Welche Ausmassen hat die Inflation in Deutschland im Jahre 1920 an sich genommen?

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3 Antworten

Eine Inflation ist Geldentwertung.

Theoretisch druckt mein mehr Geld, als Waren im Umlauf sind.
In der Gegenbuchung verlieren Schulden ebenso ihren Wert.
Praktisch ist das nicht zu erwarten, das den Schulden Zinsen gegenüberstehen.
Üblicherweise wird hernach jede Zahlung zuerst auf die Zinsen und dann auf die Tilgung angerechnet.
Inflationiert das Geld, steigen ebenso die Zinsen.

In den 1920er Jahren kam es zu einer Hyperinflation, umlaufende Scheine von einer Milliarde RM und mehr waren keine Seltenheit, nur eben mit nichts gedeckt.
Üblicherweise wurde ehedem eine Währung mit Gold gedeckt, da Gold nicht inflationieren kann.

Geld, so dessen eigentliche Bedeutung, soll ein Wertspeicher sein.
Oder eben desen Entsprechung in Gold wiedergeben.
Papiergeld an sich, ist nur ein Schuldverssprechen, heutigen Tages das der Notenbank.
Respektive ein gesetzliches Zahlungmittel.

Statt Gold werden heutigen Tages Produkte (Waren) und Dienstleistungen dem Geld gegenübergestellt.

Würde man die Zinsen auf 0 setzen, würden die Schulden nicht inflationieren, sondern netto getilgt. Gleichsam würden Schulden deflationiert, ihre Entsprechung in Kaufkraft an Wert verlieren.

Vereinfacht dargestellt.
Bei einer Inflation von 2% wird 1€ nur noch 0,98€ Wert besitzen.
Bei einer Deflation von 2% würde 1€ einen Wert von 1,02€ entwickeln.

Problem in beiden Fällen ist, dass einmal in Gang gesetzt diese Entwicklungen nicht mehr steuerbar sind.
Man hätte entweder gallopierende Inflation oder Deflation

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Du bist mit der Zeit etwas im Irrtum, denn die Superinflation fand 1923 statt und nicht 1920.

Es brauchte eben etwas Zeit, um dann 5 Jahre nach Beendigung des 1. WK so richtig die Folgen des Krieges zu spüren.

Der Grund lag in den Forderungen und Durchsetzung dieser Ansprüche durch die Siegermächte und hier vorneweg Frankreich aber auch mit der zerstrittenen politischen Landschaft in Deutschland der Weimarer Republik zu tun.

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Die Folge der Inflation (ich glaube du meinst die von 1923) war die Französisch/Belgische Besetzung des Ruhrgebietes. Dadurch wurde die deutsche Wirtschaft erheblich geschwächt, da das Ruhrgebiet eine sehr große wirtschaftliche Rolle spielte. Der damalige Reichskanzler rief zum passiven Widerstand aus, d.h. alle legen ihre Arbeit nieder und die Deutsche Regierung zahlt in der Zwischenzeit die Gehälter. Der passive Widerstand wurde aber nach Kurzem wieder aufgegeben (veranlasst von Stresemann (neuem Reichskanzler)).

In dieser Doku wird das ganze nochmal besser erklärt.

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Kommentar von Karl37
03.03.2017, 09:20

Der zeitliche Ablauf ist eine andere. Erst kam es zur Superinflation, die Notenpressen arbeiteten Tag und Nacht, Deutschland konnte seine Schulden nicht bezahlen. Als Reaktion darauf wurde durch Frankreich das Ruhrgebiet besetzt

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