehen. Erst, wenn man mit einem Prozess weitermachen will, muss man dann das Geld für diesen Prozess vorschießen. Genauso als würde man direkt Klage einreichen.

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Wie sieht es aus, dass ich den Prozess gewinnen kann, wenn der Schuldner Widerspruch einlegt?

Wenn aus den Dokumenten klar hevorgeht, dass es eine übereinstimmende Willenserklärung gibt, könnte es gut sein, dass das Urteil zu deinen Gunsten lautet.

Was sagt dein Anwalt dazu?

Wenn dein Schuldner nicht zahlungsfähig ist, kann das hier für dich jedoch finanziell nach hinten losgehen.

Der evtl. Gewinn von 200 Euro wird wahrscheinlich von deinen Anwaltskosten und sonstigen Aufwendungen verschlungen (Porto, Fahrtkosten, Telefonate ect.).

Klar ist es ärgerlich das dein Gegenüber nicht zahlungfähig ist, er hat sicher auch Anspüche auf Gerichtskosten - Beihilfe und kann somit recht gelassen an die Sache rangehen. 

Ohne eigene Rechtschutzversicherung würde ich die Finger von lassen. 



Der evtl. Gewinn von 200 Euro wird wahrscheinlich von deinen Anwaltskosten und sonstigen Aufwendungen verschlungen (Porto, Fahrtkosten, Telefonate ect.).

Wenn man gewinnt, bezahlen (nachweisbare) Auslagen die Schuldner. Da wird's nichts vom "eigentlichen Gewinn aufgezehrt".

Zudem dürfte es bei 200€ ein einfaches schriftliches Verfahren geben, so dass insbesondere Fahrtkosten nicht anfallen.

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@mepeisen

Wenn, es gilt: 

Im Zweifel für den Angeklagten. 

Ein Schuldner der schon an den 200 Euro scheitert soll dann noch mehr zahlen? 

Es entwickelt sich zu Lasten der Staatskasse, ich würde damit rechnen das die Klage abgewiesen wird. 

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@user8787

Bitte was? Eine Klage wird nicht abgewiesen, nur weil der Schuldner zahlungsunfähig ist. Entweder hast du dich gerade völlig verquer ausgedrückt oder du fantasierst dir da etwas zusammen.

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@mepeisen

Du schießt mit Kanonen auf Spatzen.

Mit einem Mahnbescheid vom Gericht drohen, obwohl du weißt das er zahlungsunfähig ist, nur um etwas Angst zu schüren ist, sry....Kindergarten-Kram. 

Die Gerichte haben genug so unsinnige Fälle um die Ohren. 

Klärt den Kram wie Erwachsene....unter euch. Wer sich auf so "Geschäfte" einlässt muss eben mit Ärger rechnen, ganz einfach.

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