Welche Aufgabe hat das patellarsehnenreflex beim stehen und welche beim fortbewegen?

3 Antworten

Hallo Jessie,

Der Reflex hat beim normalem Fortbewegen und Stehen keine Funktion. Reflexe dienen dem Schutz gegen gefährliche Ereignisse, auf die schnell reagiert werden muss (z.B. Lidschlussreflex zum Schutz des Auges, Hand-weg-ziehreflex bei Schmerz). Auch der PSR dient dazu. Wird das Bein plötzlich und ungewöhnlich gebeugt - so wie es beim Stolpern passiert, wenn man mit dem Fuß hängen bleibt - dann bringt der Reflex das Bein in eine gestreckte Position und wirkt so dem Stolpern entgegen.

Bei allen Muskeleigenreflexen reagieren Muskeln mit Zusammenziehen auf plötzliche, passive Überdehnung. Dadurch wirken sie der von Außen einwirktenden Kraft entgegen und schützen sich selbst und den Körper gegen diese Kraft.

LG, Hourriyah

Überhaupt nicht Der PSR ist kein Schutz-sondern ein Haltereflex. Als solcher braucht man ihn sehr wohl beim Gehen und Stehen. Alle Schwankungen (Einknicken) werden durch ihn ausgeglichen.

Als Haltereflex ist er nicht nur unwillkürlich, also nicht beeinflußbar, sondern auch unbewußt (kann also nur durch den berühmten Hammer erfahrbar gemacht werden), da er monosynaptisch nur im Rückenmark verschaltet wird und keine aufsteigenden Bahnen zum Gehirn hat (wie die unwillkürlichen, bewußten, polysynaptischen Schutzreflexe).

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@PFromage

Hallo Fromage,

ich hab mir die Mühe gemacht, zu googeln, ob das was Du sagst stimmen kann. Habe leider dazu nichts gefunden. Bitte schicke wenn möglich einen Link!

Ich kann das nicht recht glauben! Er wird ja nur durch plötzliches Überdehnen aktiviert. Das ist ja auch sinnvoll! Er soll ja nicht unser Bein immer wieder strecken, wenn wir es Beugen wollen. Außerdem macht er eine kurze, ruckartige Streckung. Diese fühle ich im Alltag nie und ich kann den Reflex gut fühlen, wenn er ausgelöst wird.

LG, Hourriyah

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@hourriyah29

Hallo Hourriyah,

auf die <Schnelle habe ich nur das gefunden:

http://www.google.de/imgres?imgurl=http://www.zum.de/Faecher/Materialien/beck/bilder/iverarbk.GIF&imgrefurl=http://www.zum.de/Faecher/Materialien/beck/12/bs12-40.htm&h=157&w=283&tbnid=BXVgwdKmPyCJMM:&tbnh=90&tbnw=162&usg=__cb-9d-IZfAkTBW3szV4Kifk9ixg=&docid=5sQ-sZ5sNP5z5M&sa=X&ved=0CD8Q9QEwBGoVChMIm5vC7tvcxwIVg14aCh3cogLe

wo der Unterschied zwischen mono- und polysynaptisch einigermaßen dargestellt ist. Trotzdem steht auch hier die übliche Verwechslung von unwillkürlich und unbewußt.

Der PSR wird nicht nur durch plötzliche Bewegungen aktiviert, wenn man steht, dann tut man das nicht mit durchgedrückten Knien. Keine Statue könnte wie ein aufrechter Mensch von selbst stehen.  Gerade daß wir nicht merken, wie wir balancieren (ein Beobachter merkt es vielleicht bei genauem Hinsehen) zeigt, daß er unwillkürlich UND unbewußt ist.

Sieht man sich Abbildungen eines Flexorreflexes an, so erkennt man die polysynaptische Verschaltung und damit die Tatsache, daß er überaus bewußt wird (Schutzreflex) obwohl unwillkürlich bleibt. Ich merke subito presto und intensiv, daß ich mir die Hand verbrannt habe, das Zurückziehen läßt sich nicht unterdrücken.

LG

PFromage

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@PFromage

Das kann man nebenbei schön an sich selbst erfahren: kriegt man eine Leitungsanästhesie (bei mir im Arm), dann "wachen" zuerst die motorischen Nerven auf, die sensorischen brauchen länger. Solange gibt es keine Haltereflexe. Man muß also so lange schauen, wo der Arm gerade ist und jede Willkürbewegung von außen kontrolliert steuern.

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@PFromage

Hallo PFromage,

danke für Deine Antwort. Der Link enthielf für mich keine neue Information. Der PSR ist ein sehr einfacher Reflex, der dem alles oder nichts Prinzip folgt. Wenn der Reiz (plötziche Dehnung) ausreichend stark ist wird er ausgelöst und läuft dann einmalig und in immer gleicher Intensität ab (es sei denn man löst ihn sehr oft aus und es kommt dadurch zu einer Ermüdung).

Ich finde trotz intensiven Googelns nichts zum Thema PSR und Haltereflex. Selbst der Begriff Haltereflex scheint nicht klar definiert zu sein.

Es gibt natürlich die Fähigkeit des Körpers sich zu balancieren und diese erfolgt in der Regel unbewust und unwilkürlich. Allerdings ist es ein komplexer Vorgang an denen viele Organe, Leitungsbahnen, Synapsen und Nervenzellen beteiligt sind (Vestibularorgan, Basalganglien, Augen und das dazugehörige Leitungs- und Verarbeitungssystem, Sympathisches und Parasympathisches Nervensystem). Was PSR und die Körperbalance gemeinsam haben ist die Wichtigkeit der Propriozeption.

Kurze vereinfachte Ausführung... PSR: Propriozeption zeigt Überdehnung, Reizleitung zum Rückenmark, Umschaltung, Efferez, Muskelkontraktion

Balance: Propriozeption zeigt Muskeldehnungszustand. Augen, Vestibularorgan und Taktile Reize geben Info über Lage und Bewegung, Sympathikus und Parasympathikus geben ihren Anteil zur allgemeinen Erregung hinzu, der Wille (will ich stehen, gehen, sitzen oder liegen) spielt auch noch eine Rolle alles wird irgendwie im ZNS verrechnet und sorgt dann für die Efferenzen zu verschiedensten Muskeln von den Nackenmuskeln bis zur Muskulatur der Großzehen, die uns dann im Gleichgewicht halten.

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wie sollte der denn beim Sthen funktionieren, wo doch die Beine bereits gestreckt sind! Auch beim Fortgehen kann er nicht zum Einsatz kommen, denn auch da liegt ja bereits eine Streckung vor!

Das bein strecken über den oberschenkelmuskel

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