Welche auf den/die Mitmenschen bezogenen "guten Werke" behinhaltet der Buddhismus?

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2 Antworten

Vielleicht darf ich ja aus Nichiren-Buddhistischer Sicht ergänzen:

Unseren interaktiven Lehrkörper könnte man mit heuristischer Hermeneutik charakterisieren, also eine Art praktische Exegese der Episteln Nichiren Daishonins.

Allerdings präjudiziert unsere Didaktik keine transzendentale Ontologie im hegelianischen Sinne,

sondern gemahnt eher an eine aleatorisch-autoreferentielle Reflexion über die Metaphysik:)

...soviel zu unserem "Glitzer"

Doch da wir nicht auf Glitzer stehen (und zumindest meinen, auch keinen zu hängen): Nichiren-Buddhis versuchen durch gute Handlungen, gute Ursachen zu setzen und dadurch das Glück unserer Mitmenschen und den Weltfrieden zu befördern.

Aus dem was danebengeht (bei uns geht viel daneben) und aus den unguten Ursachen, die wir gesetzt haben, versuchen wir eigenverantwortlich zu lernen => Man könnte das Ganze auch mit "Schöner Scheitern!" bezeichnen:)

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Kommentar von Rosenblad
06.04.2016, 14:16

Eine "köstliche" Replik - Transzendenz im Buddhismus wäre dann ja eine erratische Fallibilität und wie eine aleatorisch-autoreferentielle Reflexion funktionieren soll weiß ich nicht - vermutlich als präattentive Konfusion? Aber genug des Herumfuchtelns mit der Sprache, sonst brechen die Bäume noch unter der Last zusammen.

"Schönes Scheitern" - Eine wunderbare Wortverbindung. Danke, da weiß man warum man lebt und hin-geht.

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Nun, der Buddhismus ist sehr praxisorientiert auf den Einzelnen ausgerichtet, von daher finde ich übertriebene Intellektualisierung nicht sinnvoll.

Ich denke, es genügt doch vollauf festzustellen, dass der Buddhismus gewisse Maßstäbe bietet, anhand derer sich der Übende orientieren kann.

Warum also etwas durch Begriffe aus dem Pali oder Sanskrit unnötig verkomplizieren, wenn es doch vermutlich viel mehr der buddhistischen Haltung entspricht, tätig zu sein?

Ich werde es aber dennoch mal versuchen intellektuell anzugehen, da dir ja offenbar viel daran zu liegen scheint.

Buddhismus und die Anderen

Durch die Befolgung der Sittlichkeitsregeln (Pancasila) und den Versuch die Vollkommenheiten (Paramitas) wie Freigiebigkeit, Geduld, Beharrlichkeit, Weisheit und Meditation zu üben, trägt man ja bereits zum Wohle anderer Wesen bei.

Wer sich in der "Vollkommenheit der Geduld" übt, ist im Idealfall freundlicher und weniger aufbrausend. Das kommt den anderen Wesen zugute.

Durch materielle und geistige Freigiebigkeit profitiert sein Umfeld, genau so, wie durch die Entwicklung von Weisheit. usw.

Das Paramita der "Freigiebigkeit" bedeutet nicht einfach nur "Loslassen von Besitz", sondern die freudige Bereitschaft zur Unterstützung anderer Wesen - entweder durch konkrete, materielle Praxis, oder durch Vermittlung der buddhistischen Lehre..

Gerade im Mahayana-Buddhismus ist die Übung ja nicht auf die eigene Befreiung ausgerichtet, sondern darauf, alle Wesen zu retten.

Die eigene "Erlösung" aus dem Daseinskreislauf wird durch das Bodhisattva-Gelübde sogar als Ziel aufgegeben, sondern man entwickelt all diese positiven Eigenschaften ausdrücklich zum Wohle der Anderen.

Das bekannteste Symbol dafür ist vermutlich der Bodhisattva Avalokiteshvara, der häufig mit tausend Köpfen und Armen dargestellt wird, um die umfassenden Bemühungen um die Unterstützung aller Wesen zu symbolisieren.

Engagierter Buddhismus

Es gibt unter dem Begriff des "engagierten Buddhismus" auch mehrere soziale Bewegungen, die sich für unterschiedliche Belange einsetzen.

So gibt es Initiativen für Drogenabhängige und Sträflinge. Es gibt buddhistisch motivierten Umweltaktivismus usw.

Ich persönlich halte nicht viel von diesem besonderen "Etikett", denn es erweckt den Eindruck, als sei Buddhismus sonst eine passive Doktrin ohne gesellschaftlichen Anspruch.

Gerade im Bezug auf das Mahayana sehe ich jedoch die soziale Verantwortung des Einzelnen als wesentlichen Teil der buddhistischen Praxis an. Meiner Ansicht nach kann es beispielsweise gar kein "tätiges Mitgefühl" ohne Engagement für das soziale Umfeld geben.

Theravada-Buddhismus

Sogar im Theravada-Buddhismus, der ja nun eindeutiger auf die eigene Befreiung ausgerichtet ist, gibt es durchaus den Anspruch, zum Wohle anderer Wesen beizutragen.

Ein Beispiel dafür ist die Metta-Meditation (Maitri Bhavana) zur Entwicklung von Mitgefühl. Auch kann im Theravada ein Erwachter den Beschluss fassen, wie Buddha Shakamuni zu lehren, um den anderen Wesen zu helfen.

Selbst die "Arbeit am eigenen Heil" kann somit wieder Anderen zugute kommen - auch wenn es die Vorstellung von "pratyekabuddhas" gibt, die zwar erwacht sind, aber nicht lehren

Grundsätzlich würde ich dem Buddhismus also ein Interesse am Wohle anderer Wesen attestieren, es ist keine spirituelle Nabelschau.

Ich hoffe, meine Erklärungen waren einigermaßen hilfreich. :-)

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Kommentar von Rosenblad
05.04.2016, 18:18

Vielen Dank für die Ausführlichkeit der Unterweisung - aber mir ging weniger um die Erklärung des "Sängers", sondern um den Gesang.

Mein lexikalisches Gewand sein mir unbenommen - bei aller attributiven Kritik Ihreseits - aber es kommen die Jahre da werden spezifische Eigeninhalte - so auch der Sprache und der Narration - zur Gewohnheit.

Und nein ich bezeichne mich nicht als Buddhist - ich mag solche Zuschreibungen nicht - sondern sehe mich als Fragender, der sich wundert warum der Mensch die Bäume mit soviel Glitzer behangen muss.

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