Welche Bibelversion wird in der Theologie standardmäßig zitiert (deutsch/englisch)?

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11 Antworten

Hallo, meistens wird nach Luther 1984 zitiert. Es kommt aber auf die Konfession an. In der katholischen Kirche wird nach der Einheitsübersetzung zitiert.

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"Für Texte der Weltliteratur (z.B. die Bibel, Platons Dialoge oder Goethes Faust) oder Gesetzestexte kann das Zitat auch dann eindeutig nachgeschlagen werden, wenn dem Leser nicht dieselbe Ausgabe zur Verfügung steht wie dem Autor. 

Man verwendet dann für den Nachweis die so genannte innere Zitierung, bei der zwar exakt die Textstelle selbst, jedoch ohne Angabe der Auflage sowie des Erscheinungsortes und -Jahres ausgewiesen wird. Dies gilt sowohl für wörtliches als auch für inhaltliches Zitieren."

http://www.rg-schwaz.tsn.at/bibliothek/pdf/zitieren/Zitieren.pdf

Es wird einfach die betreffende Bibelstelle angegeben.

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In Deutschland wird für gewöhnlich aus der Einheitsübersetzung zitiert, besonders im Ökumenischen und im Katholischen. Im protestantischen Bereich wird für gewöhnlich aus der Lutherbibel zitiert. Manchmal wird auch aus der Zürcher Bibel oder aus der Jerusalemer Bibel zitiert.

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Die Bibel ist kein zusammenhängendes Buch sondern ein Kanon verschiedener Bücher (daher: "Buch der Bücher") - verschiedene Schriften werden als verbindlich anerkannt und in der Bibel zusammengestellt.

Jede christliche Richtung hat seine eigenen Vorstellungen, welche Übersetzung maßgeblich sein soll und aus welchen Teilen die Bibel bestehen muß (Kanonisierung).

Beispiele:

römisch Katholische Kirche (Deutschland, Österreich, Schweiz)

Einheitsübersetzung seit 1978 (aktuelle Ausgabe 2016)

Evangelische Kirche Deutschland

Lutherbibel / seit 1980 kann auch die Einheitsübersetzung verwendet werden

Beide Konfessionen verwenden einen einheitlichen Kanon.

Auch aus welcher Sprache übersetzt werden soll, wird ebenfalls unterschiedlich gehandhabt; manche bestehen auf Übersetzung vom Originaltext andere lassen eine Übersetzung aus den ja bereits übersetzten lateinischen oder griechischen Texten zu...

Eine einheitliche Bibel wird es nicht geben können...

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Die Übersetzungen bezwecken verschiedenes. Während die eine möglichst genau nach dem Urtext übersetzt, legt die andere besonderen Wert darauf, dass sie für den "kleinen Mann auf der Strasse" verständlich ist. Einige Biblen enthalten zusätzlich Querverweise, Erklärungen etc. oder zT. sogar Berichte, was Leser mit Gott erlebt haben. Die meisten Übersetzungen werden im Laufe der Jahre teils immer wieder revidiert. Das gibt es meines Wissens auch bei anderen Büchern, weil früher andere Audrücke und Redewendungen gebraucht wurden als heute. Insofern ist es nicht schlecht, verschiedene Übersetzungen zu haben. zB. mit der kostenlosen Handybibel yourversion können bei gewählten Versen mehrere Übersetzungen gleichzeitig angezeigt und so direkt verglichen werden. Leuten, die keinen "guten Draht" zur Bibel haben aber trotzdem einmal lesen wollen, empfehle ich, eine Übersetzung zu wählen, die einfach zu verstehen ist, zB. Hoffnung für alle.

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Eigentlich kommt in allen Bibelübersetzungen (NT) die Botschaft Jesu deutlich rüber auch wenn manche Religionsgemeinschaften einige Passagen oder Worte an ihre Vorstellungen angepasst haben.(AT ist uninteressant)
Abzulehnen sind aber aller Übersetzungen, welche diese  angeblich an das "Verständnis" und die Umgangssprache der Menschen angepasst haben.
Hier lauert die Gefahr (und sie erfolgte auch tatsächlich) daß nur eine "Anpassung" an das Verständnis der Autoren dieser Schriftstücke erfolgte teils über das eventuell Notwendige hinaus..
Solche sprachlichen Anpassungen sind auch völlig überflüssig. Fast alle haben durch das Erlernen einer Fremdsprache Übung darin, auch "verquere" Formulierungen richtig zu deuten.
Um auf die Intention deiner Frage zu kommen - es gibt nirgends Handlungsbedarf sich  über den Inhalt der Botschaft (NT) zu streiten wegen irgendeiner Übersetzung. Außerdem haben Theologen wohl die Bildung, sich an Originaltexten zu orientieren. Das machen die dann auch.


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Die Behauptung von Versionen ist ein gern in die Welt gesetztes Märchen. Wir haben bei den diversen Bibeln immer nur einen Sachverhalt, der sich lediglich in den sprachlichen Eigenarten unterscheidet.

Bewertest Du die Bibeln nach Sprache, so findet sich in der Verbreitung

  • aramäisch
  • altgriechisch
  • russisch
  • lateinisch

als führend. Erst aus diesen Sprachen wird dann in nationale Sprachen übersetzt.

In Deutschland finden sich hauptsächlich Übersetzungen aus dem Latein. Auch die Bibeln der englischsprachigen Nationen sind aus dem Latein übersetzt.

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Kommentar von nachdenklich30
02.03.2017, 11:28

Darf ich das ein wenig korrigieren?

Die Schriften des des Alten Testaments sind auf Hebräisch und in einigen jungen Texten auf Aramäisch verfasst worden.

Außerdem ist das Alte Testament ab 300 vor Christus (nachdem Alexander der Große 333 v.ch. den Perserkönig besiegte und Griechisch Amtssprache wurde) in vielen Teilen auch ins Griechische übersetzt worden. Das war die "Septuaginta".

Die Schriften des Neuen Testaments sind deswegen auf Griechisch verfasst worden. Und weil in der frühen Kirche Rom zum Zentrum wurde, gab es mit der "Vulgata" eine weit verbreitete lateinische Übersetzung der Bibel.

Alle modernen Bibelübersetzungen gehen auf die erhaltenen Handschriften auf Hebräisch, Aramäisch und Griechisch zurück.

Wenn die Handschriften sich unterscheiden (das kommt immer wieder vor), schaut man, wodurch der Unterschied womöglich zustande gekommen ist und hat dabei eine recht zuverlässige Bewertung erarbeitet, was mit großer Wahrscheinlichkeit der zuverlässigste Texte ist.

Und wer als Übersetzer mit etwas Sinn und Verstand an die Sache geht, der vergleicht nicht die vielen späteren Übersetzungen, sondern der schaut sich die entsprechenden Ausgaben in den drei alten Sprachen an, in denen im "textkritischen Anmerkungsapparat" auch verzeichnet ist, wo sich die alten Handschriften unterscheiden, und bildet sich ein eigenes Urteil.

Wer die alten Sprachen nicht beherrscht, ist auf moderne Übersetzungen angewiesen. Und die werden heute alle von Menschen übersetzt, die die alten Sprachen kennen und den Wortlaut der alten Handschriften.

also korrekt wäre m.e. die Aufzählung:

  • Hebräisch
  • Aramäisch
  • Altgriechisch
1

 

  • die King-James-Bibel ist die meistgelesene englische Bibel
  • die the Nácar Colunge der Favorit in der spanischen Sprache (vor der Biblia de Jerusalén) 
  • in deutsch die Luther Bibel 1984
  • in der Schweiz ist es die Zürich Bibel  (Huldrych Zwingli).


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Kommentar von RobertWeemeyer
02.03.2017, 14:13

Wenn du für die deutsche Sprache zwei evangelische Übersetzungen nennst, dann sollte wenigstens auch die meistzitierte katholische erwähnt werden: die Einheitsübersetzung.

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Es gibt mit der Vulgata eine Einheitsübersetzung ins Lateinische. Die hat auch der Luther benutzt, um die Vulgata in Deutsche zu übersetzen.

Nur die Lutherbibel strotzt nur so von Fehlern, was die evangelische Kirche nicht wahrhaben will und hat sich demzufolge aus dem Projekt einer Einheitsbibel mit den Katholiken zurückgezogen. Luther konnte übrigens weder Griechisch, Hebräisch oder Aramäisch. Daher stammt die Übersetzung des AT nicht aus seiner Feder.

http://www.monarchieliga.de/index.php?title=Lutherbibel

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Hallo, :-)

Eine der Meistgenutzten Übersetzungen ist die Luther und die Elberfelder Übersetzung.

Die Lutherbibel ist im Deutschen Bereich aber die meistgenutzte Übersetzung.

Liebe Grüße,

iMPerFekTioN

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Hallo hvladi,

Eine Bibelübersetzung in einer Standardversion ist aus vielerlei Gründen weder sinnvoll noch möglich.

Die Ursachen dafür sind die Hindernisse,  die man nicht umsonst  "Sprachbarrieren“ nennt.

Die Ursprachen der Bibel,  Aramäisch,  Hebräisch und die griechische Gemeinsprache (Koine) enthalten viele Begriffe,  für die es in der deutschen Sprache kein  entsprechendes Wort gibt,  sie müssen also umschrieben werden  -  wobei in einigen Fällen der Kontext weiterhelfen kann.

Das Gleiche trifft auf alle Übersetzungen zu, in welcher Sprache auch immer.

Der Quelltext, besonders der Quelltext der christlich-griechischen Schriften (od. des Neuen Testamentes) wurde in einer Sprache niedergeschrieben,  die einen besonders umfangreicheren Wortschatz hat,  als unser deutsche Sprache.  Dadurch  liegt es auf der Hand,  dass es häufig schwierig ist, ein entsprechendes deutsches Wort zu finden, mit dem man all das ausdrücken kann,  was an der Quelle geschrieben wurde.

Im  Guinness Buch der Rekorde wird die griechische Sprache mit  5 Millionen Wörtern als die wortreichste Sprache der Welt erwähnt. Die englische Sprache zum Beispiel, die sehr viel verbreiteter ist, hat dagegen "nur" 490.000 Wörter wobei 41.615 der griechischen Sprache entstammen.  Und der Duden, das Deutsche Universalwörterbuch,  schätzt den Wortschatz der deutschen Alltagssprache auf etwa 500.000, den zentralen Wortschatz auf rund 70.000 Wörter.

So kommt es denn,  dass es beispielsweise für den in der Bibel  häufig verwendeten Begriff  „Liebe“  in der griechischen Sprache die Wörter  agape,  philia,  storge und  eros (zuzüglich der davon abgeleiteten Begriffe)  gibt.  Jedes dieser Wörter  hat eine andere Bedeutungsschattierung oder         -Facette,  für die es ein konkretes einzelnes deutsches Wort nicht gibt.

Schlussfolgerung daraus: 

Die genaueste Übersetzung erschließt sich einem dann, wenn man nach einer Übersetzung sucht, die (1.) den Quelltet so wortgetreu und gewissenhaft wie irgend möglich wiedergibt und bei der man  (2.)  durch den Abgleich mit weiteren guten Übersetzungen sowie  durch Fußnotenverweise zum Urtext  und durch den Kontext sein Verständnis ergänzt oder abrundet.   Nur so lässt sich das Bedeutungsspektrum vieler sinntragender Begriffe aus dem  Grundtext ermitteln. 

Zudem gibt es zu diesem Thema auch interessante  biblische  Hinweise.

Beispielsweise diese:

Psalm 119:160 „. . . Die Summe deines Wortes ist Wahrheit . . .“  und die lässt sich mit nur einer Übersetzung schwer ermitteln.

oder

Sprüche 2:4:5 „. . .  W E N N  du danach fortwährend wie nach Silber suchst und du wie nach verborgenen Schätzen ständig danach forschst,  D A N N    wirst du die Furcht Jehovas verstehen, und du wirst  die wahre Erkenntnis Gottes finden.“  Und schon damit wird klar:  das Erwerben biblischer Erkenntnis bedeutet Fleißarbeit.

Wer sich diesen Herausforderungen stellt,  bemerkt sehr bald,  dass es  -  wie schon erwähnt  -  mit  nur einer Übersetzung schwieriger ist, die tiefere Bedeutung des Quelltextes herauszufinden.

Ohne zu übertreiben kann man also sagen, dass der  Himmel selbst es ist,  der dafür sorgt, dass  durch diesen Weltbestseller „die rettende Botschaft von Gottes neuer Welt  auf der ganzen Erde verkündet werden wird, damit alle Völker sie hören. Dann erst wird das Ende kommen“  -  so jedenfalls hat  der Autor das  in Matthäus 24:24  voraussagen lassen.  (Hier zitiert aus der  Hoffnung für alle).

Nicht zuletzt sollte man unbedingt mit in Betracht ziehen,  was Jesus Christus und in Johannes 10:27 zu diesem Thema sagt:   „. . . Meine Schafe  hören auf meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir.“

Erkennst Du den Sinn dieser Aussage?  Jesus hat nicht gesagt,  dass seine Schafe als Vorbedingung zum Bibelverständnis Sprachen studieren oder Standard-Übersetzungen verfügbar haben  müssten,  um den Klang der Wahrheit  erkennen zu können.  Nein, stattdessen viel einfacher:  Der Hirte kennt seine Schafe und die Schafe erkennen ihn am Klang der Wahrheit.

Nun ist es sicherlich auch Dir bekannt, dass wir als Zeugen Jehovas in allen Sprachen und allen Ländern dieser Erde unterwegs sind. Und schon deswegen sind auch wir sehr darum bemüht, bei dem von Dir angesprochene Problem bei einer Lösung mitzuhelfen.

Wie machen wir das?

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Kommentar von Abundumzu
02.03.2017, 11:35

Wir haben seit einiger Zeit rund um den Globus Übersetzungsbüros eingerichtet, in denen insgesamt etwa 3.000 Übersetzer tätig sind - einschließlich Übersetzer in der jeweiligen Gebärdensprache.

Diese Glaubensbrüder bewältigen ihre Übersetzungsarbeit sehr realitätsnah, indem sie - wie alle Zeugen Jehovas - auf die Menschen vor Ort zugehen und mit ihnen über die gute Botschaft sprechen. Dabei lernen sie die aktuellen Feinheiten der jeweiligen Sprachen optimal kennen und erleben auch, wie gewisse Begriffe bei den Einheimischen ankommen und was sie auslösen. Die so gewonnenen Erkenntnisse lassen sie dann in ihre Übersetzungen einfließen.

Und um es noch einmal zu unterstreichen: Tatsächlich und ganz offensichtlich sorgt der „Herausgeber“ auf diesem Wege selbst für die globale Verbreitung - und wer anders als unser himmlischer Vater sollte ein so vitales Interesse daran haben, dass sein Wort allen Menschen überall auf der Erde zugänglich gemacht wird - und zwar ohne das man zuvor Hebräisch und Griechisch studieren müsste!

Mehr denn je ist die Bibel deshalb auch das meistgelesenen Buch der Welt - danach wurde hier mal gefragt:

https://www.gutefrage.net/frage/wieso-ist-die-bibel-das-meistgelesene-buch-der-welt?foundIn=answer-listing#answer-144934883

Interessant auch ein kurzes Video

"Die Bibel und die Menschen, die sie liebten — Ausschnitt (William Tyndale)"

https://www.jw.org/de/publikationen/videos/william-tyndale-liebte-die-bibel-ausschnitt/#?insight[search_id]=ac1ddba9-dc43-4c91-a743-e22e7f4cf2b6&insight[search_result_index]=18

Und soweit es gehörlose Menschen betrifft, google doch bitte mal nach dem Trailer

Die Bibel in meiner Sprache

Vielleicht habe ich Dir damit etwas weiterhelfen können

Alles Gute 

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