Welche Bedeutung hatte der Blues in Musikalischer und Gesellschaftlicher Hinsicht?

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3 Antworten

Musikalisch: Blues war einer der wichtigsten, wenn nicht der wichtigste Vorläufer des Rock'n'Roll und damit so ziemlich aller modernen Musik. Frühe Rock'n'Roller wie Chuck Berry waren eigentlich Bluesmusiker, sie spielten den Blues nur schneller, härter und lauter. Noch heute ist das Blues-Schema Tonika, Subdominante, Dominate Grundlage von geschätzt 90% aller Rocksongs.

Gesellschaftlich: Das ist etwas kompliziert und würde den Rahmen hier sprengen. Aber stark verkürzt kann man sagen, dass der Blues früher die weltliche Musik der schwarzen Bevölkerung der USA war, im Gegensatz zur kirchlichen Musik, dem Gospel. Entgegen der landläufigen Meinung war es auch und vor allem Unterhaltungs- und Tanzmusik. Man ging in Blues-Schuppen, um sich in den Songs wieder zu finden, um sich unterhalten zu lassen und um trinken und zu feiern. Dabei war die Musik bis etwa in die späten 40er Jahre rein für Schwarze interessant, auch, aber nicht nur, wegen der strikten Rassentrennung. Erst nach dem Krieg kamen auch Weiße auf den Geschmack und allmählich wurde das Blues-Publikum fast gänzlich weiß, während die Schwarzen sich von der "Sklavenmusik" abwandten und neue "Black Music" wie Soul oder Funk hörten.

Anfang der 60er Jahre  wurden die ehemaligen Blues-Stars wie Muddy Waters, Howlin' Wolf, John Lee Hooker, Lightning Hopkins und andere nach Europa verschifft, um dort Konzertreihen zu spielen. Hier waren vor allem die deutschen Veranstalter Lippman+Rau mit ihren American Folk Blues Festivals federführend. In Europa und vor allem in England hörten dann hoffnungsfrohe Nachwuchsmusiker wie Eric Clapton, Jeff Beck, Mick Jagger,  Keith Richards, Jimmy Page, John Mayall, Alexis Korner usw. die Musik und begannen sie nachzuspielen.

Im Zuge der "British Blues Invasion" brachten diese den Blues dann mit Bands wie den Rolling Stones, Cream und auch Led Zeppelin den Blues wieder zurück in die USA, wo er bis dato die letzten 2 Jahrzehnte nur noch ein Nischendasein geführt hatte. Insbesondere Weiße begannen sich auch dort wieder für den Blues zu begeistern und es entstanden Bands wie Canned Heat, Electric Flag, Paul Butterfield Blues Band, Big Brother and the Holding Company, usw. sowie Solokünstler wie Janis Joplin, Johnny Winter oder Jimi Hendrix, die alle eine moderne Version des Blues spielten.

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Blues war die Musik der Sklaven und der armen Arbeiter, meist farbige. Oft ging es um das Leid, durch Arbeit, Unterdrückung oder Frauen. Mit dieser Musik sangen sie sich das Leid von der Seele, unterhielten sich und erschufen damit eine großartige Musikrichtung

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Mit Blues wurden ursprünglich die Weltlichen Leiden der Musiker oder Fiktiver Personen ausgedrückt. Glaube ich

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