Welche Auswirkungen hätte komplette Veganisierung auf den Welthunger?

11 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Das ist eine sehr weit reichende Frage.

Eine komplette Veganisierung der Welt sei mal dahin gestellt, weil diese bei der derzeitigen egoistischen Verhaltensweise vieler Erdbewohner (geprägt durch Gewohnheit, „Kultur“ und Unwissen) nicht ausführbar ist. Aber es reichen schon wenige Prozent Veganer in den Industriestaaten aus, um Veränderungen in vielen Bereichen zu bewirken.

Wenn wir nicht den Umweg über den Tierkörper gehen, dann benötigen wir für den Anbau unserer Nahrung weniger Anbaufläche, weniger Wasser, weniger Pestizide, weniger Kraftstoffe, weniger Strom im Vergleich zu einer unveganen Ernährungsweise.

Das Tier hat seinen eigenen Kreislauf und benötigt selber Nahrung für Wachstum, Wärmehaushalt, Funktion des Körpers usw., daher muss man 3-10 kcal pflanzlicher Nahrung einsetzen, um 1 kcal tierischer Nahrung herauszubekommen. Diese "zusätzliche" pflanzliche Nahrung braucht Platz--> Anbaufläche--> oft Regenwald. Diese Pflanzen benötigen Wasser--> mehr Wasser, da mehr Pflanzen notwendig, als wenn man sich gleich pflanzlich ernährt. Diese "zusätzlichen" Mengen an Pflanzen werden in Monokulturen angelegt und benötigen daher mehr Pestizide und Herbizide, als es bei einer veganen Ernährungsweise notwendig ist. Die „zusätzlichen“ Pflanzen werden zu uns geschifft, um an die Tiere verfüttert zu werden und da die Tiere mehr benötigen, als wir direkt essen können, ist mehr Treibstoff notwendig, um diese Mengen zu transportieren. Zudem werden bei der Tierhaltung Wasser und Strom verbraucht, was bei einer veganen Ernährungsweise entfällt, wobei bei der Wasserbetrachtung das Wasser wichtig ist, was in dem Anbauland für Pflanzenaufzucht und/oder Tieraufzucht verbraucht wird, weil damit die Lebensgrundlage in den jeweiligen Ländern genommen wird.

Wir rauben den Menschen in den Anbaugebieten ihre Anbauflächen, ihr Wasser. In vielen Fällen werden Menschen aus ihren Wohnorten vertrieben, damit dort neue Anbaufläche entstehen kann, um unsere ungesunde Gier nach Tierischem zu stillen. So entsteht Hunger. Wir melden den Bedarf an, die Wirtschaft führt es für uns aus. Und auch, wenn man es nicht gerne hören mag, wir sind als Konsumenten für den Hunger mit verantwortlich. Wobei noch mal betont werden sollte, dass man bei einer unveganen Ernährung in einem viel größerem Ausmaß an der Verschwendung genannter Ressourcen verantwortlich ist, als ein im Supermarkt einkaufender Industriestaatveganer. Die Spritproblematik, die alle gleichermaßen betrifft und bei der auch Anbaufläche, Pestizide, Wasser und Regenwald draufgehen und somit indirekt Hungerproblematik verstärken, ist ein anderer Faktor.

Die Flächen, auf denen derzeitig Sojabohnen und Getreide als Kraftfutter für die Nutztiere angebaut werden, würden im oben angenommenen Fall frei werden und stünden dem Menschen zur direkten Nutzung zur Verfügung, ohne dass dafür noch mehr Regenwald fallen müsste. Den Menschen im Anbauland bliebe mehr pflanzliche Nahrung übrig, weil diese nicht zu uns geschifft wird oder sie könnten sich ihre Nahrung selber anbauen (wenn sie Anbaufläche und genug Grundwasser/Wasser haben) oder sie könnten sich pflanzliche Nahrungsmittel auf dem Markt leisten (weil der Preis für diese sinken würde). Und hier kommen wir zu dem wichtigstem Faktor: die Politik und ihr Umverteilungsproblem. Die Preise für die pflanzlichen Nahrungsmittel werden an der Börse teilweise künstlich hochgetrieben und auch, weil die Industriestaaten viel Getreide für die Tiere aufkaufen. Die Spritproblematik spielt hier auch mit rein, weil dadurch die zur Nahrung stehende Anzahl an Pflanzen reduziert wird und der Preis an der Börse steigt und die Menschen sich wiederum in den Anbauländern die Nahrungsmittel nicht leisten können. Kriege usw. können die Lage noch weiter verschärfen. Aber im Grunde spielt sich vieles an der Börse ab. Dort werden Preise gemacht, die mit Realität oft nichts zu tun haben Menschen können sich Essen nicht leisten Hunger. Diesen Part kann man als vegan lebende Person wahrscheinlich kaum beeinflussen. Die Nahrung, die in unseren Breiten im Müll landet, weil z.B. das MHD abgelaufen ist oder der Fußballaufdruck auf der Verpackung nicht mehr zum Geschehen passt usw. würde ausreichen, um die Menschen satt zu kriegen, aber es würde Kosten verursachen, um diese Lebensmittel „zurück“ zu transportieren. Hilfsorganisationen versuchen das mit Spendengeldern. Wenn man die Börse und die Politik (und gelegentliche Dürren) außer Acht lassen würde, so kann eine vegane Ernährungsweise zum Ende des Hungers auf der Welt führen. Ja.

Man führt die vegane Lebensweise aber nicht nur aus obigen Gründen aus, sondern oft aus viel nahe liegenden, wie z.B. Vermeidung von Zivilisationserkrankungen bei einem selber oder der Schonung der heimischen Pflanzenwelt (saurer Regen entsteht durch GülleAmoniak+Autoabgase) oder weil man der Pharmaindustrie Geld entzieht (Antibiotika- und Hormon- und Vitamineinsatz bei Tierzucht, Medikamente für Tiere und einen selber)…

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Quellen: 4 Hektar Land ernähren auf Basis von: Mais 10 Menschen, Weizen 24 Menschen, Sojabohnen 61 Menschen und Rindfleisch 2 Menschen." Quelle: Vegetarian Society, GB

Wasserverbrauch für die Herstellung von 1 kg Kartoffeln-->106 Liter. Für 1 kg Rindfleisch 5.000-20.000 Liter" Quelle: wasserstiftung.de/wasserfakten

"Die Amerikanische Gesellschaft der Ernährungswissenschaftler (ADA) und der Verband kanadischer Ernährungswissenschaftler (DC) vertreten die Position, dass eine vernünftig geplante vegetarische Kostform gesundheitsförderlich und dem Nährstoffbedarf angemessen ist sowie einen gesundheitlichen Nutzen für Prävention und Behandlung bestimmter Erkrankungen hat...Gut geplante vegane und andere Formen der vegetarischen Ernährung sind für alle Phasen des Lebenszyklus geeignet, einschließlich Schwangerschaft, Stillzeit, früher und späterer Kindheit und Adoleszenz." (vebu.de)

https://www.vebu.de/attachments/Berechnungsgrundlage_Veganer_duerften_Porsche_fahren.pdf

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@Murrmurr

4 Hektar Land ernähren auf Basis von: Mais 10 Menschen, Weizen 24 Menschen, Sojabohnen 61 Menschen und Rindfleisch 2 Menschen." Quelle: Vegetarian Society, GB

aber nur BESTES,ertragreiches ACKERLAND,was es nicht überall auf der welt gibt!

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@gansh

@gansh: Das musst Du erst mit einer Quelle belegen, dass die Angaben von der Vegetarian Society sich auf nur das Beste und erstragreichste Ackerland beziehen :-) Und zudem empfehle ich sich über Permakultur zu informieren. Vorreiter in dieser Sache ist Sepp Holzer, der baut oben in den Bergen auch bei kalten Temperaturen neben allerlei bekanntem Getreide, Obst, Gemüse auch exotische Früchte, wie Bananen, Kiwis an, im Freien. Zudem ist der Mann mit seinem Wissen über die Natur so gefragt, dass er zu Menschen in aller Welt reist und denen z.B. zeigt, wie sie auf einer Müllhalde lebend essbare Pflanzen kultivieren können...Was ich sagen will: In meinem Text oben ging ich auf die übliche Monokultur ein, die auch bei veganer Ernährung Anwendung finden mag, sofern man selber aus dem Supermarkt einkauft. Monokultur, Einsatz von Pestiziden, Herbiziden, Transportkosten-das muss alles nicht sein, sofern man sich seinen Garten nach Permakulturkriterien einrichtet. Dann hat man keine Mühe mit Gießen, mit Dünger, mit Transportieren, mit Schädlingen oder wilden Tieren und alles in Bio. Die Frage wäre also nun: was ist das beste Land? Nach welchen Kriterien? das Permakulturland? Das best gedüngte Monokulturland? Dass die klimatischen Bedingungen nicht unbedingt die Pflanzenwelt beeinflussen müssen, zeigt schon alleine die Permakultur, hierbei zählt das Wissen, um das wie. Siehe youtube: Sepp Holzer, Permakultur und seine internetseite :-9

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Ich würde mal sagen, dass es dann nicht mehr viel oder vlt sogar gar keinen Hunger mehr gäbe, weil das Futter für die Schlachttieren ja oft in hungerländern angebaut wird

Aus dem übrigen Getreide würde man Biosprit machen. Der Getreideverkäufer verschenkt seine Ware nicht, sonst würde er es nicht anbauen. Er will Gewinn machen. Also wird es eher verbrannt als das es nach Afrika kommt. Ist mit der Milch genau das selbe. Die Milchbauer vergießen lieber die Milch um das Gut wieder zu verknappen.

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Die Milchbauer vergießen lieber die Milch um das Gut wieder zu verknappen.

Wenn Du die Möglichkeit hättest, für jede Arbeitsstunde noch einen Euro zu bezahlen, anstatt Geld dafür zu bekommen, würdest Du Deine Arbeitskraft dann weiter verkaufen?

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