Welche Betäubungsmittel benutzen Ärtze?

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2 Antworten

Moin,

zunächst ein paar Worte zu den Begrifflichkeiten. Das Wort "Betäubungsmittel" findet in erster Linie im (Straf-)Recht Verwendung. Dort werden damit Substanzen zusammengefasst, welche eine bestimmte Wirkung auf das Bewusstsein haben.

In der Medizin wird dieser Begriff nur sehr umgangssprachlich verwendet, er stellt dabei keine konkrete Wirkstoffgruppe dar. Als Betäubungsmittel können im medizinischen Sprachgebrauch diverse Wirkstoffgruppen bezeichnet werden, z.B. Analgetika wie Fentanyl oder Sufentanil, Hypnotika wie Propofol oder Etomidat und so weiter.

Einem akut agitiertem Demenzpatienten wird allenfalls ein Sedativum verabreicht. In diesen Fällen könnte man z.B. über Diazepam oder Lorazepam nachdenken. Eher wird jedoch auf Neuroleptika wie Haloperidol oder Promethazin zurückgegriffen, allein da diese deutlich geringere Auswirkungen auf die Atmung haben. Gerade Haloperidol sollte jedoch nur in der Akutphase verwendet und nicht als Dauermedikation eingesetzt werden. Sind Demenzpatienten latent agil bis aggressiv, werden sie meistens auf Neuroleptika wie Melperon, Risperidon oder Quetiapin eingestellt.

Die wirklich starken "Betäubungsmittel", also z.B. die im zweiten Absatz genannten Substanzen werden dabei nicht genutzt; ihr Einsatz wäre absolut nicht indiziert.

Im Übrigen: Du sagtest, der Arzt habe ein Medikament "gegen" einen Patienten eingesetzt. Diese Wortwahl finde ich sehr befremdlich. Der Demenzpatient hat es sich mit Sicherheit nicht ausgesucht, Teile seines Verstandes zu verlieren um daraufhin Ärzte zu ärgern. Ich weiß aus meiner Klinikerfahrung sehr genau, wie anstrengend die medizinische Behandlung eines Demenzpatienten sein kann, jedoch sollte dabei niemals vergessen werden, dass dieser nichts dafür kann.

Habe ich deine Frage soweit beantwortet oder ist noch etwas offen? In diesem Fall frag bitte gern nach!

Lieben Gruß ;)

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Ich denke eher dass er zu  Benzodiazepinen gegriffen hat. Tavor, Valium, Dormicum sind ein paar Medikamente die hier in Frage kommen.

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