welche chance hat ein vorwurf der indirekten beleidigung bei polizei oder staatsanwaltschaft?

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1 Antwort

Streng Juristisch betrachtet:

  1. Jemanden als "Egoistisches A..." zu bezeichnen ist eine Beleidigung (es geht nicht darum ob Du das tatsächlich gesagt hast, sondern nur um den Tatbestand an sich)
  2. Bei einer Anzeige ist die Polizei generell verpflichtet zu ermitteln
  3. Dazu nimmt sie u.a. Zeugenaussagen von allen möglichen Leuten auf
  4. Die Polizei leitet die Akte an die Staatsanwaltschaft weiter wenn sich nach den Ermittlungsergebnissen ergibt das eine Straftat vorliegt.(Beleidigung KANN eine Straftat sein, muss es aber nicht)
  5. Die Staatsanwltschaft entscheidet über Klageerhebung
  6. Der Richer entscheidet.

Ich weis nicht wer derartigen Blödsinn irgendwann einmal in die Welt gesetzt hat. Aussage gegen Aussage gibt es in der Jurusterei nicht!

Der Richter vernimmt die Zeugen und entscheident bei sich widersprechenden Aussagen nach Glaubwürdigkeit und Bezug zum ermittelten Tathergang, der von den Ermittlungsbehörden ermittelt wurde und diversen anderen Kriterien. Nicht danach ob einer etwas sagt un der andere das Gegenteil!

Anschliessend fällt er ein Urteil. Dabei kommt es nicht darauf an wieviele für und wieviele gegen jemanden Aussagen sondern nur darauf wie glaubwürdig die Zeugen sind und wie zutreffend die Aussagen mit den Ermittlungsergebnissen übereinstimmen.

Zu den Fragen die Du gestellt hast:

Ja eine solche Anzeige Kann eine reelle Chance haben das hängt allerdings von Umständen ab dessen Klärung wir hier nicht vornehmen können. (Es gibt genug Beispiele dafür und ebensoviele dagegen)

Ja, die Polizei muss jeder Anzeige nachgehen und sie ist von Leuten genervt, die ständig mit irgendwelchem Kinderkram ankommen.(und da gibts genug von)

Einen Anwalt solltest Du generell einschalten sobald es zu einer Vorladung zu einer Zeugenvernehmung kommt. Weil das ganze dann noch nach einer Intrige aussieht sollest Du von Deinem Aussageverweigerungsrecht gebrauch machen und nur im Beisein deines Anwalts mit der Polizei sprechen.

Das ist jetzt nicht übertrieben, denn wenn eine Intrige gut eigefädelt ist, bist Du vielleicht am Ende der Dumme.

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Kommentar von Jommelli
10.02.2015, 21:37

danke, das klingt sehr vernünftig un deckt sich mit vielem, was ich online gelesen habe. eine polizeiliche vorladung muß man allerdings nicht befolgen, es wird sogar oft davon abgeraten. klar ist, dass bei einer staatsanw. vernehmung nur mit anwalt erschienen werden sollte.

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