Welche Aufghaben hat die Feuerwehr,wenn sie grad keinen Einsatz haben?

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5 Antworten

Hallo Disturbed13,

ich gehe mal davon aus, dass Du die Berufsfeuerwehr meinst.
Eine Schicht bei der BF unterteilt sich in Dienst- und Bereitschaftszeit. D.h., eine bestimmte Anzahl an Stunden arbeiten die Feuerwehrleute nach einem festgelegten Dienstplan. Das geht mit der Übernahme der Fahrzeuge und Geräte zum Schichtbeginn mit anschließender Kontrolle jedes einzelnen Geräts los. Anschließend können Ausbildung, Fortbildung und Übungen auf dem Plan stehen oder eben auch Werkstattdienste, Reperaturen an Ausrüstung und Gerät (jeder Berufsfeuerwehrmann/-frau verfügt auch über eine handwerklich-technische Ausbildung), ggfs. Bürodienst, vorbeugender Brandschutz (z.B. Überprüfen der Zugänglichkeit neuer Gebäude etc.) oder auch die Brandschutzerziehung in Schulen, Kindergärten, Firmen etc.
Dabei fungieren viele Berufsfeuerwehrwachen auch als Servicestation für umliegende freiwillige Feuerwehren, so dass hier von den Berufsfeuerwehrleuten bspw. Schläuche gewaschen und Atemluftflaschen aufgefüllt und gewartet werden usw.

Anschließend folgt dann die Bereitschaftszeit. In dieser Zeit können die Kollegen tun und lassen, was sie wollen... Sport treiben, lesen, TV gucken, "Schlafen" (eher Ruhen) oder was auch immer.

Allerdings gibt es eigentlich keine einsatzfreien Schichten bei der BF. Ganz im Gegenteil - gerade BF, die auch Rettungsdienst fahren, sind eigentlich ständig unterwegs.

Dann gibt es natürlich noch die freiwilligen Feuerwehren. Hier gehen die Einsatzkräfte ganz normal ihrem zivilen Beruf nach. Bei einem Einsatz werden sie dann alarmiert - mancherorts noch per Sirene, heutzutage aber zumeist mittels Funkmeldeempfänger. Daraufhin begeben sie sich dann von der Arbeitsstätte, von zu Hause oder wo auch immer sie gerade sind zum Feuerwehrhaus, ziehen sich um und rücken zum Einsatz aus.

Als "Zwischenstufe" gibt es dann noch freiwillige Feuerwehren mit hauptamtlichen Kräften. Das ist immer dann der Fall, wenn die große Anzahl an Einsätzen die freiwilligen Kräfte überfordert (kein Chef ist begeistert, wenn sein Angestellter 7 Mal die Woche den Arbeitsplatz verlässt, um einen Feuerwehreinsatz zu fahren...). Dann kann die Stadt z.B. eine bestimmte Anzahl an hauptberuflichen Feuerwehrleuten einstellen, welche tagsüber die Wache besetzen und Kleineinsätze allein bzw. größere gemeinsam mit den freiwilligen Kräften fahren. Deren Alltag sieht dann ähnlich aus wie der der Berufsfeuerwehrkollegen.
Oder aber die Stadt stellt hauptamtliche Gerätewarte ein. Das sind dann keine Berufsfeuerwehrleute, sondern Angestellte der Stadt mit verschiedenen Aufgaben, z.B. eine Art Hausmeister für die Feuerwache bzw. zur Wartung und Instandhaltung der Fahrzeuge und Geräte, Außenanlagen und Gebäude. Diese sind dann "nebenbei" auch Mitglied der FF und können, da sie tagsüber ja eh an der Feuerwache arbeiten, kleine Einsätze eigenständig abarbeiten und damit die übrigen freiwilligen Feuerwehrleute und deren Arbeitgeber entlasten.

Whow,vielen Dank für die Mühe Deiner umfangreichen Antwort ;-) Das erklärt einiges .....

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Hallo,

bei der Berufsfeuerwehr werden oft 24 Stunden-Dienstpläne eingesetzt und das heisst, das die Leute dann wieder in die Koje gehen oder sich sonst entspannen.Bei normalem Schichtplan werden Wartungsarbeiten an den Fahrzeugen und der Ausrüstung durchgeführt,Unterricht abgehalten usw.

Bei der freiwilligen Feuerwehr ist nach dem Einsatz immer das Auffüllen oder Ersetzen von Material angesagt, das beim Einsatz verbraucht wurde.Danach geht es dann wieder in das private Leben.

Freiwillige Feuerwehr:

Im normalen Beruf arbeiten, zu Hause sein, anderen Hobbys nachgehen, einkaufen, Urlaub machen, Sport machen, mit Freunden und Familie treffen, Wöchentliche Feuerwehrdienstabende und Ausbildung besuchen,... uvm.

Berufsfeuerwehr:

Im Dienst: Ausbildung, Übungen, Fahrzeug und Geräte Wartung, Dienstsport, kochen, putzen, waschen, Büroarbeit, ruhen (nicht schlafen), fernsehen, lesen,...

Nicht im Dienst: 

Manche haben einen zweiten-Job, zu Hause sein, Hobbys nachgehen, einkaufen, Urlaub machen, Sport machen, mit Freunden und Familie treffen, schlafen,... Manche sind auch nich in einer FFW uvm.

Berufsfeuerwehr?

Warten/Reinigen ihrer Gerätschaften, Übungen.

Meistens eher, Kaffee trinken, spielen, schlafen.

Freiwillige Feuerwehr:

Arbeiten, wie jeder Andere auch, ansonsten Bierchen trinken;)

Heisst,wenn die Berufsfeuerwehr 2 Tage keinen Einsatz hat,schaukeln die sich die Eier? Die Autos werden ja nicht jeden Tag geputzt.

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@Disturbed13

So ist es. Eine richtige Berufsfeuerwehr gibt es aber auch meist nur in Ballungsgebieten und Städten ab bestimmten Einwohnerzahlen, da wird das relativ selten vorkommen.

Ich für meinen Teil, gönne ihnen jeden freien Tag. 

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@Disturbed13

In großen Städten kann man froh sein, wenn mal ein paar Stunden nichts passiert.

Ich habe mal eine Statistik über Wien (mit Hamburg vergleichbar). Im Jahr gibt es ca. 35.000 Einsätze, also fast 100 am Tag.

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@Jack98765

Whow......Ich wohne ja mehr am Stadtrand,da ertönt die Sirene 3 mal,ich denke,das ist dann die Freriwillige Feuerwehr. Aber wenn die einen Job haben und die Sirene ertönt,wie passt das dann??  Wie können die innerhalb 10 Minuten einsatzbereit sein ?? 

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@Disturbed13

Hallo,

na ziemlich einfach, das erste Fahrzeug wird von Leuten besetzt, die am oder sehr nahe bei dem Feuerwehrgerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr wohnen.Der Rest wird über sogenannte Rufempfänger oder per SMS informiert und kommt dann per Pkw zum Feuerwehrgerätehaus.

Für Leute die einen Job haben,ist das ganze übrigens schwierig, denn erstens muß die Arbeitsstelle sehr nah sein und zweitens muß der Chef da auch noch mitmachen.

Was mittlerweile ein ganz großes Problem aller Frw.Feuerwehren nicht nur in D ist. Es mussten schon etliche Standorte von Feuerwehren aufgehoben werden, weil man die Besetzung der Einsatzfahrzeuge nicht mehr garantieren konnte.

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@Disturbed13

Naja... mehr als 95% der Feuerwehrmänner und -frauen in Deutschland sind freiwillige Feuerwehrleute. Nur rund 3,5% Berufsfeuerwehrleute. FF-Angehörige werden entweder durch Sirene, durch Funkmeldeempfänger (Pager/Piepser) oder auch per SMS alarmiert. Die begeben sich dann schnellstmöglich zum Feuerwehrhaus und rücken mit den Fahrzeugen aus.

Das ist heutzutage ein Problem, da viele Menschen nicht mehr in ihrem Heimatort arbeiten, sondern weiter weg - und bei einem Einsatz entsprechend mehr Zeit benötigen. Das muss dann damit kompensiert werden, dass tagsüber z.B. gleich mehrere Feuerwehren alarmiert werden. Oder in dem man auf Feuerwehrleute anderer Wehren zurückgreift, die im Ort arbeiten. So sind heute viele Feuerwehrleute in zwei Wehren Mitglied - in ihrem Wohnort und in ihrem Arbeitsort.

Naja - und dann gibt es ja neben denjenigen, die im Ort arbeiten auch immer noch Schichtarbeiter, die gerade frei haben, Urlauber, Kollegen mit Home-Office und so weiter...

Und nebenbei bemerkt: "In 10 Minuten einsatzbereit" ist schon sehr lange. In den meisten Bundesländern gelten Hilfsfristen von 10 bis 12 Minuten. D.h., spätestens 10 oder 12 Minuten nach dem Wählen des Notrufs muss die Feuerwehr am Einsatzort angekommen sein und muss erste Tätigkeiten (z.B. Erkundung der Einsatzstelle) vorgenommen haben. In der Regel rückt eine FF rund 3 bis 5 Minuten nach Alarmierung mit de ersten Fahrzeug aus...

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Kaffeetrinken, Schafskopf spielen, Magazine gucken.. ehem.

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