Welche Aufgaben hat eine Stewardess?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

"Der Dienst beginnt immer mit einer Einsatzbesprechung (Briefing). Der Chefsteward (Purser) informiert die Flugbegleiter über den Serviceablauf, die Buchungszahlen, besondere Betreuungsfälle (alleinreisende Kinder, Behinderte Menschen, etc) und überprüft auch das Wissen jedes FB´s bezüglich der Sicherheit. Dann geht die Crew gemeinsam an Bord und trifft die Vorbereitungen. Die Crew hat im Briefing ihre Arbeitspositionen bestimmt und jeder FB hat für seine Position eine Checkliste für die Notausrüstung. Diese Liste wird zu aller erst abgearbeitet, damit man früh genug weiß ob alles vollständig und funktionsfähig ist. (Eine Notrutsche bläst natürlich nur richtig auf, wenn sie sich richtig einhängen lässt und der Rutschendruck stimmt.) Dann werden Zeitschriften vorgelegt, die Sitztaschen überprüft, die Einschübe mit Kannen und Säften bestückt, die Milch/Zuckerhalter aufgefüllt, die Beladung der Essen wird kontrolliert... usw. Nach 20 Minuten kommen die Kollegen vom Bodenpersonal und fragen, ob sie die Gäste schicken dürfen. Dann geht jeder FB an seine Position, rückt noch einmal die Uniform zurecht und dann kommt er – der Moment des ersten Kontaktes. Flugbegleiter sind beim Begrüßen der Gäste deshalb so freundlich, weil sie Spaß an der Arbeit haben und weil sie wissen, dass man niemals eine zweite Chance hat, um einen ersten Eindruck zu machen. Während des Einsteigens achten die FB´s darauf, dass alle Gäste ihr Handgepäck sicher verstauen. Der Gang im Flugzeug muss unbedingt ganz frei bleiben, da er im Notfall ein Fluchtweg ist. Manchmal ist das mit dem Handgepäck keine leichte Aufgabe und das Einsteigen kann wirklich anstrengend und nervenaufreibend sein. Wenn die Türen geschlossen werden fangen die Flugbegleiter an Zeitschriften zu verteilen. Dabei schaut man schon mal nach, ob alle Gäste angeschnallt sind. Dann kommt das Passagierbriefing – die Vorführung der Sicherheitsinstruktionen. Anschließend noch schnell den korrekten Anschnallcheck (das Flugzeug rollt inzwischen schon zur Startbahn) und dann sitzt jeder FB auf seiner Position. Nachdem die Anschnallzeichen ausgeschaltet wurden, baut man seine Servicewagen auf und führt den Service dann wie besprochen durch. Es ist ganz selten, dass alles einfach reibungslos abläuft. Manche Gäste sprechen weder Deutsch noch Englisch (erklären sie mal jemandem der nur arabisch spricht, welches Fleisch in seinem Essen ist), andere wollen etwas trinken was man nun gerade nicht auf dem Wagen hat, und man läuft wieder in die Bordküche (Galley). Oder man wird plötzlich mit medizinischen Notfällen konfrontiert – da ist es dann wichtig einen kühlen Kopf zu bewahren und im Team zu arbeiten. Wenn der Service beendet ist räumt man alle Tabletts wieder ein und ordnet die Galley. Dann überprüft man, ob alle Gäste immer noch (oder schon wieder) angeschnallt sind. Und natürlich ist jeder Flugbegleiter während der ganzen Zeit besonders aufmerksam, sieht stets genau hin, hört hin und riecht hin. Und wenn auch nur die kleinste Kleinigkeit nicht normal aussieht, sich nicht normal anhört oder nicht normal riecht, dann wird sofort der Purser darüber informiert. Die Sicherheit geht über alles, und ständige Aufmerksamkeit und die daraus resultierende Prävention sind in diesem Zusammenhang lebenswichtig! Wenn vor der Landung noch etwas Zeit ist (und ein paar Essen übrig geblieben sind) isst die Crew jetzt noch schnell – und dann kommt die Landung. Die Gäste steigen aus, man verabschiedet sie und hofft, dass es ihnen an Bord gefallen hat. Dann kommt das Reinigungspersonal an Bord, das Catering bringt die Essen für den Rückflug, der Purser bespricht erneut den Serviceablauf (meistens über die Bordlautsprecher) und die FB´s legen wieder Zeitschriften vor, ziehen Korken aus den Weinflaschen vor, zählen die Essen, kontrollieren die Kabinenreingung, und so weiter, und so fort. Dann kommen die neuen Passagiere – und alles geht wieder von vorne los. Aber ganz sicher ist, dass der Flug ein anderer wird als der Hinflug. Denn es sind andere Gäste, mit anderen Wünschen und vor allem mit anderem Verhalten."

Quelle: http://www.kabinenbesatzung.de/01965f92150921501/index.html

Zum Thema Ärzte/Sanitäter lies mal: http://www.mucforum.de/archive/index.php/t-16068.html

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@treichel

Ja, das ist schön und richtig beschrieben, aber ich möchte noch etwas hinzufügen.

Das Wichtigste, wofür die FBs an Bord und wofür sie ausgebildet werden: ist die Flugsicherheit .

Man muss auf jeden Fall jedes Jahr aufs neue für die Prüfung für das Luftfahrtbundesamt (ja, erst "Luftfahrt...") lernen, und die handelt NUR von der Flugsicherheit.

Sauerstoffflaschen, Taschenlampen, Feuerlöscher, sich in der Ausbildung aus einem kleinen Cockpitfenster abseilen (manche Flieger sind schließlich so hoch, dass man im Notfall den Sprung nach unten nicht überleben würde...), mit verbundenen Augen die Crash-axt o.ä. finden, ach, ich habe einen dicken Wälzer, alles technical English für flight safety, und den Inhalt musste ich jedes Jahr komplett neu "können".

Wenn ein Flugbegleiter nicht rechtzeitig kommt, wird sofort ein standby FB angerufen, denn ein Flieger darf nicht einfach OHNE die vorgegebene Anzahl von FBs losfliegen!

WIR wissen, welche Tür im Notfall geschlossen bleibt, z.B. bei einem Ditching/Notwasserung, wir wissen, wie die Notausgänge zu öffnen sind, die Notrutschen funktionieren, WIR machen in einem Notfall das, wofür wir hauptsächlich ausgebildet wurden: wir helfen den Paxen ( = Passagiere), aus der Notlage das Beste zu machen, um es mal vorsichtig auszudrücken.

Ausserdem ist jedes Flugzeugmuster anders. Ich habe 3 verschiedene Flugzeugmuster erlernen müssen, musste mich auf jedem blind (d.h. auch im Dunkeln) auskennen. Bei Betankung mit Paxen an Bord durfte niemand auf die Toilette, da Kerosinaufnahme mit Paxen an Bord sehr strengen Sicherheitsmaßnahmen unterliegt. Selbstverständlich durfte während der Betankung niemand rauchen.

Wenn während des Fluges pötzlich die fasten seat belts UND die No smoking Zeichen zeitgleich aufleuchten, hieß es Achtung,ein unvorhergesehender Notfall tritt gleich ein, sofort alles stoppen und festhalten. Das kann ein rapider Sinkflug sein, weil z.B. der Kabinen- innendruck nicht herzustellen ist und der Flieger deshalb sehr schnell auf eine tiefere Ebene fliegen muss, oder ... ach, es gibt sooo viele Notfälle!

Wir haben ständig für etwas gelernt, von dem wir hofften, dass es niemals eintreten würde: für einen Notfall. Und das ist eine verantwortungsvolle Aufgabe.

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