Welche Bedeutung hat das Wort Freiheit?

 - (Menschen, Bedeutung, Philosophie und Gesellschaft)

40 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Besser kann man das Wort Freiheit oder das sehnen danach nicht beschreiben. Ich bin in den Bergen zu Hause und genau dort mit sich alleine und der Natur kann man sich frei fühlen.

Vielen Dank! LG

6
@Atacama333

Wir lieben, was wir kennen. Ich liebe meine Stadt Hamburg, die umgebenden Wälder (Sachsenwald und Duvenstedter Brook), Nord- und Ostsee und es gibt so viele Gegenden, die ich noch nie besuchen konnte... :)

5

Einen schönen guten Morgen in die Wüste (Atacama!) und Euch allen!

Diese philosophische Frage passt eigentlich immer, denn Freiheit ist in aller Munde:
als Freiheit von etwas - also von Einschränkungen - als Freiheit, etwas zu tun; dann als individuelle oder kollektive, innere und äußere Freiheit.

Für mich besteht aber ein Unterschied zwischen 'Freiheit' (ohne Artikel) als Abstraktum und 'den Freiheiten' (mit Artikel) als konkrete Möglichkeiten.

Ich habe schon als Kind gelernt, dass meine Freiheit da endet, wo die von anderen beginnt, getreu dem guten alten Spruch 'Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem anderen zu' - wieder mal! Beim Klavierüben hatte ich mich an die Mittagsruhe zu halten - zwischen 1 und 3 wäre die Freiheit der Hausbewohner auf einen ungestörten Mittagsschlaf beeinträchtigt worden.

Ich hatte das Glück, in Freiheit, Frieden und sozialer Sicherheit aufwachsen zu können; momentan erlebe ich, wie einzelne Freiheiten vor dem Hintergrund möglicher realer und virtueller Bedrohungen eingeschränkt und damit für mich zur Illusion werden: in der Konsequenz verzichte ich auf sie und empfinde die gedachte Freiheit selbst als eingeschränkt: die gefühlte Freiheit, selbst, wenn ich sie nie in Anspruch genommen hätte, nimmt -gefühlt- ab.

Dazu wird oft der bemerkenswerte Ausspruch von Rosa Luxemburg: „Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden“ zitiert; selbst, wenn er aus dem politischen Zusammenhang seiner Zeit gerissen ist, gilt hier Freiheit als Toleranz, wobei dieses Prinzip dann aber auch für beide Seiten, auch die Andersdenkenden, gelten muss!

Eins weiß ich: es ist immer erstmal wunderbar, Freiheiten zu bekommen und den Zustand einer Gängelung zu beenden - so, wie jemand empfinden mag, der endlich volljährig wird: die Freiheit von elterlicher 'Bevormundung'. Aber dann folgt der Reifungsprozess, in dem man lernen muss, mit seinen Freiräumen umzugehen - und das ist der weit schwierigere, verantwortungsvollere Teil, an dem man sein Leben lang zu arbeiten hat. Je nach Rechts- und Unrechtsbewusstsein kann sich eine gedachte Freiheit nämlich auch als Irrtum herausstellen, wenn man die Rechte anderer nicht bedacht hat.

Ich wünsche euch allen noch einen schönen Tag und grüße in die Runde.

Liebe Spielwiesen - herzlichen Dank für deinen Kommentar. Wer weiß, ob Tagore Hegels Formulierung - obwohl 3 Autoren für die Freiheitsdefinition genannt sind, gehe ich von Hegel als Urheber aus - nicht lyrisch verfeinert hat - die Aussage ist auf alle Fälle identisch.

Liebe Grüße und einen angenehmen Tag.

3
@Arnstaedter

Hallo Arnstädter, na, du bist ja kreativ: Tagore hat zwar später gelebt als Hegel, ob er dessen Werk aber überhaupt gekannt hat? Wohl eher nicht. Wenn man sein Wirken betrachtet, war er als bengalischer Dichter und Philosoph mit eigener Strahlkraft und als Asiens erster Preisträger des Nobelpreises für Literatur unterwegs in einem völlig anderen Universum.
Ich denke, dass etwas, das zeitunabhängig WAHR ist, ruhig auch von mehreren so formuliert werden kann, ohne dass einer den anderen kannte. Das zeigt, wie WAHR es ist! Gruß! https://de.wikipedia.org/wiki/Rabindranath_Tagore

3
@Spielwiesen

Ich habe Tagore/Thakur in meiner Jugend noch als indischen Dichter und Philosophen kennen gelernt - inzwischen wird er schon bengalisch "verfeinert" :-)

Als Lehrer hatte ich gern einen Spruch von Ihm (?) in die damals beliebten Poesie-Alben geschrieben:

Gesell' dich einem Bessern zu,

dass mit ihm deine besser'n Kräfte ringen.

Wer selbst nicht weiter ist als du,

der kann dich auch nicht weiterbringen.

Inzwischen wird dieses Zitat allerdings Friedrich Rückert zugeschrieben :-)

2
@Arnstaedter

Na da erfahre ich ja einiges von dir! Aber: Tagore muss ganz sicher nicht 'bengalisch verfeinert' werden: schließlich stammt er aus Kalkutta, der Hauptstadt von Westbengalen.

Friedrich Rückert hat meine Mutter oft zitiert, ich glaube, diesen Spruch kannte ich auch schon - vielleicht noch aus dem Poesiealbum, stimmt ! Haben die Dichter sich etwa gegenseitig beklaut oder sind es Zuschreibungen?

Danke und einen schönen Abend!

3

Wie Recht Du hast, der verantwortungsvolle Teil des Lebens zwingt uns, mit unseren Freiräumen gut und achtsam umzugehen. Liebe Grüße

3
@IQSofia

Ja, und manchmal fühlt man sich dann gar nicht mehr sooo frei! Auch schöne GRüße!

3

Die Freiheiten die jeder so für sich selbst braucht, sind ja auch sehr individuell. Der eine fühlt sich von Regeln eingeschränkt, der andere fühlt sich beeinträchtigt und unsicher, wenn es wenig Regeln gibt und die anderen alle tun können was sie wollen.

Für mich bedeutet Freiheit vor allem, nicht von anderen Menschen abhängig zu sein, und sich selbst um all seine Angelegenheiten zu kümmern. Das war mir immer sehr wichtig. Außerdem frei von Ballast im Leben zu sein. Dabei meine ich zum einen materielle Dinge, die man eigentlich gar nicht braucht, aber auch Verpflichtungen, die man nicht haben möchte.

Doch ich in mir sicher, dass hier noch ganz andere Antworten kommen werden, weil jeder ein anderes Verständnis von Freiheit hat. :-)

Ich danke dir für diese Antwort. LG

4

Was möchtest Du wissen?