Welche Bedeutung hat die Farbe Orange für Buddhisten?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich bin Soto-Zen-Buddhist und möchte mich dazu äußern

Ich nehme an, du beziehst dich vor allem auf die Farbe buddhistischer Roben. Dabei kann ich vielleicht etwas zur Klärung beitragen

Die Herkunft und Farbe der Robe

Der Legende nach verließ der indische Prinzip Siddharta, getrieben von Sinnfragen seinen Palast und beschloss, als Asket in Armut zu leben, um durch Verweigerung aller sinnlichen Befriedigung, die materiellen Anhaftungen überwinden zu können.

Als Zeichen dafür schnitt er sich nicht nur seine aufwändig gepflegten Haare ab, die als Statussymbol galten, sondern er gab auch seine kostbaren Gewänder aus teuren Luxusstoffen ab, die er bislang getragen hatte.

Stattdessen erbettelte er Stofffetzen, sammelte Reste von Leichentüchern an den Verbrennungsstätten für Verstorbene ein und klaubte die Menstruationsbinden von Frauen zusammen. Aus diesen Lumpen nähte er sich ein Gewand.

Als Zeichen der Bescheidenheit - nach Angaben einiger Quellen auch zur Desinfektion - wusch er die Lumpen und vergrub sie dann eine Zeit lang im lehmigen Boden, so dass sie die orangebraune Farbe des Bodens annahmen.

Dieses gewand wird im Sanskrit "Kasaya" (jap. "Kesa") genannt, was sich auf die erdfarbene Färbung bezieht.

Daraus leitet sich die Regel für buddhistische Mönche ab, keine Roben aus "reinen" Farben zu tragen, sondern es sollen "gebrochene" Farben, bevorzugt mit erdigen Farbtönen, wie orangebraun, braunrot, rotbraun usw. getragen werden.

Somit ist auch ein strahlendes Orange eigentlich nicht ganz "regelkonform", es sollten gedecktere Erdfarben verwendet werden, von denen es natürlich eine ganze Reihe gibt, was die unterschiedlichen Farben grundlegend erklärt.

Diese Regel unterlag jedoch im Laufe der Jahrhunderte in den verschiedenen asiatischen Ländern Änderungen.

Die Entwicklung der Robe und ihrer Farbe

In den Ländern Südostasiens, wo der Theravada-Buddhismus vorherrscht und das Klima sehr warm ist, wird meist weiterhin die dreiteilige Robe aus Lendentuch, Obertuch und einer Art Obergewand getragen.

Als der Buddhismus nach China kam, wo der Bettelgang aus sozialen Gründen nicht als alleinige Ernährungsquelle in Frage kam, wurden diese Tücher dann zusammengenäht. Diese Robe ähnelt einem großen Nachthemd.

Dieses Gewand wird "Haiqing" genannt. Von der ursprünglichen Robe bliebt nur der Überwurf, der jetzt lediglich symbolische Bedeutung hatte und als Symbol für das Gewand des Buddhas galt.

Dieser Überwurf erhielt hier dann erstmals auch prächtigere Farben, wie etwa rot und wird jetzt vor allem zu formellen Anlässen getragen - teilweise auch mit aufwändiger Bestickung.

In Japan kamen dann dunkle Obergewänder auf, so dass ein buddhistischer Mönch heute in seiner Kleidung die Geschichte des Buddhismus gewissermaßen vereinigt.

Sein Unterkimono (Juban) ist japanisch, die Robe (Koromo) chinesisch beeinflusst und der Überwurf (Kesa) stammt aus Indien. Auch hier wurde die Farbgebung verändert.

So ist heutzutage zB in der Soto-Tradition zu der ich gehöre, der religiöse Rang des Trägers in gewisser Weise an seinem Kesa zu erkennen.

Laienanhänger tragen ein latzartiges Miniatur-Kesa (Rakusu) in blauer Farbe. Mönche in Ausbildung tragen ein schwarzes Rakusu im Alltag und eine schwarze Robe bei Zeremonien. Voll ausgebildete Mönche tragen ein erdfarbenes Kesa.

Aber wie schon gesagt haben die verschiedenen buddhistischen Traditionen da unterschiedliche Gebräuche entwickelt, auch in Fragen der Robenfarbe.

So wird in Südosasien orange-artige Töne der Kleidung getragen, in China und Vietnam ist braun verbreitet, in Tibet weinrot und gelb, in Korea grau und in Japan schwarz. Die Farbe des Kesa ist aber gerade in China, Korea und Japan häufig andersfarbig als die übrige Robe.

So viel also zur Farbe der Robe, ich hoffe, das war hilfreich.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Seit mehr als 30 Jahren praktizierender Buddhist

Wie kommt es dann das du ein Jüdisches Bild hast?🤔

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@Shiwa90

Zum einen gibt es in Israel nicht nur Juden, Christen und Muslime, sondern beispielsweise auch Drusen und Bahai - sowie eine kleine buddhistische Minderheit.

Zum anderen gibt es eine Reihe bekannter buddhistischer Lehrer mit jüdischem Hintergrund, wie etwa Zoketsu Norman Fischer, Jundo James Cohen und Tetsugen Bernard Glassman.

Nur weil man also einen entsprechenden familiären Hintergrund hat und aus einer jüdischen, katholischen oder was-auch-immer-Familie stammt, schließt es nicht aus, dass man später Buddhist wird.

Auch spricht nichts dagegen, dass Buddhisten beispielsweise Urlaub in Israel machen und Menschen, Küche und Kultur dort schätzen lernen.

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Danke für den Stern. :-)

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Das sagt der Farb Psychologe dazu:

Die Emotion, die die Farbe Orange vermittelt ist: miterleben und wird durch das Volksfest versinnbildlicht.

Wird dem reinen Gelb das erregende Rot beigemischt, so dass es sich dem Orange nähert, so wird die Grundbedeutung des Gelbs, die Entfaltung und Kontaktnahme, zur aktiven Intensität gesteigert. Durch das Rot wird das Gelb voller und wuchtiger. Es drückt das spontane, lustvoll freudige Empfinden und Erleben aus. Hier besteht keine überlegene Zurückhaltung oder Raffinesse. Rotgelb und Orange vermitteln eine Atmosphäre, wie sie auf alten holländischen Bildern, mit üppigen, prassenden Mägden und Soldaten oft dargestellt wird.

Menschen die die Farbe Orange wählen, zeigen freudige Bereitschaft. Sie wenden sich dem gegenwärtig Erlebbarem mit lustvoller Unmittelbarkeit zu, können sich an dem freuen, was die Situation bietet und können es sinnenfreudig genießen.

Im Buddhismus und Hinduismus spielt Orange eine wichtige Rolle. Die Gewänder buddhistischer Mönche sind in dieser Farbe gehalten, die für die höchste Stufe der menschlichen Erleuchtung steht.

mit freundlicher Unterstützung durch Wikipedia

Orange tragen nur Mönche der Theravada-Tradition. In anderen Traditionen wird dunkelrot (mit gelb), braun, grau oder schwarz getragen.

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Enzylexikon hat das super-kenntnisreich beantwortet, lieber Shiwa90,

deshalb kann ich nur aus Nichiren-Buddhistischer Sicht ergänzen: Die Farbe Orange hat für uns keine andere Bedeutung als jede andere Farbe auch (liegt daran, dass wir Laien sind und uns mit den Priestern vor 3 Jahrzehnten überworfen haben - Doch auch "unsere Priester", die für uns keine mehr sind, messen dem Orange keine besondere Bedeutung zu)

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