Welche Bestandteile sind es genau, die das Fleisch aus Sicht der Vegetarier und Veganer ungesund machen?

27 Antworten

Hallo AndyyDufresne,

In den meisten Fällen sehen Vegetarier oder Veganer Fleisch gar nicht als ungesund an, sondern möchten aus ethischen/moralischen Gründen auf den Fleischkonsum verzichten. Auch gilt eine vegetarische oder vegane Ernährung oftmals als gesund ohne dass sich jmd. darüber Gedanken gemacht hat, was an einer Ernährung mit Fleisch überhaupt ungesund ist.

In der Tat lassen sich eingie Fakten finden:

Fleisch enthält häufig Antibiotika, Hormone oder andere Chemikalien, welche zur Krankheitsprävention oder Wachstumsbeschleunigung an die Tiere verfüttert. Die im Fleisch enthaltenen gesättigten Fettsäuren sind für den Körper nicht so wertvoll wie ungesättigte Fett, welche man häufiger in Pflanzen findet. Durch Massentierhaltung ist ein Großteil des Fleisches sehr fettig, da die Tiere Fett statt Muskelmasse ansetzen. Beim anbraten von Fleisch entstehen Stoffe, welche im Verdacht stehen Krebs zu erregen.

Das klingt erstmal fies, doch wie sieht es mit der Alternative aus?

Ein Großteil der Pflanzen enthält durch Pestizide und übermäßigen Düngereinsatz ebenfalls Schadstoffe, welche überdie Schale bis ins Fruchtfleisch eindringen können. Nicht alle Pflanzen enthalten gleich viel ungesättigte Fettsäuren und industriell raffinierte Öle - unabhängig ob pflanzlich oder tierisch - sind ebenfalls größtenteils ungesättigt, da die Mehrfachbindungen der Fettsäuren beim hohen erhitzen abgesättigt werden. Manche Pflanzen oder Pflanzenextrakte enthalten von Natur aus Allergene Stoffe.

Man kann also zwischen dem einen oder anderen Übelwählen, oder sich einmal grundlegendere Gedanken machen. Warum ist die Qualität dieser Produkte so schlecht?

Nun, dies liegt zum größten Teil an der industriellen Verarbeitung. Kostengünstig und gewinnbringend zu produzieren bedeutet eben auf Mittel und Wege zurück zu greifen, die schnell zu einer großen Masse an Produkt führen und wenn der natürliche Weg zu langsam ist, muss nachgeholfen werden.

Doch hier kommst du ins Spiel. Ein Unternehmen kann nämlich nur das verkaufen, was die Leute auch kaufen. Und wenn du keine minderwertigen Produkte kaufen möchtest, dann stört das das Unternehmen vielleicht nicht, aber wenn sich viele Menschen dazu entschließen, dann muss das Unternehmen umdenken oder es wird nicht mehr lange Produkte verkaufen können.

Es gibt einen Weg wie man auch heutzutage noch gesunde Lebensmittel kaufen kann, nämlich auf dem Markt, im Bioladen oder direkt beim Bauern auf dem Dorf. Hier weiß man genau wo und wie die Produkte hergestellt werden und man kann sich jederzeit über die Schadstoffbelastung informieren. Vielleicht wirst du an der ei noder anderen Stelle ein paar ct mehr zahlen müssen, aber wenn du wirklich gesunde Lebensmittel haben möchtest sollte es dir das wert sein. Es ist dein Kaufverhalten, das darüber entshceidet wie gesund die Lebensmittel sind, welche du zu dir nimmst und die Frage ob diese nun vegan, vegetarisch oder völlig normal ist spielt hier nur eine untergeordnete Rolle.

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Fleisch enthält häufig Antibiotika, Hormone oder andere Chemikalien

Dieser Unfug wird JEDES Jahr durch Rückstandsproben widerlegt! Ihr behauptet es trotzdem immer wieder!

welche zur Krankheitsprävention oder Wachstumsbeschleunigung an die Tiere verfüttert

Selbst vor strafbaren Handlungen schreckt ihr nicht zurück!

AB darf GAR NICHT als Futter eingesetzt werden! AB wird vom Veterinär verabreicht! Und für Krankheitsprävention und vor allem für Wachstum ist es schon seit etlichen Jahren verboten!

Warum behauptest du so einen Quark, der nachweislich falsch ist?

Beim anbraten von Fleisch entstehen Stoffe, welche im Verdacht stehen Krebs zu erregen.

achsoooo....genau.....und wie heißen diese "Stoffe"? Und warum entstehen die nicht beim Anbraten von Gemüse?

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Fleisch in Verbindung mit Hormonen und Antibiotika wurde bereits genannt..... Ich habe hier im gf mal eine merk- und fragwürdige Veganer-Antwort zum Fleischverzehr (warum ungesund) gefunden , sie lautet wie folgt:

Beim Verzehr von Fleisch und anderem tierlichen Eiweiss wie Wurst,
Eiern, Fisch und Milchprodukten entstehen vielfältige Fäulnisstoffe und Zellgifte, die zum Teil hochgiftig sind - z. B. Cadaverin (Leichengift)...

Gucken wir uns das mal näher an:

Im Leichengift (= Ptomain) ist jenes Cadaverin enthalten. Allerdings in männlicher Samenflüssigkeit ist dieses Amoniakderivat ebenso enthalten......Sind Männer nun aufgrund ihrer Samenflüssigkeit wandelnde / lebende Leichengiftträger ??

Cadaverin nennt sich aus chemischer Sicht (weniger dramatisch) 1,5-Diaminopentan. Es entsteht, wenn die Aminosäure Lysin zersetzt wird....

Lysin ist eine lebensnotwendige Aminosäure, die der Mensch durch Nahrung zugeführt werden muß. Lysin kommt vorrangig in Nahrung tierischen Ursprungs vor, aber auch in pflanzlichen Nahrungsmitteln ( z.B.ungeschältem Reis, Walnüssen, Erdnüssen,Linsen usw.) .

Die nun alles entscheidene Frage ist, wenn tierische Nahrungsmittel ungesund sind aufgrund des 1,5-Diaminopentans , müsste gleiches nicht auch für pflanzliche Nahrung gelten, die jenen Stoff enthält...?


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Der Denkfehler ist, es auf Fleisch zu begrenzen. Jede Nahrung die viel Protein enthält sorgt dafür, dass zu viele Aminosäuren im Dünndarm enstehen (durch Zerlegung der Proteine) und wir nur eine begrenzte Menge davon aufnehmen können. Also wandert der Rest weiter in den Dickdarm und dort werden die Aminosäuren nun von Bakterien zerlegt, es entstehen verschiedene Aminen, die fast alle giftig sind und Ammoniak. Nur preisen Fleischesser und Ernährungs "Fachleute" ja immer an, dass Fleisch hochwertiges Protein enthält, weil alle essentiellen Aminosäuren verbaut sind. Das führt dann zu der logischen Erkenntnis, wenn man pflanzliches Protein isst, gelangen andere bzw. nicht alle Aminosäuren in den Dickdarm wie bei tierischen Proteinen. Lysin ist relativ selten bei Pflanzen. Um viel Protein über Pflanzen aufzunehmen muss man entweder Sojaprodukte oder andere konzentrierte Proteine essen wie Gluten oder aus Lupinen, also Samen und Hülsenfrüchten. Durch Gemüse und Obst wird niemals so viel Protein aufgenommen bei einer Mahlzeit, dass zu viel davon im Dünndarm landet. Es gelangen dann auch viel weniger Amionsäuren in den Dickdarm.

Neben diesem Problem (Leichengifte ist richtig und nein, wenn diese Baustoffe in der Samenflüssigkeit sind ist es was anderes, denn im Darm werden diese Stoffe zum einen direkt ins Blut aufgenommen und schädigen zum anderen die Darmwand und "gute Bakterien) gibt es noch mehrere Probleme mit Fleisch.

a) Roter Blutfarbstoff. Enthält  sehr viel Eisen. Auch wenn wir Eisen brauchen scheint es so zu sein, dass zu viel davon im Darm krank macht. Nicht umsonst warnt man vor zu vielem roten Fleisch. Mir wurde mal erzählt, die braune Färbung im Stuhlgang kommt daher, dass darüber tote Blutkörperchen ausgeschieden werden. Nun, entweder sterben bei Rohkkköstler keine Blutkörperchen und das ist nicht ganz richtig, denn wer reine Rohkost macht hat keinen braunen Stuhlgang und er stinkt auch nicht......

b) Purine. Im Fleisch sind viel mehr Purine enthalten als in  Pflanzen. Wenn der Körper diese zerlegt, dann entsteht Harnsäure. Wir haben im Gegensatz zu Fleischfresser kein Enzym um das unschädlich zu machen und müssen das über die Niere tun. Die kann aber nur 1 g also 1.000 mg pro Tag schaffen. Durch unseren Zellstoffwechsel, also den Abbau toter Zellen entstehen rund 300 mg Harnstof pro Tag und reine vegane Nahrung "liefert" mind. 700 bis 900 mg davon. Also schon bei rein veganer Nahrung muss die Niere auf Hochtour laufen. Daher haben Fleischesser immer viel zu viel Harnsäure, die wenn sie nicht ausgeschieden werden kann neutralisiert werden muss. Dazu nimmt der Körper Kalk und lagert das ganze als Kristalle ein. Gicht und Rheuma  können dadurch enstehen. Natürlich nicht immer, Veranlagung gehört auch dazu.

c) Nur im Fleisch gibt es eine ungesättigte Fettsäure mit Namen Arachidonsäure - wir brauchen davon rund 2 mg pro Tag und stellen das selbst her. Wozu? Damit der Körper Entzündungen bilden kann. Entzündung ist ein Schutz damit Zellen nicht gleich sterben. Quetsch ich mir die Finger, entzündet sich das und die Zellen überleben. Ohne Entzündung sterben sie ab. Wäre schlecht.

Nur leider nehmen wir über tierische Nahrung teilweise 200 bis 500 mg zu uns. also das mehrmals hundertfache. Leider sorgt das für eine Überreaktion und es entstehen im ganzen Körper unsichtbare Entzündungsherde, also Bereiche, wo Zellen am Zelltod gehindert werden. Man nimmt an, dass fördert Krebs. Wenn eine Zelle entartet, erkennt das der Körper (täglich entarten Millionen Zellen) und sendet ein Signal, mach Selbstmord. Geschieht das da wo eine Entzündung ist, kommt das Signal nicht an, die zelle wird nicht elimiert...

Hormone usw. lasse ich mal aussen vor. Das wären meine Gründe, warum ich Fleisch für nicht förderlich für die Gesundheit halte. Fleisch essen sorgt für Stoffe, die unseren Stoffwechsel belasten und daraus entstehen Krankheiten. Ein gewisses Maß kann der Körper verkraften auch wenn das auf Dauer zehrt, daher ist wenig Fleisch relativ unbedenklich, wenig = 50 g am Tag. Viel Fleisch dagegen auf Dauer problematisch.

Aber, dass wird immer vergessen, es ist lediglich ein Risiko. Ob man krank wird, hängt von viel mehr ab, da wir täglich ja nicht nur Fleisch essen, sondern auch anderes, atmen usw. So wie es Raucher gibt die 100 werden und das nicht bedeutet das Rauchen unschädich ist, gibt es starke Fleischesser, die sehr alt werden.... Letztlich muss es jeder selbst entscheiden was er isst und seinem Körper zumutet.

Ich lebe auch nicht immer "gesund" als Vegetarier und Veganer. Ein Signal sind die Ausscheidungen. Wenn diese "normal" werden, also dunkelbraun und wirklich stinken, weiss ich dass ich die Bremse brauche weil ich zuviel "Müll" gegessen habe. Beruhigt ist ein möglichst hellfarbiger Stuhlgang ohne Gestank - aber schon vorher merkt man es daran wie fit man ist. Denn es wird vergessen, Essen und Verdauung belastet und das mag der Körper nicht gerne

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Antibiotika und Hormone kommen (fast nie) nicht in gesundheitsschädlichen Mengen vor. In Biofleisch sowieso weniger, aber ein Gesundheitsrisiko aus konventionellem Fleisch kann man daraus nicht ableiten.

Gesättigte Fettsäuren, Fette allgemein und Cholesterin sind in ihrer Bedeutung als Nahrungsbestandteile vermutlich überschätzt worden. In der öffentlichen Meinung sogar sicher.

Purine sind v.a. bei Gicht ein Problem.

Fett werden können auch Veganer.

Vemutlich krebserregende Substanzen im Fleisch und Wurst sind nie in prospektiven Studien an Menschen untersucht worden, wenngleich es Evidenz aus weniger aussagekräftigen Beobachtungsstudien gibt. Selbst die pessimistische Einschätzung z.B. der WHO geht von einem eher marginalen Risiko aus.

Allgemein ist die Ernährungswissenschaft laut der (nachvollziehbaren) Meinung von Kritikern erheblich mit schlechten Studien und publication bias durchsetzt und viele bereits weit ins Bewusstsein der Bevölkerung eingedrungene Theorieansätze sind weiterhin fraglich.

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